Werders Trainer Cristian Tamas überraschte die hessischen Gastgeber mit einer ungewohnten Aufstellung, der sonst an der ersten Position gesetzte Adrian Crisan ging dieses Mal als Nummer zwei an den Start. Für ihn rückte der zuletzt stark spielende Jens Lundqvist an die Top-Position, Kamal Achanta komplettierte die Aufstellung an Position drei. Somit kam es gleich in der ersten Begegnung zwischen Li Yang und Adrian Crisan zum Duell der beiden Spitzenspieler, dementsprechend motiviert begannen beide Aktuere den Zweikampf. Crisan erwischte den besseren Start, der Rumäne konnte seinen chinesischen Kontrahenten in den ersten beiden Sätzen immer entscheidend auf Distanz halten. Lediglich im dritten Satz hatte Crisan das Nachsehen, gleich im anschließenden Durchgang dominierte der Werderaner den Chinesen wieder und vollendete zum 3:1-Auftaktsieg.
Der erste Teil der Werder-Taktik ging somit auf, doch schon im zweiten Spiel konnten die Gebrüder-Grimm-Städter in Person von Steffen Mengel zurückschlagen. In einem engen Schlagabtausch gewann der Deutsche gegen Jens Lundqvist den ersten Punkt für sein Team. Vier Sätze wechselten sich die Kontrahenten mit den Satzgewinnen ab, ehe Mengel im letzten und entscheidenden Durchgang ein klarer 11:3-Erfolg zum 1:1-Ausgleich zur Pause gelang.
Ebenfalls aufsteigende Tendenz zeigte zuletzt Kamal Achanta, und das sollte sich auch im Spiel gegen Ruwen Filus glücklicherweise nicht ändern. Werders Inder dominierte seinen Gegner nach Belieben, in drei Sätzen ließ Achanta dem Deutschen keine Chance. Die erneute Führung währte jedoch nicht lange, denn der Hanauer Li Yang glich gegen Jens Lundqvist die Werder-Führung postwendend wieder aus. Besonders in den ersten beiden Sätzen lag der Skandinavier schnell mit großem Punkteabstand zurück und geriet so ins Hintertreffen. Den hart erkämpften Satzgewinn im dritten Satz brachte nur kurzweilige Entspannung auf Werders Bank, bereits im vierten Satz dominierte der Asiate wieder deutlich das Geschehen und egalisierte erneut Werders Führung. Wie schon so oft in dieser spannenden Saison musste das letzte Spiel die Entscheidung bringen.
Dieses Mal war es an Adrian Crisan, die Anstrengungen seiner Mannschaft in einen Punktgewinn umzuwandeln. Und wie schon im letzten Spiel gegen Ochsenhausen hatten die Werderaner das bessere Ende auf ihrer Seite. Mit Ausnahme des dritten Satzes, in dem Crisan einen deutlichen Rückstand gegen Steffen Mengel aufholte, letztendlich aber doch noch mit 11:9 unterlag, lief das Abschlussspiel ganz nach dem Geschmack der Hanseaten. In ausgeglichenen Satzverläufen hatte der selbstbewusst aufspielende Crisan immer die entscheidenden Ballwechseln auf seiner Seite und vollendete so mit 3:1 zum nächsten grün-weißen Liga-Erfolg.
Obwohl die Liga-Bilanz mit 6:8 Punkten noch negativ ist, hat das Team von Cristian Tamas nun wieder den Anschluss an das Mittelfeld geschafft. Am kommenden Sonntag um 15 Uhr trifft man in heimischer Halle auf den Tabellennachbarn SV Plüderhausen, mit einem weiteren Erfolg könnte der verpatzte Liga-Start endgültig der Vergangenheit angehören.
Florian Schwarz
TG 1837 Hanau - SV Werder Bremen 2:3
Yang Li - Adrian Crisan 1:3 (8:11,9:11,11:5,5:11)
Steffen Mengel - Jens Lundqvist 3:2 (11:9,6:11,11:7,4:11,11:3)
Ruwen Filus - Kamal Achanta 0:3 (7:11,4:11,8:11)
Li Yang - Jens Lundqvist 3:1(11:8,11:2,10:12,11:8)
Steffen Mengel - Adrian Crisan 1:3 (7:11,9:11,11:9,8:11)