Die Drittliga-Handballerinnen des SV Werder Bremen haben das Derby gegen den amtierenden Meister TV Oyten mit 29:28 (14:16) gewonnen.
Hoch motiviert waren die Gastgeberinnen in die Partie gegangen und hatten bis zur 14. Minute eine 8:5-Führung herausgeworfen. Dann jedoch wachte der TVO auf und drehte die Partie. Beim 8:9 nahm Werder-Trainer Radek Lewicki sein erstes Team-Time-Out, und das wirkte: Seine Mannschaft erzielte im Anschluss drei Treffer in Folge. Nach dem 12:12 gehörten die letzten fünf Minuten des ersten Durchgangs dann jedoch den Gästen, die schließlich mit einer 16:14-Führung in die Kabine gehen konnten.
Und die Oytenerinnen hielten zunächst diese Führung, lagen nach 35 Minuten mit 19:16 vorne. Allerdings: "Danach haben wir in 25 Minuten nur noch neun Gegentreffer zugelassen", rechnete Trainer Radek Lewicki nach der Partie vor. "Diese gute Defensivarbeit war der Grundstein für den Erfolg", so der Coach, der vor allem die starke Torhüterin Charlotte Schumacher und Julia Lupke, die auf der vorgezogenen Position vor der Abwehr gespielt hatte, lobte. Aus dem 16:19 wurde so ein 20:19. Und nach dem 21:20 durch Marilena Niemann ließen die Grün-Weißen in der Schlussviertelstunde keinen Ausgleich des Gegners mehr zu, lagen mehrfach sogar mit drei Treffern vorne. "Wir haben dann aber immer wieder zwei schnelle Gegentreffer kassiert und konnten uns daher nie noch weiter und beruhigender absetzen", monierte Lewicki.
Die letzten Minuten der Begegnung boten noch einmal Handball-Hochspannung pur: Nach einem Team-Time-Out des SV Werder beim Stand von 26:25 (55.) schafften Marilena Niemann und Julia Lupke mit zwei Toren innerhalb von 20 Sekunden das 28:25 (57.), doch Oyten verkürzte erneut auf 28:27 (58.). Es folgte Lupkes 29:27, eine Zeitstrafe für Werders Anna Barnstoff, der Oytener Anschlusstreffer, der Ballbesitz für die Gastgeberinnen. Und: "Im Gegensatz zu den vergangenen Partien gegen Oyten haben wir dieses Mal insgesamt in schwierigen Phasen und gerade im letzten Angriff einen kühlen Kopf bewahrt", freute sich Lewicki, dessen Spielerinnen in der Schlussminute nichts mehr anbrennen ließen.
Die Freude über den Erfolg war dementsprechend groß. "Wir haben die Derbys gegen Oyten zuletzt häufig unglücklich verloren, obwohl wir nicht immer die schlechtere Mannschaft waren. Deswegen war dieses Spiel zum großen Teil auch eine Kopfsache", erklärte der Werder-Coach. "Wir haben bewiesen, dass wir in unserer Entwicklung einen Schritt nach vorne gemacht haben, cleverer geworden sind. Diesen Schwung wollen wir mit in die nächsten Partien nehmen."
Und die werden richtig schwer. Denn am morgigen Samstag, 05.10.2013, steht bereits die nächste Aufgabe auf dem Programm. Die Grün-Weißen reisen zum Aufsteiger TSV Hahlen, der zwar derzeit mit 0:6 Zählern auf dem vorletzten Tabellenplatz steht, aber "uns die Punkte nicht freiwillig überlassen wird, sondern uns einen harten Kampf liefern wird", so Lewicki. Hahlen hat dabei ebenfalls nur 48 Stunden Zeit zur Regeneration. Das Team aus Minden verlor zeitgleich mit dem Werder-Spiel zu Hause gegen Mitaufsteiger HSG Badenstedt mit 29:32.
Für den SV Werder spielten gegen Oyten: Charlotte Schumacher, Meike Anschütz - Katrin Salkic (6), Julia Lupke (5), Marilena Niemann (5), Anna Barnstorff (4), Marie-Christin Kaiser (4), Jennifer Börsen (3), Katrin Friedrich (1), Nadja Wassrodt (1), Britta Neumann, Eileen Neumann (n. e.), Imke Nübel (n. e.), Sina Wassrodt (n. e.)