Mit 9:3 Punkten haben sich die Handballerinnen des SV Werder nach den ersten sechs Partien auf Platz vier der 3. Liga Nord gespielt.
Mit 9:3 Punkten haben sich die Handballerinnen des SV Werder nach den ersten sechs Partien auf Platz vier der 3. Liga Nord gespielt.
Nun erwarten die Grün-Weißen am Samstag, 03.11.2012, um 18.00 Uhr zum Spitzenduell den Tabellenzweiten SV Germania Fritzlar. Trainer Radek Lewicki im Interview.
WERDER MAGAZIN: Wie beurteilen Sie die bisherigen Leistungen Ihrer Mannschaft?
RADEK LEWICKI: Beim 20:26 gegen Oldenburg 2 haben wir schwach gespielt und verdient verloren. Das 25:25 in Halle war sicher ein eher unnötiger Punktverlust. Aber die Mannschaft hat sich bisher insgesamt so präsentiert, dass ich sehr zuversichtlich für die kommenden Wochen bin. Die Spielerinnen haben verinnerlicht, dass wir mit Tempohandball zum Erfolg kommen wollen, und wissen, dass dabei Fehler passieren können. Doch wir spielen lieber schnell, attraktiv und mit Risiko und machen zum Beispiel aus zehn Angriffen sieben Tore, anstatt in derselben Zeit bei fünf Angriffen zwar eine geringere Fehlerquote zu haben, aber nur vier Tore zu erzielen.
Womit waren Sie bisher noch nicht zufrieden?
Mit der Verwertung unserer klaren Torchancen. Wir müssen noch variabler im Torwurf werden, besser auf die Reaktion der gegnerischen Torhüterinnen und auf die eigene Wurftechnik achten.
Was erwarten Sie vom Spitzenspiel gegen Fritzlar?
Wir werden auf einen sehr starken Gegner treffen, der trotz zahlreicher neuer Spielerinnen schnell als Team zusammen gefunden hat und zu den Aufstiegsfavoriten gehört. Wenn wir dieses Top-Spiel gewinnen wollen, müssen alle Spielerinnen eine Top-Leistung abrufen. Wir wissen, dass wir dazu in der Lage sind. Denn wir haben einen ausgeglichenen Kader auf gutem Niveau. Und optimistisch macht mich, dass die Mannschaft bereit ist, in jedem Spiel riesigen Einsatzwillen zu zeigen. Wir werden auch gegen Fritzlar alles geben und versuchen, die 30-Tore-Marke zu erreichen. Wir hoffen, dass uns dabei viele Zuschauer unterstützen. Denn je besser die Stimmung auf der Tribüne und je voller die Halle ist, desto besser spielen wir Handball.
Ist die Mannschaft stark genug, um bis zum Ende der Saison vorne mitzuspielen?
Es kristallisieren sich derzeit mit Oldenburg 2, Oyten, Fritzlar und Minden die Favoriten heraus. Wir können mit dem Potenzial, das in unserer Mannschaft steckt, alle diese Teams schlagen und wollen möglichst lange zur Spitzengruppe gehören. Am Ende wird die Mannschaft ganz oben stehen, die sich die wenigsten Punktverluste gegen vermeintlich schwächere Mannschaften leistet. Und in den direkten Duellen wird die Tagesform entscheiden.
Seit zwei Spielzeiten gibt es die eingleisige zweite Bundesliga, die nicht unumstritten ist und weitaus größere Anforderungen an Spielerinnen und Verein stellt als die dritte Liga. Wäre ein möglicher Aufstieg überhaupt attraktiv?
Der SV Werder Bremen ist insgesamt so gut aufgestellt, dass wir einen Aufstieg durchaus wahrnehmen könnten. Außerdem haben die Spielerinnen und alle, die für die Mannschaft Verantwortung tragen, so viel Handball im Blut, dass wir nach dem maximalen Erfolg streben, uns immer verbessern wollen. Wir gehören zu den besten Mannschaften der dritten Liga und müssen uns Ziele stecken, die uns immer wieder motivieren. Die zweite Bundesliga muss daher unser mittelfristiges Ziel bleiben.
Sie haben in den 80er und 90er Jahren große Erfolge mit dem TuS Walle Bremen gefeiert, kamen danach zum SV Werder. Was bedeutet Ihnen dieser Verein?
Ich bin dem Verein sehr dankbar, dass ich nach der langjährigen Arbeit als Jugendtrainer das Vertrauen bekommen habe, nun seit einigen Jahren die Frauen-Mannschaft zu trainieren. Dass ich vor einiger Zeit die silberne Ehrennadel für zehnjährige Tätigkeit erhalten habe, war eine große Ehre für mich. Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, wird der SV Werder meine letzte Trainerstation sein. Und es würde mir viel bedeuten, auch danach meine langjährigen Erfahrungen im Sport für den Verein einzubringen.
Quelle: WERDER MAGAZIN Nr. 295
