Knapp die Hälfte der Mannschaften stammte aus Deutschland, aber es waren auch sehr starke Profi-Teams aus aller Welt am Start. Allen voran die Mannschaften aus Russland, England, der Slowakei und Island, das – anders als die Fußballkollegen in Frankreich – mit 5 Großmeistern antrat und zum engsten Favoritenkreis gehörte.
Ebenfalls am Start war ein Team aus Bremen, das aus drei Werderanern (Reiner Franke, Lars Heinemann und Stephan Buchal) sowie Klaus Rust-Lux als Vertreter der Bremer Schachgesellschaft bestand und unter der Flagge „Werder/BSG Bremen“ antrat. Wir waren durchaus ambitioniert nach Radebeul gereist, hofften auf eine Platzierung im vorderen Drittel und einige Duelle mit den richtig starken Mannschaften.
Wir starteten gut ins Turnier: Einem knappen 2,5:1,5 Erfolg gegen eine Kombination aus Hannover und Berlin folgte ein glattes 4:0 gegen eine Auswahl aus Gera. Und schon wartete das erste Highlight auf uns, die deutsche Ü50-Nationalmannschaft! Wir schlugen uns gegen die Großmeister ganz beachtlich, konnten immerhin 2 Remis erzielen und verloren „nur“ 1:3. Nach einem 2:2 gegen die holländische Auswahl „Oranje 2“ lagen wir immer noch gut im Rennen, aber dann passierte das Malheur. Lars Heinemann musste aus dringenden familiären Gründen abreisen und das tapfere Bremer Team war fortan nur noch zu dritt, musste also in jedem Kampf einem 0:1-Rückstand hinterherlaufen. Das konnte nicht gut gehen und so gelang uns in den folgenden 5 Begegnungen nur noch ein klarer 3:1-Erfolg gegen Liechtenstein und zwei Punkteteilungen gegen Mannschaften aus Dresden und Österreich. Am Ende hatten wir 3 Siege, 3 Niederlagen und 3 Unentschieden auf dem Konto und belegten den 24. Platz von den 57 teilnehmenden Mannschaften in der Kategorie Ü50. Immerhin spielten die 3 verbliebenen Bremer ein gutes Turnier: Stephan Buchal blieb mit 7,5 Punkten aus 9 Partien genauso ungeschlagen wie Reiner Franke mit 6 aus 9. Und auch Klaus Rust-Lux verfehlte mit 4 aus 9 nur ganz knapp die 50%-Marke. Lars Heinemann steuerte bis zu seiner unglücklichen Abreise 2 Punkte aus 4 Partien bei.
Rückblickend hatten wir vor allem die Ehre und das Vergnügen, gegen den neuen Weltmeister, die deutsche Ü50-Nationalmannschaft anzutreten, die das Turnier denkbar knapp vor Armenien und England gewinnen konnte. Die top-gesetzten Isländer landeten nur auf Platz 8. Das parallel ausgetragene Ü65-Turnier gewann die russische Auswahl überzeugend.
Alles in allem eine sehr gelungene Veranstaltung – Berichte, Ergebnisse, Partien und Bilder gibt es auf der Turnierseite.