Lewicki zieht positives Turnier-Fazit: "Gut präsentiert"

Marilena Niemann (hier im Spiel gegen Pogon Baltica Stettin) wurde ins Allstar-Team des Turniers gewählt.
Handball
Montag, 30.07.2012 / 13:25 Uhr

"Wir haben viele gute Ansätze, eine starke Physis und eine hervorragende Einstellung gezeigt. Unsere Gegner musste die Spiele ernst nehmen und guten Handball spielen, um gegen uns erfolgreich zu sein", freute sich Trainer Radek Lewicki über den gelungenen ersten Härtetest seines Teams, das erst seit etwas mehr als zwei Wochen wieder im Training ist und bisher hauptsächlich im konditionellen Bereich gearbeitet hatte. "Wir haben das Tempo in unserem Spiel fast die gesamte Zeit hochgehalten. Allerdings fehlte uns in den entscheidenden Phasen häufig die Cleverness, und wir haben den Gegnern mit leichten Ballverlusten einfache Tore ermöglicht."

Mit drei erwarteten Niederlagen im Gepäck kehrten die Drittliga-Handballerinnen des SV Werder Bremen vom ‚Baltica Handball Summer Cup' in Stettin zurück, zogen sich gegen die Gegner aus der ersten polnischen Liga aber durchweg achtbar aus der Affäre. Marilena Niemann wurde als beste Spielerin im rechten Rückraum in die Top-7-Auswahl des Turniers gewählt.

Nach gut sechsstündiger Anreise ging es für die Grün-Weißen direkt nach der Ankunft zunächst gegen Europapokal-Teilnehmer Politechnika Koszalin, einen Gegner, der "auch in der deutschen Bundesliga mindestens unter den ersten Acht landen würde", so Trainer Lewicki. Zwar ging die Partie letztlich deutlich mit 21:34 verloren, dennoch sammelten die Werderanerinnen Selbstvertrauen für die zweite Begegnung des Tages. Schließlich wartete am Abend noch Gastgeber Pogon Baltica Stettin. Vor allem im ersten Durchgang war dies ein Spiel auf Augenhöhe. 60 Sekunden vor dem Pausenpfiff hatte das polnische Team lediglich einen 15:14-Vorsprung herausgeworfen. "In der zweiten Hälfte fehlte uns dann etwas die Kraft nach dem anstrengenden Tag", hatte Lewicki Verständnis dafür, dass es am Ende nach zwischenzeitlichem 19:23 (45. Minute) noch eine 22:30-Niederlage gab.

Auch am Sonntagmorgen machte sich die hohe Belastung bemerkbar. Gegen KPR Jelenia Gora kam der SV Werder zunächst gar nicht ins Spiel und lieferte die schwächsten 30 Minuten des Wochenendes ab. "Nach dem 8:21 zur Pause haben wir beschlossen, alles auf Anfang zu stellen", verriet Lewicki. "Die Mannschaft hat daraufhin eine tolle Reaktion gezeigt, sich ins Spiel gekämpft und in der zweiten Halbzeit noch einmal alles gegeben." Am Ende stand es 24:34.

"Ein sehr positives Wochenende für uns", bilanzierte der Werder-Coach nach der Rückkehr am Sonntagabend. "Wir haben uns sehr ordentlich präsentiert, den SV Werder in Polen gut vertreten. Und wir haben wichtige Erkenntnisse für die Arbeit der nächsten Wochen bis zum Saisonbeginn gewonnen." Die ansprechenden Leistungen sind umso erstaunlicher, da Lewicki mit Anna Barnstorff, Katrin Friedrich, Nadja Wassrodt und Julia Behrens noch auf vier wichtige Spielerinnen verzichten musste. Für das Quartett waren Imke Nübel, Christina Tischer und Karina Zitnikov aus der zweiten Mannschaft mit nach Stettin gereist. "Sie waren eine große Hilfe und haben sich sehr gut ins Team integriert", lobte der Coach.

Den nachhaltigsten Eindruck hinterließ jedoch Marilena Niemann. Die Linkshänderin des SV Werder wurde von den Verantwortlichen des Ausrichters und der beteiligten Mannschaften auf der rechten Rückraumposition ins Allstar-Team des Turniers gewählt. "Eine verdiente Auszeichnung", befand Lewicki. "Sie hat in Angriff und Abwehr stark gespielt."

Die Ergebnisse im Überblick

SV Werder Bremen - Politechnika Koszalin 21:34 (12:19)
Beste Werder-Torschützinnen: Jennifer Börsen (6), Britta Neumann (4), Marilena Niemann (4)

SV Werder Bremen - SPR Pogon Baltica Stettin 22:30 (14:17)
Beste Werder-Torschützinnen: Marilena Niemann (8), Svenja Jänicke (5/2), Jennifer Börsen (4), Marie-Christin Kaiser (4)

SV Werder Bremen - KPR Jelenia Gora 24:34 (8:21)
Beste Werder-Torschützinnen: Katrin Schatzer (6/1), Jennifer Börsen (4), Marie-Christin Kaiser (4), Marilena Niemann (4)

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