Abgänge von Spielerinnen und Spieler sind, egal wie gut oder wie schlecht sie spielen, immer ein Verlust - sowohl menschlich als auch sportlich betrachtet. Wenn bei der Ursachenforschung für alle Beteiligten dennoch ein gutes Ergebnis ermittelt werden kann, dann wird auch von „außen" Verständnis aufgebracht und dem Verein kein Schaden entstehen.
Im Jugendbereich ist der SV Werder Bremen in der FTTB-Liga Spitze und der Fortgang von Belmin Ahmetagic wird sich nicht negativ auswirken. Zum Fall Belmin Ahmetagic muss man sich die Frage stellen: "Warum verlässt ein talentierter Jugendspieler den SV Werder Bremen und wechselt zu einem Verein, der mehrere Klassen tiefer Punktspiele in der Herrenliga bestreitet?"
Wie stehst Du zu dem Thema, dass Jugendspieler immer häufiger die Vereine wechseln und wie sieht die "Transferpolitik" des SV Werder in dieser Hinsicht aus ?
Der SV Werder Bremen ist in der Tischtennisbundesliga mit einer hervorragend harmonierenden und erfolgreichen Herrenmannschaft vertreten, die im Jahr 2013 den „Deutschen Meistertitel" erringen konnte. Jugendspielerinnen und -spieler finden beim SV Werder Bremen die besten Bedingungen vor, sich weiter zu entwickeln. Durch die vereinseigene Halle stehen den Tischtennisaktiven mehrere Trainingstage und Zeiten auch in den Ferien zur Verfügung. Ein großer Vorteil gegenüber anderen Vereinen.
Die Bundesligamannschaft beim regelmäßigen Training hautnah erleben zu können, ist ein weiterer Vorteil für die Entwicklung eines tischtennisbegeisterten Spielers. Dass Jugendspieler immer häufiger die Vereine wechseln, ist etwas übertrieben dargestellt.
Wenn ein Jugendspieler, der einen gesunden Ehrgeiz hat, in seinem Verein keine Möglichkeiten mehr sieht, sich weiter zu entwickeln, dann sollte er einen Vereinswechsel vornehmen.
Beim SV Werder Bremen gibt es acht Herrenmannschaften, die in verschiedenen Leistungsklassen spielen und die besseren Jugendlichen werden dort mit einer Sondergenehmigung auch schon eingesetzt (natürlich mit Zustimmung der Eltern).
Das Aushängeschild beim SV Werder Bremen ist die Tischtennisbundesliga-Mannschaft. Danach kommen die Spieler (Amateure), die ohne jegliche Bezahlung ihrem Freizeitvergnügen Tischtennis nachkommen.
Dass es im Jugendbereich auch ohne Geld möglich ist, Spieler für den SV Werder Bremen zu begeistern, dafür gibt es viele Beispiele und zwar: Leon Gerlach, Leon Grieshop, Paul Himmelreich, Julian Janke und Jonathan Wild, um nur einige zu nennen. Genannte Spieler versprechen für die Zukunft nur Gutes.
Auf welche Veränderungen werden sich die Kinder und Jugendlichen, im Training in der kommenden Saison einstellen müssen ? Wir bieten beim SV Werder Bremen an den Tagen Dienstag, Mittwoch und Freitag Trainingsmöglichkeiten an. Dienstags von 16.00-20.00 Uhr, mittwochs von 15.00-18.00 Uhr und freitags von 16.00-19.00 Uhr. Mittwochs kommen überwiegend die Kinder zum Training, deren Schulschluss mittags ist.
Der Ganztagsschulunterricht hat auf die Trainingseinheiten in den Sporthallen inzwischen einen sehr großen Einfluss genommen. Viele Kinder können aus schulischen und zeitlichen Gründen nicht mehr so intensiv trainieren.
Für einige Kinder und Jugendlichen wird es mit Beginn der neuen Spielzeit 2014/2015 auch im Trainingsbereich Veränderungen geben. Das Interesse von Kindern, das Tischtennisspielen zu erlernen, hat in den vergangenen Monaten stark zugenommen.
Die Verantwortlichen beim SV Werder Bremen haben reagiert und den Trainer-/Übungsleiterstab erweitert. Daraus resultierend werden neue Trainingsgruppen in den Bereichen Anfänger und Fortgeschrittene zusammengestellt.
Bei den Schülern spielen in diesem Jahr die 1., 2. und 3. Mannschaft gemeinsam in der höchsten Schülerliga in Bremen (Kreisliga). Neben den Grün-Weißen Mannschaften spielen lediglich 4 Mannschaften anderer Vereine in dieser Liga. Ist diese Tatsache aus Deiner Sicht eher positiv oder negativ behaftet ?
Es ist richtig - bei den Schülern spielen drei Werder-Mannschaften in der höchsten Schüler-Liga in Bremen und vier Mannschaften aus anderen Vereinen. Dass drei Schülermannschaften vom SV Werder Bremen in dieser Liga spielen, ist doch hervorragend und muss positiv bewertet werden. In anderen Vereinen gibt es diese Leistungsdichte selten oder gar nicht. Diese Qualität des SV Werder Bremen bei den Schülern und auch bei den Jungen lässt sich schnell erklären:
Die qualifizierte und gute Trainingsarbeit von den Trainern sprechen hier eine deutliche Sprache. Hinzu kommt die Bereitschaft von den Jugendlichen, sich ständig im Training verbessern zu wollen. Das Miteinander und das Füreinander ist vorhanden und alles zusammen ist die Basis für den Erfolg!
Zum Schluss würde ich gerne noch von Dir wissen, was Deine persönlichen Hoffnungen für die kommende Saison sind und welche Talente Deiner Meinung nach in der kommenden Saison aufblühen werden.
Für die kommende Saison 2014/2015 wünsche ich mir als Jugendkoordinator, dass das gute Miteinander unter den Verantwortlichen, verbunden mit der erfolgreichen Trainingsarbeit, fortgesetzt wird und die Jugendlichen auch zukünftig fleißig trainieren und bei den Wettkämpfen erfolgreich sind.
Zum Abschneiden der Talente in der kommenden Saison unterscheide ich wie folgt: Kinder, die schon punktspiel- und turniererfahren sind und die Kinder, die gerade erst am Punktspielbetrieb teilnehmen werden.
Bei den Jugendlichen werden Paul Himmelreich und Jonathan Wild als freigeholte Spieler für die Herren-Bezirksoberliga einen enormen Leistungsunterschied zu der FTTB-Liga Jungen, erfahren. Für die Jugendlichen ist das eine große Herausforderung, aber auch darüber hinaus ein Lernprozess für die Weiterentwicklung.
Mit großem Interesse werde ich die Spieler Leon Grieshop, Leon Gerlach, Ranchuthan Sangarapillai, Jie Chen und besonders Julian Janke beobachten. Das größte Talent aktuell betrachtet ist für mich der Schüler Julian Janke. Hier könnte mit Blickrichtung Zukunft ein neuer Tischtennisstern heranreifen.
Aber auch die „Neulinge" Luca Reins, Yannick Bruns, Nick Sänger, Lennart Ostersehlt, Mika Böhme, um nur einige zu nennen, haben das Potenzial zu einem überdurchschnittlichen Spieler heranzureifen.
Das Interview mit Jürgen Prothmann führte Niklas Glade.