Werder gibt Tabellenführung ab

Bundesliga 10.-11.12.2011 Werders Top-Scorer Alexander Areshchenko (Ukraine)
Schach
Dienstag, 13.12.2011 / 20:00 Uhr

Die erwartete schwere Aufgabe  bekam der Deutsche Vizemeister Werder Bremen in der 6. Runde der Schachbundesliga mit dem Spitzenspiel gegen den SC Eppingen, das nach hartem, fast 7-stündigem Kampf, enttäuschend 4:4 endete. Der zweite Vergleich in Runde 7 mit dem Aufsteiger SV Hockenheim, nach wie vor ohne Exweltmeister Anatoly Karpov, ergab dagegen einen nie gefährdeten 5,5:2,5-Sieg. Nutznießer dieses Wochenendes ist Titelverteidiger Baden-Baden, der mit zwei Erfolgen wieder die Tabellenführung an sich gerissen hat und nun einen Punkt vor Werder, Solingen und Eppingen in die lange Winterpause bis zum 04./05. Februar geht.

Die erwartete schwere Aufgabe  bekam der Deutsche Vizemeister Werder Bremen in der 6. Runde der Schachbundesliga mit dem Spitzenspiel gegen den SC Eppingen, das nach hartem, fast 7-stündigem Kampf, enttäuschend 4:4 endete. Der zweite Vergleich in Runde 7 mit dem Aufsteiger SV Hockenheim, nach wie vor ohne Exweltmeister Anatoly Karpov, ergab dagegen einen nie gefährdeten 5,5:2,5-Sieg. Nutznießer dieses Wochenendes ist Titelverteidiger Baden-Baden, der mit zwei Erfolgen wieder die Tabellenführung an sich gerissen hat und nun einen Punkt vor Werder, Solingen und Eppingen in die lange Winterpause bis zum 04./05. Februar geht.

Zwar auf Augenhöhe verlief die Auseinandersetzung mit Eppingen, indes hatten die Baden-Württemberger zweifellos das glücklichere Ende für sich. Eine Schlüsselpartie war meines Erachtens die von Zbynek Hracek gegen Falko Bindrich, in der Werders Tscheche einen schön herausgespielten, kleinen Vorteil (19.Sxc6!) gleich durch mehrere, unerklärlich schwache Züge verdarb und dann völlig den Überblick verlor, unter dem Strich also einen halben Punkt glatt verschenkte. Wie sich später herausstellte, entging Hraceks Landsmann Vlastimil Babula am Ende seiner Partie gegen Robert Ruck in besserer Stellung eine feine Wendung, statt 35.La4? hätte 35.Sd4! zwingend gewonnen, z. B. 35...Sxb3 36.Sxb3 Txb5 37.a6 bzw. 35...Txd4 36.a6 Td8 37.Te8+, und der mächtige weiße a-Bauer verbürgt in jedem Fall den Sieg. Andererseits stand Tomi Nybäck gegen Evgeny Postny bei einem Minausbauern mit dem Rücken an der Wand, konnte sich aber mit einer soliden Verteidigung behaupten, wobei ein Gewinn für den Eppinger auch nie in Sichtweite war.

An den vorderen Brettern gab es ohnehin sehr spannende und gehaltvolle Kämpfe. Zahar Efimenko kam nicht gut mit seiner Grünfeld-Indischen Verteidigung aus den Startlöchern heraus, wurde bereits im 9. Zug von einer interessanten Neuerung (9.Sdb5!?) des ungarischen Großmeisters Ferenc Berkes überrascht, geriet bald in eine schwierige Lage, von der er sich trotz langer Gegenwehr nie mehr erholen konnte. Dagegen triumphierte Laurent Fressinet gegen einen zu optimistisch agierenden Viktor Bologan und Aufmerksamkeit erregte Alexander Areshchenko, der in einem lehrbuchreifen Turmendspiel (gegen Csaba Balogh) ein Zugzwang-Thema (aktiver/passiver Turm) glänzend demonstrierte. Werders Youngster Richard Rapport durfte bis zum 80.Zug Arik Braun in einem Leichtfiguren-Endspiel mit dem besseren Läufer kneten, biss aber bei dem ehemaligen Jugendweltmeister (U18) und Deutschen Meister von 2009 auf Granit.

Werder Bremen 4 : 4 SC Eppingen    
1 Efimenko 0 : 1 Berkes
2 Fressinet 1 : 0 Bologan
3 Areshchenko 1 : 0 Balogh
4 Roiz remis Gyimesi
5 Nybäck remis Postny
6 Hracek 0 :1 Bindrich
7 Rapport remis Braun
8 Babula remis Ruck

 

Auch diesmal benötigten die Bremer nahezu sieben Stunden, um den zähen, letztlich aber nur hinhaltenden Widerstand des Aufsteigers aus Hockenheim zu brechen. Der Sieg wäre noch höher ausgefallen, wenn Efimenko (gegen Buhmann) seine geduldig erarbeitete Gewinnstellung im Turmendspiel infolge Erschöpfung nicht verpatzt hätte (54.Kb8 statt Kd8?), so jedoch kam er nach der erforderlichen Pattverteidigung seines aufmerksamen Gegners nicht über die Punkteteilung hinaus. Efimenkos ukrainischer Landsmann Areshchenko hingegen ließ einmal mehr nichts anbrennen: Werders alter und neuer Topscorer fand die besseren Antworten nach einem zweischneidigen Bauernopfer seines Kontrahenten David Baramidze und konterte eiskalt; allerdings spielte ihm der grobe Fehler 28...De8?? (28...Da5!?) in die Hände. Leichtes Spiel hatte auch Babula gegen FM Alexander Postojev, der bei 24.b4?? schlicht ein Grundreihen-Mattmotiv übersah (24...axb4 25.Txb4 Sb3-+) und so Bauer und Partie einstellte.

Fressinet indes kam gegen Luka Lenic mit einem blauen Auge davon, weil der Slowene in der Zeitnotphase nicht auf der Höhe war, 38.Tc6! statt 38.g4? hätte vermutlich gewonnen. Schließlich verdient Richard Rapport eine lobende Erwähnung, der junge Ungar saß wieder am längsten am Brett, und kurz vor Ablauf der Gesamtspieldauer holte er seinen ersten vollen Punkt für Werder.

SV Hockenheim 2,5 : 5,5 Werder Bremen  
1 Buhmann remis Efimenko
2 Lenic remis Fressinet
3 Baramidze 0 : 1 Areshchenko
4 Miroshnichenk remis Roiz
5 Neubauer remis Nybäck
6 Ribli remis Hracek
7 Gasthofer 0 : 1 Rapport
8 Postojev 0 : 1 Babula

Eine kleine Partienauswahl mit Analysen wird demnächst folgen.

C.D. Meyer

 

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