A-Jugend Bundesliga ist mittelfristig das Ziel

Jugendkoordinatorin Maike Balthazar im Interview
Jugendkoordinatorin Maike Balthazar hofft auf eine erfolgreiche Saison für die Nachwuchsmannschaften (Foto: WERDER.DE)
Handball
Dienstag, 30.08.2016 / 10:07 Uhr

von Denis Geger

Die ehemalige Nationalspielerin Maike Balthazar ist seit 2014 für die Grün-Weißen als Jugendkoordinatorin und Trainerin tätig. In dieser Saison trainiert sie die weibliche A-Jugend und hofft, dass man mittelfristig die Qualifikation zur A-Jugendbundesliga schafft.
Im Interview mit WERDER.DE spricht Maike Balthazar über die Arbeit in Werders Jugendabteilung und ihre Ziele im Verein.

WERDER.DE: Du bist Trainerin und Jugendkoordinatorin. Welche Mannschaften betreust du, und was sind deine Aufgaben als Jugendkoordinatorin?

Maike Balthazar: „In der kommenden Saison betreue ich die weibliche A-Jugend und trainiere auch die weibliche D-Jugend. Ich bin für alle Mannschaften die Ansprechpartnerin, erfahre dabei aber sehr viel Unterstützung von Elke Humrich als Jugendwartin und Tine Fortlage, die für die Kleinsten zuständig ist. Ich arbeite ganz eng mit Rabea Neßlage, Trainerin der weiblichen B1 zusammen und übernehme ihr Team, wenn sie als Spielerin der ersten verhindert ist.
Ich koordiniere, dass talentierte Spielerinnen schon in der altershöheren Jugendmannschaft zusätzlich spielen, wofür die Spielpläne gut aufeinander abgestimmt werden müssen, was unser Spielwart Wilfried Humrich fantastisch ermöglicht.
Außerdem soll den Spielerinnen und Spielern der fließende Übergang in den Seniorenbereich ermöglicht werden, was für mich bedeutet, dass ich auch das Bindeglied zwischen meiner A-Jugend und der von Radek Lewicki trainierten 2. Damen bin und wir mindestens eine Trainingseinheit gemeinsam in der Halle sind”.

WERDER.DE: Du bist seit 2014 im Verein. Was hat sich seit dem verändert?

Maike Balthazar: „Es wird viel mehr miteinander gesprochen und gearbeitet. Zuvor war jede Mannschaft mehr oder weniger ein Grüppchen für sich. Jetzt spielen die Spielerinnen mannschaftsübergreifend und identifizieren sich noch mehr mit dem Verein. Wir haben ein besseres ‚Miteinander’”.

WERDER.DE: Im weiblichen Bereich sind die C- bis A-Jugend für die Vorrunde zur Oberliga qualifiziert. Wie wichtig ist es, dass man durchgehend die Mannschaften in den obersten Spielklassen hat?

Maike Balthazar: „Das ist sehr wichtig. Es bringt den Spielerinnen langfristig nichts, wenn sie in der Landesliga Meister werden und jedes Spiel hoch gewinnen. Dadurch kommen sie nicht voran, denn sie bewegen sich nur in ihrer Komfortzone. Sie müssen gefordert werden, wobei auch Niederlagen und manchmal ein bisschen Frust darüber förderlich für die Entwicklung sind”.

WERDER.DE: Ist die weibliche A-Jugend-Bundesliga also ein Ziel für euch?

Maike Balthazar: „Ja, ich hätte schon gerne in diesem Jahr die Qualifikation für die Bundesliga gespielt, doch leider haben uns einige Spielerinnen verlassen. Wir gehen nun ausschließlich mit Spielerinnen des jüngeren Jahrgangs 1999 in die Saison. Wir werden versuchen, im nächsten Jahr die Qualifikation zur Bundesliga zu spielen, doch ist das davon abhängig, wie viele Spielerinnen nach ihrem Abitur bleiben”.

WERDER.DE: Wie schwierig ist es, eigene Jugendspielerinnen, wenn sie in den Erwachsenenbereich wechseln, in die Zweitliga-Mannschaft zu integrieren?

Maike Balthazar: Dass ist ein sehr großer Schritt! Ich habe die jetzige A-Jugend vor zweieinhalb Jahren als C-Jugend übernommen und denke, dass die Ein oder Andere jetzt soweit ist, dass sie zumindest temporär mit der ersten Mannschaft trainieren können. Die Mädchen müssen das aber auch wollen und wirklich Lust auf Leistungshandball haben”.

WERDER.DE: Mit dem VfL Oldenburg gibt es im Umland einen Verein, der viel in die weibliche Jugendarbeit investiert. Ist man dort schon einen Schritt weiter als bei Werder?

Maike Balthazar: „Natürlich, denn diese Arbeit in Oldenburg ist seit Jahrzehnten gewachsen. Wir wollen uns Schritt für Schritt weiterentwickeln, nach und nach die Strukturen weiter verbessern, die uns eine erfolgreiche Arbeit ermöglichen. Wir vergleichen uns nicht mit dem VfL Oldenburg, sondern gehen unseren eigenen Weg und brauchen uns mit unserer Arbeit sicher nicht zu verstecken”.

WERDER.DE: Das stimmt. Werder ist das Aushängeschild im Bremer Frauenhandball. Welchen Stellenwert hat der männliche Bereich

Maike Balthazar:Wir haben unseren männlichen Bereich, wobei leider in dieser Saison nicht jeder Jahrgang vertreten ist. Dadurch ist eine Arbeit im Leistungsbereich hier kaum möglich.
Wir wollen aber auch die Breite fördern und ihnen genauso die Wertschätzung geben, aber eben auf einem anderen Niveau. Wenn es um Leistungshandball geht, muss man aus meiner Sicht einen Schwerpunkt setzen. Es gibt nur ganz wenige Vereine, die es schaffen, ihre männlichen und weiblichen Mannschaften in den Leistungsbereich zu bringen und dort langfristig zu halten”.

WERDER.DE: Was sind deine Ziele für die neue Saison?

Maike Balthazar: Als Trainerin möchte ich mit der weiblichen A-Jugend den Sprung in die Oberliga schaffen. Dafür müssen wir unter die ersten Drei kommen, das wird nicht einfach. Wir haben einen kleinen Kern von neun Spielerinnen und ergänzen mit talentierten Spielerinnen aus der B-Jugend. Dieses Ziel wünsche ich mir auch für die weibliche B-Jugend und am liebsten für die weibliche C-Jugend. Dazu noch der Aufstieg unserer Zweiten in die Oberliga und der erneute Klassenerhalt unserer Ersten in der 2. Bundesliga. Dann wäre alles perfekt im Leistungsbereich. Für alle anderen Teams wünsche ich mir tolle Erfahrungen in interessanten Begegnungen, viel Freunde beim Training und damit verbundene gute Entwicklungen.
Als Jugendkoordinatorin bin ich recht zufrieden, wie es in der Handballabteilung läuft. Wir müssen weiter hart arbeiten, um uns zu verbessern und unsere Ziele zu erreichen”.

 

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