Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich die Grün-Weißen mit 50 Mann an den Domtreppen. Dort wurden sie von Andreas Calic und Hendrikje Salisch von StattReisen in Empfang genommen. Aufgeteilt in zwei Gruppen ging es dann auf den schaurigen Rundgang. An verschiedenen markanten Orten in der Bremer Innenstadt berichteten die Stadtführer von historischen Kriminalfällen. So erfuhren die 60plusler, dass bereits die Stadtgründung mit einer Urkundenfälschung begann oder dass die erste Paketbombe der deutschen Geschichte an die Weser geschickt wurde, zu den Bremer Nachrichten an der Schlachte. Noch heute erinnert eine zugemauerte Fensterfront an die grausame Tat von 1951, zu deren Aufklärung damals das erste bundesdeutsche Phantombild gezeichnet wurde. Selbstverständlich durfte auch die Erwähnung Bremens bekanntester Mörderin, Gesche Gottfried, bei der thematischen Citytour nicht fehlen. Anfang des 19. Jahrhunderts brachte sie 15 Menschen mit "Mäusebutter" um und wurde dafür schließlich zum Tode verurteilt. Ihre Enthauptung am Schafott 1831 war die letzte öffentliche Hinrichtung in Bremen. Am Spuckstein auf dem Domshof können Bremer noch heute ihre Abscheu gegen die Taten zeigen. Nach weiteren Verbrechensgeschichten – vom Kannibalen von Bremen bis zum Kaufhaus-Erpresser Dagobert – endete die interessante Stadtführung schließlich in der Dokumentationsstätte „Gefangenenhaus Ostertorwache“.
"Die außergewöhnliche Stadtführung kam bei der Gruppe sehr gut an. Viele 60plusler haben die interessanten Inhalte mit eigenen Geschichten noch ergänzt. Insgesamt war der Nachmittag wieder mehr als gelungen", freute sich Nadja Pilzweger, Verantwortliche des Projekts bei Werder Bremen.
Anja Kelterborn