Die Aussichten dafür sind nicht schlecht. Zuletzt haben weitere Talente den Weg zu Werder gefunden. Merle Heidergott findet das gut, auch wenn sie mit ihren 22 Jahren beim Fußballspiel ‚Jung gegen Alt‘ zuletzt doch glatt im ‚Team Alt‘ gelandet war. „Da habe ich mich ganz schön erschrocken“, schmunzelt sie. „Aber es ist toll mit den jungen Spielerinnen. Sie bringen frischen Wind und sind für die älteren Ansporn, nicht nachzulassen und auch weiter dazuzulernen.“
Stichwort ‚Lernen‘: Seit einigen Monaten ist Merle Heidergott Auszubildende zur Groß- und Außenhandelskauffrau bei der Team Merch GmbH in Stuhr. Und diese Aufgabe macht ihr „sehr viel Spaß“. Ein kleines Team, sportaffine Kollegen. „Alles Mannschaftssportler, da hat man auch außerhalb der Arbeit immer ein Thema“, verrät sie. Besonders der Kontakt zu den Kunden gefalle ihr und mache die Aufgabe abwechslungsreich. Dass sie sich erfolgreich um diesen Ausbildungsplatz bewarb, verwundert nicht, wirbt das Unternehmen doch mit dem Slogan: ‚Merchandising mit Sprungkraft‘ ...
Wer sehen möchte, wie Merle Heidergott diese Sprungkraft Woche für Woche bei ihrem geliebten Handballsport unter Beweis stellt, dem sei der Besuch eines Heimspiels der Zweitliga-Mannschaft in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle ans Herz gelegt. Die nächste Möglichkeit dazu bietet das Duell mit dem Meisterschaftsfavoriten SV Union Halle-Neustadt am Samstag, 21. Oktober 2017, um 19.30 Uhr.
Merle Heidergott, von den Mitspielerinnen nur ‚Heidi‘ genannt, wird dann auf dem Spielfeld stehen, auch wenn der ungeübte Zuschauer meinen könnte, sie säße auf der Tribüne. Auch dort findet man einige (Fan-)Trikots mit dem Schriftzug ‚Heidergott‘. Denn die Unterstützung und die Begeisterung ihrer Familie sind nach wie vor riesengroß: Nicht nur ihre Eltern reisen jedes Mal aus der ostfriesischen Heimat an, auch drei ihrer insgesamt vier Geschwister – samt ‚Anhang‘ – sind immer mit dabei. „Nur meine Schwester, die in Köln wohnt, kann nicht so oft bei den Spielen sein“, bedauert die Werder-Spielerin.
Wer die Heidergotts kennt, der ahnt, dass es zu dieser Familienzusammenführung auch bei noch größerer Entfernung und damit beschwerlicherer Anreise kommen würde. „Aber ich bin schon sehr glücklich, dass ich Handball auf hohem Niveau so nahe bei meiner Familie spielen kann“, gesteht Merle Heidergott. Ein Vereinswechsel sei zwar nicht ausgeschlossen, aber „es müsste sehr überzeugende Argumente dafür geben“. Und: „Ich denke nicht daran, was vielleicht noch kommen kann. Ich möchte verletzungsfrei bleiben und mit der Mannschaft eine erfolgreiche Saison spielen.“