Mit der Landesliga macht man diverse staunenswerte Erfahrungen zu den Spielorten: Oesede spielt in einem rustikalen Heimatmuseum in einer Villa; SV „Turm" Osnabrück in einem markanten Element altertümlicher Stadtbefestigung - und Delmenhorst in einem modernen, hellen Gebäude inmitten asiatisch betonter Gartengestaltung.
Das gefiel dem (erstmals seit vielen Jahren aussetzenden) Teamcoach recht gut, hier erstmal den Umraum der schachlichen Auseinandersetzung zu erkunden.
(„Taktischer Hintergrund" meiner Spielpause war einfach: meine eigene Formschwäche - und dafür ein sicherer Punkt durch Harald an Brett 8...)
Eine Rundschau um 12 Uhr ergab überwiegend ausgeglichen erscheinende Bretter; Detlef hingegen hatte bereits früh ein Bauernplus erwirtschaftet, bei Semjon stand ein schwerblütiger Sizilianer mit heterogenen Rochaden zur Debatte.
Um 13 Uhr waren schon greifbare Einschätzungen zu geben: Detlef besass inzwischen Qualitätsvorteil (eine Viertelstunde drauf gab der Gegner - endlich - zum 0:1 auf), dafür tickerte Harald ohne Stellungsvorteile in drohende Zeitnot hinein. Carsten und Lothar standen mit Minusbauern da; bei Hajo, Fred und Sascha war die Bemerkung „mit Initiative" gleichermassen angebracht. Semjon hatte mit einem d6-d5-Bauernopfer seine Partie einer Verschärfung zugetrieben, wie diese sehenswerte Partie ausgehen würde, konnte ich nicht erahnen.
Der Pulverdampf der Zeitnot verzog sich gegen 14 Uhr, Harald hatte (heute wie ein Schatten seiner selbst spielend) im 35. Zug die Zeit überschritten ... (1:1); trotz fantasievollen Spiels musste auch Semjon nach Endspiellapsus im 45. elementar die Waffen strecken (1:2). Bei Hajo schien eine Zugwiederholung Thema zu werden (wenig später besiegelt zum 1,5:2,5). Lothar und Fred hatten sich aussichtsreiche Positionen erarbeitet. Carsten und inzwischen auch Sascha mussten sich arg strecken...
Fred schoß dann mit einer soliden Leistung den Ausgleichstreffer zum 2,5:2,5 (siehe Partie des Tages).
Lothar verpasste leider seine Chance, den Gegner am Königsflügel hart zu attackieren und wurde letztlich besiegt. Sascha musste auch der Routine des Ex-Landesturnierleiters Tribut zollen, während schon zuvor Carsten aufgeben musste (5,5:2,5).
So ging ein zwischenzeitlich sehr günstig stehender Mannschaftskampf unglücklich deutlich verloren.
Für die Finalrunde ist nun ein Sieg gegen Oldenburg Pflicht.
Gerald Jung
Die Ergebnisse im Einzelnen:
Delmenhorster SK 2 5½ : 2½ SV Werder Bremen 3
