Tatsächlich spielte der Werderaner bei der Blitz-Weltmeisterschaft, die an zwei Tagen mit einer Bedenkzeit von drei Minuten pro Spieler und zwei Bonussekunden pro gespieltem Zug ausgetragen wurde, wesentlich stärker. Matthias gewann in den 21 gespielten Runden gegen nicht weniger als sieben Topgroßmeister. Markus Ragger (Österreich, Elo 2656), Maxim Dugly (USA, 2676), Anton Guijarro David (Spanien, 2651), Rinat Jumabayev (Kasachstan, 2652), Alexander Riazantsev (Russland, 2658), Predag Nikolic (Bosnien, 2606) und Benjamin Bok (Niederlande, 2635) mussten sich allesamt dem Bremer geschlagen geben. Vor der letzten Runde lag Matthias auf dem 60. Platz und war damit bester Deutscher. In der 21. und für das Schlussergebnis so wichtigen Runde musste er mit Schwarz gegen die indische Nummer 2 Pentala Harikrisna antreten. Es entstand eine dramatischen Begegnung, in der Matthias nach der Eröffnung einen Bauern mehr hatte, dann jedoch einen Trick übersah und mit drei Bauern gegen einen Läufer kämpfte. In einem Endspiel mit vier verbundenen Bauern und einem Turm gegen die gegnerische Dame hätte der Werderaner bequem Remis forcieren können. Doch er entschied sich auf Gewinn zu spielen und verlor noch extrem unglücklich. In der Schlusstabelle steht der Bremer mit 11 Punkten aus 21 Runden auf dem 81.Platz. Seine Rating-Performance von 2644 wird ihn 50 Blitzelopunkte hinzugewinnen lassen. Neuer Blitzschachweltmeister wurde in einem packenden Finale der Russe Alexander Grischuk vor Maxime Vachier-Lagrave und Vladimir Kramnik.
Matthias Krallmann