Die Freundschaft der beiden zukünftigen Teamkollegen dürfte einige Stunden ruhen, denn Adrian Crisan und Chih-Yuan Chuang werden heute im direkten Vergleich um den Einzug in das olympische Halbfinale spielen. Möglich wurde dies vor allem durch die starke Vorstellung Crisans, der die Olympia-Hoffnungen des an Position drei gesetzten Timo Boll mit einem verdienten 4:1 beendete. "Für mich ist alles perfekt gelaufen, auch bei engen Spielständen hatte ich das nötige Glück", analysierte Werders Rumäne die erfolgreiche Partie gegen seinen deutschen Kontrahenten. Dass es jedoch weit mehr als Glück war, konstatierte ein sichtlich geknickter Boll anschließend in gewohnt fairer Manier. "Mir fehlen die Worte, auch weil mein Gegner so stark gespielt hat. Ich hatte mit meinem eigenen Aufschlag Probleme, dadurch bin ich dann auch total verkrampft." Auch Crisan erkannte, dass „Timo nervöser war als ich und nicht sein bestes Tischtennis gespielt hat. Anders als sonst habe ich bei seinen Aufschlägen besser aufgepasst und direkt angegriffen."
Neben den aggressiven Returns war die Rückhand des Werderaners ein weiterer Erfolgsfaktor. Crisan erlangte mit zunehmender Dauer auch hier Sicherheit und holte sich die entscheidenden Punkte. Mit Selbstvertrauen überstand Crisan schwierige Momente, als er zum Beispiel im dritten Satz nach 9:4-Führung noch das 9:9 hinnehmen musste. "Adrian hat Nervenstärke gezeigt und sein Spiel sehr gut variiert. Taktisch hat er genau die richtigen Mittel gefunden, in dem er Timo die Bälle immer wieder in die Rückhand gelegt hat", freut sich auch Werders Team-Manager Sascha Greber über den Erfolg seines Spielers.