Bei ihrem Weltmeisterschaftsdebüt sprang Stina Seidler mit 3,95m auf den sechsten Rang. Nur wenige Stunden später sprintete Fabian Netzlaff bei der U20-EM auf Platz 5.
Bei ihrem Weltmeisterschaftsdebüt sprang Stina Seidler mit 3,95m auf den sechsten Rang. Nur wenige Stunden später sprintete Fabian Netzlaff bei der U20-EM auf Platz 5.
Grandioser Erfolg für Werders Stabhochspringerin Stina Seidler. Bei ihrem Weltmeisterschaftsdebüt in Cali (Kolumbien) übersprang sie 3,95m und belegte damit einen tollen sechsten Rang. Nur wenige Stunden später sprintete Fabian Netzlaff bei der U20-EM mit der 4x100m Staffel Deutschlands auf Platz 5.
Das Finale der weltbesten U18 Stabhochspringerinnen war erst wenige Minuten alt, als Stina Seidler ihre persönliche Gefühlwelt wie folgt beschrieb: „Der Wettkampf war einfach der Wahnsinn. Die gesamte Tribüne der Stabhochsprung-Kurve war bis auf den letzten Platz gefüllt und sobald ein gültiger Sprung gezeigt wurde ist die ganze Kurve aufgesprungen und hat einen lautstark gefeiert. Das war unglaublich motivierend und hat mich extrem fasziniert.“
Diese besonderen Eindrücke blockierten die Nachwuchsathletin und Bremer Landesrekordlerin jedoch keinesfalls in ihrer Wettkampfkonzentration. Im Gegenteil, nach durchwachsenen Probeversuchen überquerte sie auf Anhieb ihre Einstiegshöhe von 3,70m und meisterte auch die nächste Höhe von 3,85m im ersten Durchgang. Vor den 3,95m „wechselte ich dann auf einen härteren Stab, womit ich nicht direkt zurecht kam“ so Seidler. Den ersten Versuch lief durch und auch der zweite Versuch ging schief. Der dritte Durchgang passte jedoch in jeder Hinsicht, so dass die Werderanerin deutlich über die Latte flog.
Als nächstes standen 4,05m auf der Anzeigetafel. Und auch diese Höhe war drin, wie es Seidler später beschrieb: „Bei meinen Versuchen über 4.05m war ich bei jedem Sprung drüber. Bei den ersten zwei Versuchen passte jedoch die Ständereinstellung nicht so gut, so dass ich von oben auf die Latte gefallen bin. Dann haben wir die Ständer 5cm weiter nach vorne geholt, was anscheinend für den dritten Durchgang nicht die richtige Entscheidung war, denn hier war der Ständer leider zu nah dran und ich hab die Latte noch während des Aufrollens vom Aufleger gerissen.“
Der Freude über Platz 6 taten diese Fehlversuche jedoch keinen Abbruch, denn „ alles in allem war das der Wettkampf meines Lebens und ich bin mehr als zufrieden mit meinem 6. Platz auch wenn ich weiß, dass definitiv noch mehr drin gewesen wäre“, so die glücklich strahlende Stabhochspringerin.
Wenige Stunden nach diesem tollen Erfolg kam die nächste frohe Kunde aus Schweden, denn Sprinter Fabian Netzlaff erreichte mit der deutschen 4x100m Staffel in 40,68 sec Rang 5 bei der U20 Europameisterschaft in Eskilstuna. Nach souveräner Qualifikation riskierte das deutsche Staffelquartett, bei dem der Bremer Top-Athlet auf Position 3 eingesetzt wurde, im Finale alles und wurde dafür leider nicht mit der insgeheim erhofften EM-Medaille belohnt. „Dafür waren heute zwei der drei Wechsel nicht gut genug“, so Netzlaff nach dem Rennen. Für ihn ist diese Top-5 Platzierung dennoch das beste internationale Ergebnis seiner Karriere und ein riesiger Erfolg. „Klar träumt man immer davon auch mal auf dem Treppchen zu stehen, zumal unsere Qualifikationszeit aus Pliezhausen heute für Silber gereicht hätte, aber uns ist auch allen klar, dass jedes Rennen anders ist und die anderen Nationen ebenfalls unglaublich starke Staffelteams haben. Deswegen bin ich mit dem fünften Rang sehr zufrieden und freue mich schon jetzt auf die zukünftigen Einsätze im Nationalteam, denn diese EM hat mir noch mal einen weiteren riesigen Motivationskick gegeben“, so Netzlaff.
Weniger Glück hatten die Stabhochspringer Philip Kass (in Cali) und Maximilian Knief (in Eskilstuna). Beide Stabartisten scheiterten in ihren Qualifikationswettbewerben und schieden jeweils bei ihrer Einstiegshöhe ohne gültigen Versuch aus. Dennoch werden auch sie ihre internationale Erfahrung als wichtiges Erlebnis mitgenommen haben und gestärkt nach Bremen zurückkehren.
Der fünfte internationale Starter, Tobias Tedsen, der als 4x400m Ersatzläufer mit nach Schweden gereist war, sammelte wertvolle Erfahrungen im Nationalteam und erlebte zudem von der Tribüne aus mit wie seine Mannschaftskollegen die Bronzemedaille gewannen, die auch Tobias bei der Siegerehrung verliehen wurde.
Olaf Kelterborn
