Unverhofft kommt oft - Peter Eilers wird Deutscher Senioren-Meister!

Der Moment des Triumphes - Peter Eilers reckt nach dem letzten Ballwechsel gegen Ernst Bison die Faust (Bild: Franz Schwennen)
Tischtennis
Dienstag, 29.05.2012 / 18:33 Uhr

Peter Eilers hat am Pfingstwochenende den Deutschen Meistertitel in der Altersklasse Herren 70 errungen. Es war nach seinem Sieg 2008 in Chemnitz - damals in der Alterklasse 65 - der zweite Einzeltitel für Peter. Außerdem gewann Peter mit Uwe Wienprecht aus Berlin den Vizemeistertitel im Doppel. Für uns waren diese Erfolge der Anlass mit Peter über den Verlauf des Turniers zu sprechen.

Wie fühlst Du Dich einen Tag nach dem Turnier?

Peter Eilers: Ich bin noch ziemlich erledigt und werde jetzt erst einmal ein paar Tage regenerieren. Die Anstrengungen des Turniers sind nicht die einzige Belastung der letzten Wochen gewesen. Wir sind erst kurze Zeit vor der Deutschen Meisterschaft von Delmenhorst nach Bremen gezogen und der Umzug hat enorm viel Kraft gekostet.

Mit welchen Erwartungen bist Du in das Turnier gegangen?

Peter Eilers: Meine Erwartungen waren sehr niedrig angesetzt. Ich hatte wenig trainiert, mir steckte der Umzug in den Knochen und eigentlich hatte ich überhaupt keine Lust mitzuspielen. Hinzu kam noch, dass aus meiner Sicht die Setzungen in den einzelnen Gruppen nicht nachvollziehbar waren. Ich fand die Setzungen teilweise ungerecht. Aus diesem Grund bin ich mit einer gewissen "Egal-Haltung" nach Hude gereist.

Wie war Dein Start in das Turnier?

Peter Eilers: Mit den Spielern Bison, Ossenkopp und Enzenhöfer hatte ich eine starke Gruppe erwischt. Nach den beiden ersten Spielen (jeweils 3:0) gegen Ossenkopp und Enzenhöfer merkte ich bereits, dass ich gut in Form war. Der 3:1 Sieg gegen Bison bestätigte dann meine gute Form.

Die wertvollen Hinweise von Horst-Dieter Coorssen brachten Peter Eilers auf die Siegerstraße

...und dann kam Siegfried Lemke in der Hauptrunde?

Peter Eilers: Genau - aufgrund der Auslosung war absehbar, dass es im Viertelfinale zum erneuten Duell gegen Siegfried Lemke kommen würde. Gegen ihn hatte ich bei der Norddeutschen Meisterschaft nach extrem knappen Spiel etwas unglücklich verloren. Deshalb bin ich mit etwas Pessimismus in das Spiel gegangen. Diesmal hatte ich allerdings das notwendige Quäntchen Glück auf meiner Seite, denn alle Sätze waren wieder sehr knapp. Außerdem hatte ich mit Horst-Dieter Coorssen einen tollen Coach, der mich immer wieder daran erinnerte selbst Druck zu machen - was schließlich auch zum Erfolg führte.

Kanntest Du Deinen Halbfinalgegner Peter Flach bereits aus früheren Begegnungen?

Peter Eilers: Nein - und das war auch gut für mich. Er konnte mit meinen Anti-Belägen nicht viel anfangen und ich konnte mit dem 3:0 Sieg nach dem anstrengenden Spiel gegen Lemke meine Kraftreserven für das Endspiel schonen. Dies war extrem wichtig, da aufgrund der großen Wärme in den Hallen die Luft zum Atmen sehr knapp war. Mein Rezept war es die Halle erst gar nicht zu verlassen - so fiel der Sauerstoffmangel gar nicht auf!

Warst Du nach dem Halbfinal-Sieg sicher, dass Du im Endspiel gegen Ernst Bison gewinnen würdest?

Peter Eilers: Auf keinen Fall - auch wenn ich bereits in der Gruppe gegen ihn gewonnen hatte. Ein Endspiel hat seine eigenen Gesetze. Und im Endspiel habe ich prompt - wie bereits im Gruppenspiel - den ersten Satz verloren. Horst-Dieter hat mich durch sein Coaching wieder auf die richtige Spur gebracht. "Du musst das Spiel diktieren" war seine Devise und mit dieser Devise konnte ich die nächsten drei Sätze für mich entscheiden. Seinen wertvollen Tipps habe ich es auch zu verdanken, dass ich den Deutschen Meistertitel erreichen konnte.

Deine Meinung zur Organisation des Turniers durch den TV Hude?

Peter Eilers: Aus meiner Sicht war das Turnier sehr gut organisiert. Natürlich gab es mal die eine oder andere zeitliche Verschiebung, aber insgesamt war die Veranstaltung eine tolle Teamleistung des TV Hude. Alle Helfer waren freundlich und engagiert - die Herkulesaufgabe hat Hude toll gelöst - meinen Glückwunsch an alle Verantwortlichen des Vereins.

Neue Erkenntnis für Peter Eilers - manchmal stellt sich der Erfolg unverhofft ein!

Was bleibt von dem Turnier in Erinnerung?

Peter Eilers: Vor allen Dingen die Tatsache, dass ein Start ohne große Ambitionen manchmal erfolgreicher verlaufen kann als ein verbissener ehrgeiziger Angriff auf die ganz großen Ziele. Ich war tatsächlich ohne große Erwartungen gestartet und bin dann doch als Sieger aus dem Turnier gegangen - das wird in Erinnerung bleiben. Außerdem bleibt natürlich der zweite Platz im Doppel mit meinem Partner Uwe Wienprecht aus Berlin in Erinnerung. Im Endspiel haben wir gegen Lemke/Kreisel im fünften Satz mit 8:11 verloren und wir haben ein tolles Turnier gespielt.

Was sind Deine Ziele für die nächsten Jahre?

Peter Eilers: Mein Ziel ist es, dass ich auch mit über 80 Jahren nach einem anstrengenden Turniertag in einer sauerstoffarmen Halle genauso fit und vergnügt einen bunten Abend bei Backenköhler begehen kann wie die "Alt-Senioren" am vergangenen Pfingstwochenende - das hat mich wieder einmal stark beeindruckt.

Das Gespräch mit Peter Eilers führte Stefan Dörr-Kling.

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