Nach dem gelungenen Start im Europacup musste unser Team zwei empfindliche Niederlagen gegen europäische Spitzenmannschaften aus Russland und Tschechien hinnehmen. Aber mit einem deutlichen 5:1-Sieg gegen Oslo melden sich die Grün-Weißen zurück.
Nach dem gelungenen Start im Europacup musste unser Team zwei empfindliche Niederlagen gegen europäische Spitzenmannschaften aus Russland und Tschechien hinnehmen. Aber mit einem deutlichen 5:1-Sieg gegen Oslo melden sich die Grün-Weißen zurück.

In der dritten Runde mussten wir gegen das europäische Spitzenteam aus St. Petersburg antreten, angeführt vom siebenmaligen Russischen Meister Peter Svidler und an allen 6 Brettern mit einer internationalen Mischung von Top-Großmeistern aus Russland, Kuba, China und Israel besetzt.
Am Spitzenbrett hielt Matthias Blübaum seine Partie gegen den Weltklassemann Peter Svidler lange Zeit ausgeglichen und war dem Remis sehr nahe. Aber nach einigen beiderseitigen Ungenauigkeiten in der Zeitnotphase konnte sich der St. Petersburger Großmeister im Endspiel nach 5 Stunden doch noch durchsetzen. Sven Charmeteau spielte eine mutige Partie und hatte seinen russichen GM am Rand einer Niederlage, aber dieser entkam mit knapper Not und nutzte Svens Zeitnot um die Partie noch für sich zu entscheiden - eine äußerst unglückliche Niederlage für das Werderaner Team! Dagegen hatte der chinesische Großmeister Bu Xiangzhi gegen unseren jungen IM Thorben Koop frühzeitig leichte Vorteile herausgespielt, die er sicher verwertete.
Am 2. Brett zeigte sich unser holländischer GM Jan Werle glänzend vorbereitet und bekommt eine aussichtsreiche Stellung gegen den kubanischen Weltklassemann Dominguez Perez. Er knetet ihn stundenlang, aber der Kubaner ist zäh und kann das etwas schlechtere Endspiel halten. Eine Klasse-Leistung zeigen Vlastimil Babula und Spartak Grigorian. Vlastimil muss stundenlang eine starke Initiative von Vitiugov aushalten, aber auch seine aktive Verteidigung hält stand und am Ende hat er keine Probleme das Endspiel "Turm gegen Turm+Springer" zu remisieren.Spartak gerät aus der Eröffnung heraus in eine strategisch schwierige Stellung gegen Maxim Rodshtein - aber Spartak verteidigt sich unglaublich zäh und hält den geduldigen, stundenlangen Gewinnversuchen seines Gegners stand. Klasse!
Am Ende gewinnen die Favoriten verdient mit 4,5:1,5, aber Werder zeigt eine sehr ansprechende Mannschaftsleistung, es wäre sogar mehr drin gewesen!

Wer gehofft hatte, dass wir nach der Petersburger Prüfung jetzt einen leichteren Gegner bekommen würden, sah sich getäuscht. Mit der tschechischen Mannschaft aus Novy Bor wartete der Fünfte der Setzliste auf uns, praktisch genauso stark wie St. Petersburg und ebenfalls in internationaler Besetzung mit Großmeistern aus Indien, China, Lettland, Polen und Tschechien.
Wir mussten die Partie ersatzgeschwächt antreten, weil unser GM Vlastimil Babula pausieren wollte, für ihn rückte der Captain (und Berichterstatter) an Brett 6 ins Team.
Novi Bor tritt praktisch in Bestbesetzung gegen uns an, im ELO-Schnitt wieder über 2700. Der Kampf beginnt furios: Spartak Grigorian hat gegen den berühmten Letten Alexei Shirov eine super scharfe Eröffnung vorbereitet, beide kennen sich bestens aus und zaubern in Windeseile eine abenteuerliche Stellung aufs Brett. Spartak versucht Shirov aufs Glatteis zu führen, aber der rutscht nicht aus. Im Gegenteil, irgendwann ist Spartak unsicher und greift daneben. Der Weltklassemann gewinnt eine spannende Partie gegen unseren U-18-Jugendlichen.
Matthias Blübaum hat wieder Schwarz, diesmal gegen die Nr. 10 der Welt, den indischen GM Pentala Harikrishna. Wie schon am Vortag gegen Svidler beweist er erneut, dass er mit diesen Weltklassespielern mithalten kann. Matthias gleicht wieder scheinbar mühelos aus und hat sogar Chancen auf leichten Vorteil. Leider unterläuft ihm im Mittelspiel ein Fehler; Harikrishna bekommt Angriff und lässt sich diese Chance nicht entgehen. Sehr schade, die zweite vermeidbare Niederlage gegen zwei Weltklasseleute hintereinander, aber Matthias hat einmal mehr bewiesen, dass er mit diesen Top-GMs mithalten kann!
Jan Werle erzielt ein sicheres Remis gegen den Carlsen-Sekundanten Radoslaw Wojtaszek, Sven Charmetau steht mit Schwarz gegen den Chinesen Wang Hao immer etwas schlechter und verliert relativ chancenlos. Euer Berichterstatter verliert leider ziemlich chancenlos gegen den indischen GM Krishnan Sasikiran.
Die beste Partie aus unserer Sicht gelingt Thorben Koop, der gegen den tschechischen Spitzenspieler David Navara klaren Vorteil herausspielt und fast gewonnen hätte! Aber Navara holt das Beste aus der Stellung heraus und kann sich gerade so ins Remis retten. Natürlich ist Thorben über die vergebene Chance enttäuscht – aber ein Schwarzremis gegen Navara ist wirklich ein glänzendes Ergebnis.
Schade, dass wir nach unserem perfekten Start zweimal hintereinander verloren haben, aber immerhin gegen richtig gute Mannschaften.

Völlig unbeeindruckt von den beiden Niederlagen spielte Werder in der 5. Runde gegen die junge norwegische Mannschaft von Oslo Schakselkap groß auf.
Den Anfang machte Spartak Grigorian, der seinem Gegner keine Chance los und mit einem schnellen Sieg seine glänzende Form unterstrich. Am zweiten Brett ergriff Jan Werle gegen seinen bestens vorbereiteten Gegner mit einem interessanten Qualitätsopfer die Initiative und und gewann eine sehr schöne Angriffspartie. Etwas mehr Mühe hatte Sven Charmeteau, aber er fand in einer relativ ausgeglichenen Stellung eine hübsche Kombination, die seinen zeitnotgeplagten Gegner überraschte - dieser fand nicht die richtige Verteidigung und wurde bald darauf mattgesetzt. Auch Matthias Blübaum und Vlastimil Babula waren ihren Gegnern deutlich überlegen und gewannen ihre Partien sicher. Werder führte 5:0.
Die verbliebene Partie von Thorben Koop wurde von unangenehmen Begleitumständen überschattet. Sein Gegner verhielt sich nicht korrekt und störte Thorben immer wieder in seiner Konzentration. Unser Versuch, den Schiedsrichter zum Eingreifen zu bewegen und das Verhalten des gegnerischen Spielers abzustellen, blieb leider erfolglos. Sehr genervt verlor Thorben seine Partie - ein äußerst ärgerlicher Zwischenfall gegen eine ansonsten sehr faire norwegische Mnnschaft!
Heute geht es gegn das starke Team aus Timisoara, praktisch die rumänische Nationalmannschaft. In diesem Kampf auf Augenhöhe fällt eine Vorentscheidung, ob wir uns im vorderen Drittel der Tabelle festsetzen können oder noch etwas zurückfallen.
