Gut 250 begeisterte Fans in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle sahen vor allem in der zweiten Halbzeit eine furios aufspielende Werder-Mannschaft. Und das, obwohl die Niederlage in Zwickau eine Woche zuvor gezeigt hatte, dass die Grün-Weißen die nun anstehende Spielpause nach anstrengenden Monaten dringend nötig haben. "Der Akku war eigentlich nicht mehr ganz voll", gab Trainer Giron zu. Doch seine Mannschaft spielte sich nach der Pause in einen wahren Rausch.
Dabei half, dass der SV Werder dem Spitzenreiter aus Neckarsulm, der zuvor nur vier Minuspunkte auf dem Konto hatte, von Beginn an selbstbewusst Paroli bot und sich auch von einem 4:7-Rückstand (8. Minute) nicht verunsichern ließ, sondern innerhalb von nur 120 Sekunden durch zwei Tore der treffsicheren Merle Heidergott und einen von Rabea Neßlage verwandelten Siebenmeter zum 7:7 ausglich. Auch als die Gäste ein 14:12 der Grün-Weißen in einen 14:17-Zwischenstand verwandelten, fand das Team von Trainer Giron wieder in die Spur.
Und beim 17:19 zur Pause spürten nicht nur die Zuschauer in der Halle, dass für den SV Werder im zweiten Durchgang noch einiges möglich war. "Wir haben uns in der Pause vorgenommen, locker zu bleiben, weiter Gas zu geben, dieses tolle Spiel zu genießen und unsere Stärken weiter zu 100 Prozent in die Waagschale zu werfen", verriet Giron. Die darauf folgenden 30 Minuten hätte sich aber wohl auch der Coach nicht träumen lassen. Torhüterin Meike Anschütz, die schon in der ersten Halbzeit mehrere tolle Paraden gezeigt hatte, steigerte sich im Zusammenspiel mit der starken Abwehrreihe weiter und wurde für den Gegner phasenweise zum unüberwindbaren Hindernis. In der Offensive drückten die Werderanerinnen derweil weiter aufs Tempo und gaben Neckarsulm kaum Zeit zum Verschnaufen.
Aus dem 18:20-Rückstand wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff machten die Grün-Weißen eine 22:20-Führung (35.). Nach dem 25:24 (43.) blieb das Team acht Minuten lang ohne Gegentreffer, setzte sich vorentscheidend auf 29:24 ab (52.) und spielte auch in der Schlussphase souverän auf. Den Schlusspunkt zum 36:28 setzte 70 Sekunden vor dem Abpfiff Linksaußen Alina Otto mit einem der zahlreichen Gegenstöße des SV Werder in dieser Partie. Der Rest war grenzenloser Jubel, in den sich zeitweise ungläubiges Staunen über die gezeigte Leistung mischte.
Der SV Werder behauptete mit dem sensationellen Erfolg Tabellenplatz 12 mit einem Zähler Vorsprung vor der FSG Mainz 05/Budenheim, die den ersten Abstiegsrang belegt, und in Schlagdistanz zur TG Nürtingen und zum BSV Sachsen Zwickau, die jeweils nur einen Zähler mehr aufweisen als die Grün-Weißen. Nach der Spielpause geht es dann am Samstag, 02.04.2016, zum Tabellenzweiten TV Nellingen. Anwurf ist um 19.00 Uhr.
Für den SV Werder spielten gegen Neckarsulm: Meike Anschütz, Alexandra Meyer, Charlotte Schumacher – Merle Heidergott (11), Marilena Niemann (6), Jennifer Börsen (4), Alina Otto (4), Rabea Neßlage (4/4), Nele Osterthun (3), Birthe Barger (2), Alina Schneider (2), Lena Janssens, Kim-Anna Heidorn