Werder zeigte von Beginn an, dass man sich im Spiel gegen Lintfort nicht aus der Ruhe bringen lassen wollte. Das Rabea Neßlage gleich im ersten Angriff der Bremerinnen einen Siebenmeter verwarf steckte die Mannschaft von Patrice Giron gut weg. Auch eine Zeitstrafte gegen Nele Osterthung in der 9. Spielminute störte die Grün-Weißen nicht. Beim 10:8 (14.) durch Katrin Friedrich konnte Werder erstmals mit zwei Treffern in Führung gehen. Die Gäste aus Lintfort ließen sich aber nicht abschütteln und kamen beim 11:11 (19.) duch die starke Loes Vandewal zum Ausgleich. Der erste Durchgang blieb ausgeglichen, doch auf beiden Seiten häuften sich nun die technischen Fehler. Beim SVW kam noch hinzu, dass die Siebenmeter nicht im Tor untergebracht werden konnten. Die Bremerinnen verwandelten nur einen von vier Strafwürfen und so ging es mit einem 15:15 in die Pause.
Den zweiten Durchgang eröffnete wieder Rabea Neßlage mit einem Siebenmeter, den sie diesmal sicher verwandelte. Beim 19:16 (36.) konnten die Grün-Weißen erstmals mit drei Treffern in Führung gehen und zwangen Lintfort zur frühen Auszeit in der zweiten Halbzeit. Doch die Bremerinnen blieben weiterhin die spielbestimmende Mannschaft. Es gelang der Mannschaft von Patrice Giron aber nicht, den Vorsprung weiter auszubauen und Lintfort kam angeführt von Vandewal beim 25:24 (48.) wieder zum Anschluss und konnte beim 26:26 (50.) sogar ausgleichen. In den letzten zehn Minuten bekamen die Zuschauer Abstiegskampf pur geboten. Zunächst ging Bremen wieder in Führung, doch beim 27:28 (55.) wechselte die Führung zu Gunsten der Gäste, welche sogar auf 27:29 (56.) erhöhen konnten. Doch Nele Osterthun und Rabea Neßlage sorgten für den 29:29 (59.) Ausgleich und 28 Sekunden vor dem Ende erzielte Katrin Friedrich die 30:29 Führung für den SVW. Lintforts Trainerin Bettina Grenz-Klein zog 26 Sekunden vor dem Ende noch einmal die Grüne Karte. Der letzte Wurf von Vandewal verfehlte allerdings das Ziel. Der Jubel auf Bremer Seite kannte keine Grenzen über den hart erkämpften Erfolg im Abstiegskampf.
So groß die Freude auf der einen Seite ist, so groß ist auch die Enttäuschung auf der anderen. "Wir haben gut gespielt und gekämpft, dass ist am Ende bitter", zeigte sich die 15-fache Torschützin Vandewal enttäuscht, die aber anfügt "kein Spiel von zwei Absteigern" gesehen zu haben. Katrin Friedrich hat bei ihrem letzten und entscheidenen Wurf "gar nicht nachgedacht". "Nach dem letzten Spiel hatten wir heute etwas Wut im Bauch und haben uns heute als Team nie aufgegeben", so Friedrich nach dem Herzschlagfinale.
SV Werder Bremen
Meyer, Anschütz - Heidergott (8), Friedrich (7/1), Osterthun (5), Börsen (4), Neßlage (3/3), Niemann (2), Otto (1), Priolli, Heinrich, Barger
TuS Lintfort
Hillig, Groetelaers, Gosch - Vandewal (15/2), Lambertz (6), van den Broek (5), Lagermann (1), Klein (1), Huijsmans (1), Willing, Butzen, da Silva, Feldstedt