Es war letztendlich eine klare Angelegenheit. Das Duell am Tabellenende zwischen den Ruhrstädtern und den Norddeutschen endete mit einem deutlichen grün-weißen Erfolg, nach nur 90 Minuten konnte das Team von Cristian Tamas bereits wieder die Rückreise nach Bremen antreten. Bereits vor Beginn der Begegnung gab es eine erste Vorentscheidung, das gute Abschneiden Seiya Kishikawas bei den "Swedish Open" verhinderte den erstmaligen Einsatz des Japaners. Kishikawa, von 2008 bis 2009 auch in Diensten des SVW, erreichte bei dem Turnier in Stockholm das Halbfinale und konnte nach seinem Einsatz am Sonntagmorgen nicht mehr nach Herne reisen. Somit rutschte Erik Bottroff auf die Spitzenposition der Gastgeber, der 21-jährige bekam es im Auftaktmatch mit Jens Lundqvist zu tun.
Im Vergleich zu dem heiß umkämpften Pokal-Match, bei dem Lundqvist seinen Kontrahenten in fünf nervenaufreibenden Sätzen besiegte, hatte Werders Schwede diese Mal weniger Mühe mit Erik Bottroff. Lediglich im zweiten Satz musste der Skandinavier einen Rückstand aufholen. Nachdem er aber auch diesen Satz für sich entscheiden konnte, war der Widerstand Bottroffs endgültig gebrochen und der erste Punkt für Werder gesichert.
Einen ganz anderen Verlauf schien die zweite Partie zu nehmen. Der langjährige Werderaner Lars Hielscher gewann den ersten Satz gegen seinen ehemaligen Teamkollegen Adrian Crisan, auch im zweiten Satz führte Hielscher schnell mit 6:1, ehe Crisan endlich ins Spiel gefunden hatte. Mit 11:8 holte sich der Rumäne doch noch den zweiten Durchgang und distanzierte Hielscher in den darauffolgenden Sätzen deutlich mit 11:5 und 11:6. Zur Pause führten die Norddeutschen also mit 2:0, doch die schmerzhaften Erinnerungen aus dem Heimspiel gegen Grenzau erinnerten die Bremer daran, dass so eine Führung durchaus noch aus der Hand gegeben werden kann.
Dieses Mal jedoch beendeten die Grün-Weißen das Spiel erfolgreich. Kamal Achanta besiegte den Altmeister Petr Korbel klar in drei Sätzen, der Inder dominierte das Geschehen nach kurzen Anlaufschwierigkeiten nach Belieben. Somit war der „Abstiegskrimi" eine Erfolgsstory, die hoffentlich auch in Psyche positive Spuren hinterlassen wird. Bereits nächsten Sonntag kommt ab 15 Uhr mit dem TTF LIEBHERR Ochsenhausen ein Meisterschaftskandidat in Werder-Halle, die Bremer können diese Aufgabe nun mit gestärktem Selbstvertrauen angehen.
von Florian Schwarz
TTC Ruhrstadt Herne - SV Werder Bremen 0:3
Erik Bottroff - Jens Lundqvist 0:3 (4:11,9:11,7:11)
Lars Hielscher - Adrian Crisan 1:3 (11:4,8:11,5:11,6:11)
Petr Korbel - Kamal Achanta 0:3 (8:11,9:11,5:11)