In der zweiten Runde hatten wir mit dem KGRSL Gent (der "Koninklijke Gentse Schaakkring Ruy Lopez") schon einen deutlich stärkeren Gegner – ein knappes Match gegen den 28. der Setzliste war zu erwarten. Pikanterweise kam es am Spitzenbrett zu der Begegnung zweier Klubkameraden: Matthias Blübaum traf auf den französischen GM Romain Edouard, der in der Bundesliga für Werder antritt. Wie das? Da viele Profis in mehreren europäischen Ligen tätig sind, startet Romain im Europacup für seinen belgischen Verein und spielte daher nicht für, sondern gegen Werder. Es nutzte ihm nichts: obwohl er hervorragend vorbereitet war und Matthias in der Eröffnung mit einer Neuerung vor Probleme stellen konnte, war es schließlich genau diese Partie, die den Wettkampf zu unseren Gunsten entschied. Matthias verbrauchte zwar viel Zeit, aber reagierte sehr energisch auf die Neuerung des Franzosen und stellte ihn im weiteren Verlauf der Partie mit einem starken doppelten Bauernopfer vor große praktische Probleme. Er erhielt starken Angriff, behielt in einer dramatischen Zeitnotphase den Überblick und gewann eine großartige Partie!
Alle anderen Partien endeten remis – aber keineswegs friedlich. Bei Spartak Grigorian ging es drunter und drüber, erst stand er klar besser, dann sogar deutlich schlechter und als schließlich heftige Zeitnot aufkam, einigten sich die Kontrahenten auf eine Punkteteilung. An den Brettern 2-4 hatten Jan Werle, Vlastimil Babula und Thorben Koop aussichtsreiche Stellungen, aber es wollte gegen die starken Belgier einfach kein weiterer Sieg gelingen, so dass wir bis zum Schluss zittern mussten. Lange Zeit musste Sven Charmeteau eine etwas schlechtere Stellung verteidigen, aber auch er konnte durch aktives Gegenspiel das Gleichgewicht wahren, so dass nach 5 Stunden Spielzeit unser knapper, aber völlig verdienter Sieg feststand.
Durch den starken Start hat sich Werder zunächst in der Spitzengruppe etabliert und bekommt zur „Belohnung“ heute einen ganz dicken Brocken vorgesetzt: Am Nachmittag steht die Begegnung gegen „Mednyi Vsadnik“ auf dem Programm. Das russische Top-Team ist mit 6 Weltklasse-Großmeistern gespickt und einer der großen Favoriten auf die Europameisterschaft! Wie sich die Grün-Weißen gegen diese Übermannschaft schlagen, können alle Schachfans ab 15 Uhr live im Internet auf der Turnierseite verfolgen.