„Wir haben von Anfang an gezittert", sagte ein sichtlich erleichterter Timo Boll nach dem DM-Finale. Die Partie hatte für das Team aus der NRW-Landeshauptstadt alles andere als planmäßig begonnen. WM-Viertelfinalist Patrick Franziska musste sich sensationell deutlich mit 0:3 Christian Süß geschlagen geben. Anschließend gelang Boll mit einem ebenso ungefährdeten 3:0-Sieg gegen Wang Xi der 1:1-Ausgleich. Richtungsweisend für den späteren Ausgang war der Vier-Satz-Erfolg von Panagiotis Gionis im Duell zweier Abwehrspieler gegen Ruwen Filus. So blieb es letztlich Timo Boll vorbehalten, gegen seinen langjährigen Doppelpartner Christian Süß für den Schlusspunkt und den damit verbundenen 27. Titelgewinn sorgen zu
dürfen. Boll holte einen anfänglichen 0:2-Satzrückstand auf und triumphierte am Ende souverän mit 3:2. Für Süß war es das letzte Spiel einer sehr erfolgreichen Karriere. Der 29-Jährige hatte aus gesundheitlichen Gründen bereits vor einigen Wochen den Abschluss seiner Laufbahn nach dem TTBL-Finale angekündigt.
„Christian zeigte eine überragende Leistung und hat sich ganz toll verabschiedet", sparte Timo Boll nicht mit Lob in Richtung seines langjährigen Teamkollegen, mit dem er an gleicher Stelle vor knapp zwölf Monaten noch zusammen feiern durfte. Auf den Linkshänder selbst war einmal mehr wieder mit zwei gewonnenen Partien verlass. Für den „Big Point“ sei, so Boll, allerdings ein anderer Düsseldorfer verantwortlich gewesen. Beim Stand von 1:1 setzte sich Gionis gegen Filus durch und sorgte für die wichtige 2:1-Führung der Borussia. „Panagiotis hat seine Sache sehr gut gemacht“, freute sich sein Trainer Danny Heister, der von einem „verdienten Titelgewinn“ sprach und keinesfalls verschwieg, „dass wir mit einer veränderten Aufstellung unseres Gegners gerechnet hatten“.