Sturm, Tobias (1947) 0 : 1 Schötzig, Detlef (2145)
Steingräber, Kai-Uwe (1994) 1 : 0 Bart, Simon (1942)
Winnemöller, Bernd (1948) ½ : ½ Gscheidmeyer, Hans-J.(2085)
Meyer, Thorsten (1881) 1 : 0 Wemßen, Lothar (1941)
Boese, Tim (1908) 1 : 0 Pollmann, Sascha (1966)
Stürken, Andree (1888) 0 : 1 Just, Fred (2052)
Bendermann, Lew (1890) 1 : 0 Ballandis, Carsten (1856)
Wahrenberg, Ralf (1757) 1 : 0 Ambelang, Harald (2044)
Die Partie des Tages:
(6) Stürken - Just [D11]
DEL-W3_20.3.2011 LLnord, 20.03.2011
[Jung]
1.d2-d4 d7-d5 2.Sg1-f3 Sg8-f6 3.g2-g3 Lc8-f5 4.Lf1-g2 e7-e6 5.0-0 Lf8-e7 6.c2-c4 c7-c6 7.Sb1-c3 0-0 8.Dd1-b3 Dd8-b6 9.Tf1-e1 [9.c4-c5 Db6xb3 10.a2xb3 Sb8-d7 11.b3-b4 a7-a6 12.Lc1-f4 h7-h6 13.Sf3-d2 g7-g5 14.Lf4-c7 Ta8-c8 15.Lc7-a5 e6-e5 16.d4xe5 Sd7xe5 17.e2-e4 d5xe4 18.Sc3xe4 Sf6xe4 19.Lg2xe4 Lf5xe4 20.Sd2xe4 f7-f5 21.Se4-d6 Le7xd6 22.c5xd6 Se5-d7 23.La5-c7 Tc8-e8 24.Tf1-e1 Kg8-f7 25.Kg1-f1 Te8xe1+ 26.Kf1xe1 Sd7-f6 27.Ke1-d2 Kf7-e6 28.Ta1-e1+ Sf6-e4+ 29.Kd2-d3 Ke6-d7 30.f2-f3 Se4xd6 31.Lc7xd6 Kd7xd6 32.f3-f4 g5xf4 33.g3xf4 Tf8-g8 34.Te1-e5 Tg8-g2 35.Kd3-c3 Tg2xh2 36.Te5xf5 Kd6-e6 37.Tf5-f8 Th2-h5 38.Tf8-h8 Ke6-d5 39.f4-f5 Th5-h3+ 40.Kc3-c2 Kd5-c4 41.f5-f6 Th3-f3 42.Th8xh6 Kc4xb4 43.Kc2-d2 Kb4-c4 44.Kd2-e2 Tf3-f5 45.Ke2-e3 Kc4-d5 46.Th6-h7 b7-b5 47.Th7-d7+ Kd5-e6 48.Td7-a7 Ke6xf6 49.Ta7xa6 Tf5-c5 50.Ke3-d3 Kf6-e5 51.Ta6-a7 Ke5-d6 52.Ta7-h7 Tc5-c4 53.Th7-h5 Tc4-c1 54.Kd3-d2 Tc1-c5 55.Th5-h4 Tc5-f5 56.Kd2-c3 c6-c5 57.b2-b3 Tf5-f3+ 58.Kc3-c2 Kd6-e5 59.Th4-h8 Tf3-f2+ 60.Kc2-d3 b5-b4 61.Th8-h5+ Ke5-d6 62.Kd3-c4 Tf2-c2+ 63.Kc4-b5 Tc2-c3 64.Th5-g5 Tc3xb3 65.Tg5xc5 Tb3-c3 66.Tc5-c4 1/2-1/2 Espig,L (2450)-Knaak,R (2505)/Glauchau 1987/EXT 2003] 9...Sb8-d7 10.c4-c5 Db6xb3 11.a2xb3 Tf8-e8 12.b3-b4 a7-a6 13.h2-h3 h7-h6 14.g3-g4 Lf5-h7 15.Lc1-f4 Sf6-e4 16.h3-h4 g7-g5 17.h4xg5 h6xg5 18.Lf4-e3 f7-f6 19.Sf3-d2 Se4xd2 20.Le3xd2 Ta8-d8 21.e2-e3 Kg8-g7 22.Sc3-e2 Weiss ist bemüht, alles vom Brett zu tauschen. Fred stellt einen strukturellen Vorteil her und setzt diesen in feiner Weise um ! 22...f6-f5 23.g4xf5 e6xf5 24.Se2-g3 Sd7-f6 25.Lg2-h3 Sf6-e4 26.Sg3xe4 d5xe4 27.Ld2-c3 Le7-f6 28.Lh3-g2 Lh7-g8 29.f2-f3 Lg8-d5 30.Kg1-f2 Kg7-g6 31.Te1-h1 e4xf3 32.Lg2xf3 g5-g4 33.Lf3xd5 Td8xd5 34.Ta1-d1 Td5-d7 35.Lc3-d2 Td7-h7 36.Th1xh7 Kg6xh7 37.Kf2-g3 Kh7-g6 38.Td1-h1 Lf6-g5 39.Th1-e1?! [39.Kg3-f2] 39...Te8-h8-+ 40.Kg3-g2 Th8-h3 41.Ld2-c1 Th3-f3 42.Lc1-d2 Kg6-f6 43.Ld2-c1 Kf6-e6 44.Lc1-d2 [44.e3-e4 Lg5xc1 45.e4xf5+ Ke6xf5 46.Te1xc1 Tf3-b3-+] 44...Lg5-h4 0-1