Ich heiße Bianca, werde im Werder-Jubiläumsjahr selbst 30 Jahre alt und mein Herz schlägt seit 1991 für den SVW. Im Jahr 2000 lernte ich meinen Mann kennen, den ich mit meinem Fußballfieber schnell ansteckte ...
Ich heiße Bianca, werde im Werder-Jubiläumsjahr selbst 30 Jahre alt und mein Herz schlägt seit 1991 für den SVW. Im Jahr 2000 lernte ich meinen Mann kennen, den ich mit meinem Fußballfieber schnell ansteckte ...
Bianca Kowalczyk nahm als eine von zahlreichen Werder-Fans an der Aktion "Mein Werder-Moment" teil, zu der die Grün-Weißen anlässlich der Feierlichkeiten zum 111. Werder-Geburtstag Anfang des Jahres aufgerufen hatten. Gesucht waren ganz persönliche, lustige, traurige, spektakuläre, aber vor allem authentische Anekdoten aus der grün-weißen Fan-Welt. Die Jury der Aktion wählte ihre Geschichte für den 3. Preis aus. Neben dem ausgelobten Trikot wird ihre Geschichte an dieser Stelle veröffentlicht. Ab sofort werden in jeder Woche eine der fünf besten Geschichten folgen. Viel Spaß!
Die Raute hat uns Kraft gegeben – Werder war immer bei uns
"Ich heiße Bianca, werde im Werder-Jubiläumsjahr selbst 30 Jahre alt und mein Herz schlägt seit 1991 für den SVW. Im Jahr 2000 lernte ich meinen Mann kennen, den ich mit meinem Fußballfieber schnell ansteckte und seither fahren wir sooft es uns möglich ist gemeinsam ins Stadion um unseren SVW anzufeuern...
Auch unseren älteren Sohn Julian, mittlerweile fünf Jahre alt, hatten wir schon des Öfteren dabei. Im April 2007 schien unser Glück mit der Geburt unseres zweiten Sohnes Milan perfekt zu sein, aber leider wurde zwei Monate später bei ihm der sehr seltene Immundefekt Septische Granulomatose festgestellt. Für uns brach eine Welt zusammen. Niemand konnte uns so recht sagen wie es mit unserem Sohn weitergehen würde ob er überhaupt leben würde.
Nach einem längeren Aufenthalt in der Uniklinik Dresden wurden wir zur Knochenmarktransplantation (wir hatten das unglaubliche Glück, dass unser älterer Sohn als Spender in Frage kam!!!) nach Ulm verlegt. Über das, was wir dort 600km von Zuhause entfernt erlebt haben, möchte ich nicht schreiben; ich weiß zwar nicht, was noch alles auf mich zukommen wird, aber ich denke, das war die schrecklichste Zeit meines Lebens!!!
Zur Dekoration unseres Isolationszeltes überraschte mich mein Mann eines Tages mit einem selbstgebasteltem Werder-Logo, das wir direkt an Milans Eingangstür klebten (siehe Foto). Tief im Süden Deutschlands, wo wir uns zu dem Zeitpunkt ja nun einmal gerade befanden, wurden wir dafür natürlich des Öfteren belächelt. Aber uns hat es Kraft gegeben, das alles durchzustehen: Werder war auch in dieser Zeit immer bei uns!!!
Am 4. April 2008, seinem 1. Geburtstag, wurde Milan entlassen. Seither müssen wir nur noch einmal jährlich zur Kontrolluntersuchung! Milan gilt als geheilt und völlig gesund. Für uns ist es ein Wunder, dass er sich so normal entwickelt. Niemand hätte das zum Diagnosezeitpunkt zu hoffen gewagt!
Heute kennt er alle Werder-Spieler, singt "Lebenslang grün-wei" und als er im April drei Jahre alt geworden ist, haben wir ihm versprochen seinen größten Wunsch zu erfüllen: Ein Besuch im Weser-Stadion – zu viert mit der ganzen Familie."
Anmerkung der Redaktion: Der Wunsch ging bereits in Erfüllung. Familie Kowalczyk drückte beim Bundesliga-Endspurt zur Champions-League-Qualifikation beim Spiel gegen den 1. FC Köln ihre acht Daumen für den SVW. Und es hat geholfen: Torsten Frings versenkte in der Nachspielzeit den entscheidenden Elfmeter. Dankeschön.
