Vor Beginn des Spiels gab es die fast schon erwartete schlechte Nachricht aus der medizinischen Abteilung. Die Verletzung von Constantin Cioti, mit der er bereits in das Champions League Spiel bei Pontoise Cergy gegangen war, erwies sich als so schwerwiegend, dass ein Einsatz für ihn nicht in Frage kam. Somit kam Hunor Szöcs an Nummer 3 im Team der Werderaner zum Einsatz.
Doch zunächst standen die Begegnungen der Nummer 1 und 2 auf dem Programm. Bastian Steger bekam es mit Bojan Tokic zu tun - und der erwies sich als sehr unangenehmer Gegner. In den ersten beiden Sätzen fand Steger überhaupt nicht ins Spiel und die 2:0 Führung für Tokic ging vollkommen in Ordnung. Bei Steger machten sich die Strapazen des Spiels bei Pontoise Cergy und die damit zusammenhängende An- und Abreise bemerkbar. Doch im dritten Satz kämpfte sich Steger ins Spiel zurück und konnte den Satz mit 11:9 für sich entscheiden. Auch im vierten Satz spielte Steger wieder stark - doch das nötige Glück war auf der Seite von Tokic. Er siegte mit 11:7 und Werder lag etwas überraschend mit 0:1 zurück.
Im zweiten Duell des Tages trat Kirill Skachkov gegen Tiago Apolonia an. Skachkov erwischte einen Start nach Maß und zwang Apolonia mit druckvollem Angriffsspiel in die Defensive. Skachkov verlor kurz den Faden als ihm der Schiedsrichter einen angeblich fehlerhaften Aufschlag abzählte. Nach kurzer Beruhigungsphase gelang es Skachkov, den Faden wieder aufzunehmen und der erste Satz ging völlig verdient mit 11:9 an Skachkov, der die starke Form aus der Partie in Frankreich mitnehmen konnte.
Der Start in den zweiten Satz war ausgeglichen und auch in diesem Satz gab es einige Szenen, die zumindest umstritten waren. Zunächst schmetterte Skachkov zum Punktgewinn, der Ball sprang für Apolonia unerreichbar auf die Kante und war anschließend kaputt. Apolonia protestierte und der Schiedsrichter entschied auf Wiederholung. Eine mehrminütige Diskussion folgte bevor das Spiel fortgesetzt werden konnte. Dann kam es beim Stand von 4:3 für Skachkov zu einer weiteren umstrittenen Szene, die Skachkov schließlich aus der Bahn warf. Apolonia hatte sich - so schien es zumindest - regelwidrig mit seiner linken Hand - und somit nicht mit der Schlaghand - auf dem Tisch aufgestützt und der Punkt hätte dann für Skachkov gegeben werden müssen. Doch der Schiedsrichter entschied auf 4:4 und in der Folge hatte Skachkov seine Nerven nicht mehr im Griff. Die Folge war, dass Apolonia die Sätze zwei bis vier für sich entscheiden konnte und für den Zwischenstand von 2:0 für Saarbrücken erhöhte.
In der Pause gab es bei den zahlreichen Tischtennis-Experten in der Halle natürlich hitzige Diskussionen über die umstrittenen Szenen im Spiel Skachkov gegen Apolonia.
Nach der Pause kam Hunor Szöcs zu seinem zweiten Einsatz in der TTBL in dieser Saison. Sein Gegner Adrien Mattenet schien zu Beginn des Spiels Szöcs etwas unterschätzt zu haben und Szöcs lag zwischenzeitlich mit 7:3 in Führung. Doch dann zeigte Mattenet seine spielerische Klasse und entschied den ersten Satz noch mit 12:10 für sich. Der zweite Satz ging deutlich an Mattenet doch im dritten Satz knüpfte Szöcs an die starke Auftaktphase im ersten Satz und gewann mit 12:10. Leider konnte er diese Leistung im vierten Satz nicht bestätigen und Mattenet sicherte dem Team von Saarbrücken mit dem letztlich ungefährdeten 3:1 Sieg den Gesamtsieg.
Teamchef Sascha Greber: "Wir haben heute gegen ein sehr starkes Team aus Saarbrücken verdient verloren. Leider konnte Constantin Cioti heute verletzungsbedingt nicht zum Einsatz kommen - wir hoffen allerdings, dass er am Freitag gegen Eslövs in der Champions League wieder einsatzbereit sein wird."
Die Ergebnisse im Einzelnen SV Werder Bremen - 1. FC Saarbrücken-TT:
Bastian Steger - Bojan Tokic 1:3 (8:11, 8:11, 11:9, 7:11)
Kirill Skachkov - Tiago Apolonia 1:3 (11:9, 8:11, 6:11, 2:11)
Hunor Szöcs - Adrien Mattenet 1:3 (10:12, 5:11, 12:10, 6:11)
von Stefan Dörr-Kling