Ein Kaffeetrinken ist in unserem Alltag ein ganz normales Ereignis. Doch wie erlebt man ein solches Mahl, wenn man nichts sehen kann? Dieser Frage gingen vergangene Woche Werders 60plus-Mitglieder nach.
Ein Kaffeetrinken ist in unserem Alltag ein ganz normales Ereignis. Doch wie erlebt man ein solches Mahl, wenn man nichts sehen kann? Dieser Frage gingen vergangene Woche Werders 60plus-Mitglieder nach.
Im Universum Bremen erlebten die Werderaner hautnah, wie man sich in einer Welt ohne Licht zurechtfindet. In drei Kleingruppen aufgeteilt ging es in das "Café im Dunkeln". Dabei fassten sich die Grün-Weißen an den Schultern und bildeten so eine Schlange, um sich in der Dunkelheit nicht zu verlieren. Jede Kleingruppe wurde von einem Sehbeeinträchtigten begleitet und angeleitet. Nachdem alle an den gedeckten Tischen Platz genommen hatten, stand das Essen und Trinken auf dem Programm. Drei verschiedene Stücke Kuchen versuchten die 60plusler blind zu essen. Bei den heißen Getränken wurde es schon beim Einschenken schwierig. Aus diesem Grund übernahmen die sehbehinderten Helfer diese Aufgabe und erläuterten dabei, dass man zur Orientierung den Finger in die Tasse steckt.
Während der gemeinsamen Entdeckungsreise im Dunkeln diskutierten die Grün-Weißen angeregt über ihre Einschätzungen der Umgebung. Sowohl die Größe des Raumes als auch die Abstände zwischen den Tischen und der eigene Standort beschäftigen die Teilnehmer. Erst als mit Hilfe kleiner Laternen wieder Licht gemacht wurde, konnten sie ihre Wahrnehmung überprüfen.
Im Anschluss an das gemeinsame Kaffeetrinken erfuhren Werders 60-Mitglieder in einer kleinen Ausstellung zusätzlich Wissenswertes über den Alltag blinder und sehbehinderter Menschen. Sowohl der aufgetischte Kuchenteller war dort zu begutachten als auch Blindenbücher und diverse Hilfsmittel.
"Wir haben von den Teilnehmern durchweg positive Rückmeldungen erhalten. Alle haben das Café im Dunkeln als interessante Erfahrung wahrgenommen. Durch das eigene Erleben wurden wir für kurze Zeit in die Lage von Blinden versetzt", bilanzierte Werders 60plus-Verantwortliche Nadja Pilzweger und ergänzte: "Der Respekt vor der Dunkelheit bleibt. Alle waren froh, als wieder Licht gemacht wurde. Mehr Sicherheit gab die Tatsache, dass wir als Gruppe teilgenommen haben."
Anja Kelterborn
