Bei seinem Debüt auf internationaler Bühne sprintete der Werder Athlet Said Gilani im Trikot der Nationalmannschaft Afghanistans zu einer neuen Bestzeit über 400 Meter.
Bei seinem Debüt auf internationaler Bühne sprintete der Werder Athlet Said Gilani im Trikot der Nationalmannschaft Afghanistans zu einer neuen Bestzeit über 400 Meter.
„Es war eine aufregende Reise“, so Said Gilani nach seiner Rückkehr. Der Sprinter aus der Trainingsgruppe von Andriy Wornart trat Ende vergangener Woche erstmals für das Nationalteam Afghanistans bei den "22nd Fajr International Indoor Athletics Championships" an.
Nach einem 6-stündigen Flug, der aufgrund eines Streiks in Hamburg erst einen Tag später stattfinden konnte, traf Gilani rechtzeitig am Wettkampfort ein und war sofort beeindruckt: „Das Stadion hatte 7 Bahnen, solche Dimensionen kannte ich von unseren bisherigen Hallenwettkämpfen nicht.“ Die Euphorie wurde jedoch ein wenig gebremst als die Bahnverteilung für seinen 400 Meter Lauf herauskam. Der hochgewachsene Sprinter bekam die ungünstige Innenbahn 1 zugeteilt: „Da hab ich mich schon kurz geärgert, denn der Radius der Innenbahn kommt mir alles andere als entgegen. Es blieb mir aber nichts anderes übrig als die Situation sportlich anzunehmen und genau das wollte ich dann auch tun.“
Dementsprechend engagiert ging Gilani als jüngster Teilnehmer im Männerbereich als einer von 21 Athleten an den Start. „Ich kam recht gut ins Rennen, bin in der Kurve dann aber leider zwei Mal ganz leicht mit dem Fuß umgeknickt, so dass ich das Tempo etwas rausnehmen musste“, so Gilani. „Auf den Geraden hatte ich dafür immer noch Kraft und konnte attackieren.“ Dies gelang dem Jugendlichen, der auch im Nationalteam Afghanistans nicht auf seine heimische grüne Trikotfarbe verzichten musste, ganz ausgezeichnet. Auf der Zielgeraden überholte er noch zwei seiner direkten Konkurrenten und überquerte die Ziellinie nach 51,58 sec. Damit reihte sich Gilani in der Gesamtwertung auf Rang 9 ein und verbesserte gleichzeitig seine persönliche Bestzeit deutlich.
Für den Sommer hat er sich nun bereits neue Ziele gesteckt: „Draußen läuft alles noch ein bisschen anders ab. Ich bin sicher, dass dort eine 50 vor dem Komma stehen wird. Und vielleicht bleibt das unglaublich spannende Abenteuer Nationalmannschaft für mich dann keine einmalige Angelegenheit, sondern etwas Dauerhaftes. Mir hat der Wettkampf in Teheran auf jeden Fall sehr viele Kontakte und Erfahrungen eingebracht, das motiviert mich zusätzlich für das weitere Training hier in Bremen.“
Olaf Kelterborn
