Erst vor zwei Wochen standen sich die Profi Mannschaften gegenüber, nun kommt es zum Aufeinandertreffen der Nachwuchsteams. Am kommenden Samstag, 03.03.2007, tritt Werders U 23 auf der Wolfgang-Meyer-Sportanlage zum Nordderby beim Hamburger SV an (14 Uhr). Groß umstellen muss sich Werder nach dem Spiel gegen Leverkusen auf den kommenden Gegner nicht, denn mit dem HSV steht ihnen ein ebenso technisch starkes Team gegenüber. "Wie gegen Leverkusen werden wir auch gegen den HSV nicht nur auf spielerische Weise bestehen können. Alles, was ich gegen Bayer gefordert habe, müssen wir auch am Samstag an den Tag legen", so Werder-Coach Thomas Wolter. "Das einzige, was sich für uns geändert hat, ist, dass wir nach unserem Sieg mit etwas mehr Ruhe diese Aufgabe angehen können."

Doch auch wenn sich vom spielerischen Potenzial alle Nachwuchsteams in einer gewissen Weise ähneln, bestehen große Unterschiede zwischen dem letzten und dem kommenden Gegner. Während die Leverkusener mitten im Abstiegskampf stecken, erleben die Hamburger einen wahren Höhenflug. Der HSV erwischte einen Traumstart nach der Winterpause und gewann alle seine drei Spiele. Zum Auftakt gab es einen 3:0-Auftaktsieg beim Aufstiegskandidaten Wuppertaler SV, dann folgte ein 2:0-Heimerfolg über Dortmund und am vergangenen Wochenende nahm man die Punkte aus Lübeck mit (4:1). Seit sieben Spielen ist die Mannschaft von Trainer Karsten Bäron nun ungeschlagen und liegt mit 39 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz.
Die Hamburger setzen in letzter Zeit jedoch auch verstärkt auf die Unterstützung der Profi-Abteilung. So liefen in den vergangenen drei Spielen unter anderem Guy Demel, Benny Feilhaber, Piotr Trochowski, Raphael Wicky und Danijel Ljuboja in der Regionalliga für den HSV auf. Zu den auffälligsten Akteuren zählen bei den Gastgebern Massiomo Cannizzaro und Rouwen Hennings. Cannizzaro, der vor der Saison von Kickers Emden zu Hamburg wechselte, führt mit zwölf Treffern die Torschützenliste der Regionalliga an. Hennings zählt zu den hoffnungsvollsten Talenten in Deutschland, traf in dieser Saison beachtliche acht Mal und gab vor kurzem sein Debüt in der U 21-Nationalmannschaft.

Werders Bilanz in Hamburg kann sich sehen lassen. In zehn Spielen verließen sechs Mal die Bremer den Rasen als Sieger, vier Mal der HSV, ein Unentschieden gab es in Hamburg noch nie zwischen den beiden Teams. An den letzten Auftritt auf der Wolfgang-Meyer-Sportanalge blickt Werder dagegen ungern zurück. Mit 0:2 verloren die Grün-Weißen, Sandro Stallbaum erzielte ein Eigentor und Sebastian Schachten sah die Rote Karte. Das Hinspiel in dieser Saison fiel dafür umso besser aus. Werder siegte durch die Tore von Frank Löning, Thiago Rockenbach da Silva und Jérôme Polenz mit 3:1.
Ob Jérôme Polenz am Samstag in Hamburg auflaufen kann, bleibt abzuwarten. Der 20-Jährige zog sich am Mittwochnachmittag beim Spiel gegen Leverkusen eine Sprunggelenksverletzung zu. Definitiv ausfallen werden weiterhin Martin Harnik (Mittelfußbruch) und Thomas Johrden (Fußverletzung).
von Norman Ibenthal
