„Ich bin glücklich über diese zwei Jahre“

Interview mit Patrice Giron
Zwei Jahre lang Stand Patrice Giron an der Seitenlinie beim SV Werder (Foto: Hansepixx)
Interview
Montag, 22.05.2017 / 07:57 Uhr

Das Interview führte Denis Geger

Zwei Jahre lange trainierte Patrice Giron, die Werder Mädels in der 2. Bundesliga. Zwei Mal führte er die Mannschaft zum Klassenerhalt. Es waren zwei Jahre in denen Giron vieles hinten angestellt hat, denn der Trainer lebt Handball, 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche. Vor seinem letzten Spiel an der Seitenlinie gegen den SV Union Halle-Neustadt, zog er sein Fazit zu der intensiven Zeit. 

WERDER.DE: Patrice, die aktuelle Saison hatte Höhen und Tiefen. Hast du diesen Verlauf so erwartet?

Patrice Giron: Es war uns allen klar, dass das zweite Jahr nicht einfach wird. Aber man hat auch gesehen, dass insgesamt viel Bewegung in der Liga war. Herrenberg war im vergangenen Jahr Dritter und hat diese Saison gegen den Abstieg gekämpft. Wir wussten, dass viel Arbeit auf uns zukommt, haben aber bewusst dieser Mannschaft das Vertrauen ausgesprochen. Wir sind mit wenigen Veränderungen in das zweite Jahr gegangen und haben wieder die Werder-Philosophie verfolgt und auf Spielerinnen aus der Region gesetzt. Ich muss allen ein Kompliment aussprechen: Jede Spielerin hat sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt. Und wir haben unser Bestes gegeben, um erneut in der Liga zu bleiben.

WERDER.DE: Wie beurteilst du die Entwicklung der Mannschaft?

Patrice Giron: Wenn wir den Klassenerhalt schaffen, ist das wieder ein Erfolg. Die Mannschaft hatte sich im Aufstiegsjahr neu zusammengefunden. Nun hat sie sich wieder durch eine schwierige Saison gekämpft. Ich habe einen riesigen Respekt vor den Spielerinnen, die wieder diese intensiven Anforderungen des Sports mit Beruf oder Studium unter einen Hut gebracht haben. Nahezu jede freie Minute wurde dem Handball geopfert

Giron ist ein akribischer Arbeiter (Foto:Hansepixx)

WERDER.DE: Mit welchem Gefühl verlässt du die Mannschaft nach zwei Jahren?

Patrice Giron: Es fällt mir schwer. Ich habe vorher ja auch schon andere Mannschaften trainiert und will keine Vergleiche ziehen. Aber wahrscheinlich ist es immer so, dass die aktuelle Mannschaft, die man trainiert, einfach die tollste und beste ist (lacht). Wir sind zwei Jahre lang gemeinsam durch dick und dünn gegangen, haben tolle Charaktere in der Mannschaft. Die Spielerinnen sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich bin glücklich, dass ich diese zwei Jahre erleben durfte, sie haben mir sehr viel Spaß gemacht. Ich freue mich aber auch für die Mannschaft, wenn sie jetzt mit einem neuen Trainer den nächsten Schritt machen kann und es nochmal neue Impulse gibt. Und ich werde das Team sicher nicht ganz aus den Augen verlieren…

WERDER.DE: Welches waren die größten Probleme, vor die dich die Mannschaft gestellt hat?

Patrice Giron: Zu Beginn mussten wir uns natürlich erstmal kennenlernen. Und in den zwei Jahren gab es auch mal Reibereien. Aber die Arbeit war immer konstruktiv und zielführend. Ich konnte mich immer darauf verlassen, dass am Montag wieder alle in der Halle standen, auf die nächste Trainingseinheit gewartet und diese auch komplett durchgezogen haben – egal, ob das Spiel am Wochenende davor erfolgreich war oder nicht.

WERDER.DE: Gibt es einen Moment, an den du dich besonders gern erinnerst?

Patrice Giron: Eigentlich sind es ganz viele, zum Beispiel der deutliche Heimsieg gegen den späteren Meister und Aufsteiger Neckarsulm vergangene Saison. In dieser Saison sicher der ‚Last-Minute-Sieg‘ in Haunstetten mit der anschließenden Fahrt ins Gasteinertal auf Einladung von Anne und Lutz Detring. Ich werde aber auch die Momente in Erinnerung behalten, in denen wir mit der Mannschaft in der Kabine gesessen haben und gar nicht wussten, was gerade passiert ist und warum wir ein schlechtes Spiel gemacht haben.

WERDER.DE: Wirst du dem Werder-Handball in anderer Funktion erhalten bleiben?

Patrice Giron: Der Fokus lag in den vergangenen Wochen nur auf dem Kampf um den Klassenerhalt. Wir haben aber besprochen, dass wir uns nach der Saison zusammensetzen und über mögliche Optionen reden.

WERDER.DE: Was wirst du zukünftig mit der zusätzlichen Freizeit machen?

Patrice Giron: Soviel mehr Freizeit habe ich zunächst gar nicht (lacht). Beruflich bin ich die nächsten Monate sehr eingespannt, da ist keine Besserung in Sicht. Natürlich sind meine Familie und ich froh, dass der Druck etwas weniger wird. Aber auch meine Familie hat ein lachendes und ein weinendes Auge. Wir alle haben uns bei Werder immer sehr wohl gefühlt. Die Kinder sind durch die Halle getobt, wir haben bei den Spielen viele Bekannte getroffen. Das wird uns sicher fehlen.

Was man sonst noch über Patrice Giron wissen sollte...

Patrice und seine Familie wurden nach dem letzten Saisonspiel gebührend verabschiedet (Foto: Hansepixx)

Aus der Mannschaft wurden noch einige Informationen herangetragen, die man unbedingt noch über den Trainer wissen sollte:

- Patrice gilt als schönster Trainer der Liga.

 - Der Trainer hat einen übermäßigen Proteinshakekonsum in Relation zur wirklichen Trainingszeit bei WerderSports

- Er ist auch der beste Skifahrer der Mannschaft, er meisterte als einziger die schwarze Piste im Gasteinertal und das im sitzen. - Kein Spiel ohne Kaffee, denn ohne Kaffee geht gar nichts beim Trainer.

- Patrice ist bekannt für seine Monologe, welchen einige Spielerinnen irgendwann nicht mehr folgen können.

- Auch bei der Presse ist er sehr redselig, allerdings immer mit dem Zusatz „Das kannst du so nicht schreiben, das ist nichts für deinen Artikel“

- Hingegen hat Patrice es nicht so mit Namen und denkt sich daher immer wieder neue Spitznamen aus was des Öfteren zur Verwirrung führt.

Außer dem ist der Trainer bekannt für seine Wortgewandtheit und Zitate, dazu gehören:

- „Das ist eine Ressource, auf die wir immer wieder zurückgreifen können!“

- „Das ist unser Credo!“

- „Wir brauchen den Impuls nach vorne!“

- „LEEEEEEEUUUUUUTTTTEEEEEE!“

- „Ihr müsst die durchkneten!“

- „Ein Spartiat ist nur so stark, wie der Spartiat neben ihm.“

- „DAS IST SPARTA!“

- „Auf der rechten Seite spielt MARI LENA!“

 

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