Ratlosigkeit und Enttäuschung bestimmten dagegen am Freitag die Atmosphäre bei allen Beteiligten. Wie konnte das passieren? Die erfolgsverwöhnten Norddeutschen wollten ihre Siegesserie auch auf europäischer Bühne fortführen, wurden aber vom vermeintlichen Außenseiter eiskalt erwischt. „Wir sind natürlich schwer enttäuscht, wir haben gegen einen unkonventionell spielenden Gegner keine Mittel gefunden", beschrieb Cristian Tamas die Gefühlslage nach der Partei, dabei fing alles gewohnt gut an.
Werders Einser Chih-Yuan Chuang wurde vom aggressiv spielendem Lehel Demeter herausgefordert, nach wenigen Ballwechseln fand aber auch „Chuanny" besser ins Spiel und dominierte fortan das Geschehen. Eine sichere Führung im dritten Satz gab der Taiwanese zwar zu Ungunsten eines Satzverlustes ab und musste auch im vierten dem furios aufspielenden Ungarn die ersten Punkte überlassen. Im Laufe des Durchgangs ließ Chuang dann aber Demeter kaum Luft zum Atmen und besorgte die Führung für die Gastgeber. Nicht so gut lief es für Constantin Cioti. Der Rumäne zeigte gegen Zhan Jian tolle Reflexe und kämpfte wie immer um jeden Ball, letztendlich bestimmte der 31-jährige Singapurer mit Variationen im Schnitt und gnadenlos über das Netz gepeitschten Bällen die Partie und glich durch ein 3:1 für sein Team zur Pause aus.
Das sicherlich spannendste Spiel des Abends lieferten sich dann Adrian Crisan und der Serbe Zsolt Petö. Fünf Sätze lang schenkten sich die Kontrahenten rein gar nichts, der 25-jährige Welser spielte sich aber gegen Ende in einen wahrhaften Rausch und entschied dieses Schlüsselmatch für sich.
Trauriger Abschluss aus Bremer Sicht war dann ein hochklassiges asiatisches Duell, in dem Chuang jedoch keine Chance gegen den wie entfesselt spielenden Zhan Jian hatte. Das 1:3 war somit besiegelt, für Werders Trainer hatte der Verlauf mehrere Gründe. „Jian war natürlich sehr beeindruckend, wer Chuang mit 3:0 besiegt kann auf jeden Fall nicht viel falsch gemacht haben. An einem guten Tag gewinnen wir vielleicht sogar, jetzt müssen wir unbedingt im Rückspiel punkten, um eine Chance aufs Weiterkommen zu haben."
Florian Schwarz
TTC Zugbrücke Grenzau - SV Werder Bremen 1:3 (Tischtennis Bundesliga, 2. Spieltag)
Andrej Gacina - Adrian Crisan 2:3 (12:10, 3:11, 8:11, 11:8, 2:11)
Masaki Yoshida - Chih-Yuan Chuang 0:3 (7:11, 6:11, 14:16)
Lubomir Jancarik - Constantin Cioti 3:2 (6:11, 11:5, 8:11, 11:6, 13:11)
Andrej Gacina - Chih-Yuan Chuang 1:3 (10:12, 6:11, 11:6, 7:11)
SV Werder Bremen - SPG Walter Wels 1:3 (Champions League, Gruppe C, 1. Spieltag)
Chih-Yuan Chuang - Lehel Demeter 3:1 (11:7, 11:6, 11:13, 11:8)
Constantin Cioti - Zhan Jian 1:3 (6:11, 11:5, 6:11, 6:11)
Adrian Crisan - Zsolt Petö 2:3 (11:9, 6:11, 6:11, 11:5, 6:11)
Chih-Yuan Chuang - Zhan Jian 0:3 (7:11, 9:11, 7:11)