Abschluss der Young Coach-Ausbildung in Jordanien

In Jordanien ging das letzte Modul der Ausbildung zum Kinderfußballtrainer zu Ende. (Foto: SCORT)
WERDER BEWEGT
Dienstag, 22.11.2016 / 11:55 Uhr

Letzte Woche fand das Projekt der Football Club Social Alliance (FCSA) im Flüchtlingslager Azraq in Jordanien seinen Abschluss. Werder-Instruktor Jan Philipp Heine war mit Trainern des FC Basel und Austria Wien vor Ort und bildete syrische Flüchtlinge zu Young Coaches aus. Während der gesamten Ausbildung lernten sie durch Aktivitäten mit dem Fußball den Kindern im Camp Spielmöglichkeiten zu bieten, die sie darin unterstützen, ihre Traumata der Flucht aus Syrien zu verarbeiten. Am Ende der Woche erhielten 36 Frauen und Männer das Trainerzertifikat der FCSA.

Laut dem UN Hochkommissariat für Flüchtlinge leben derzeit nahezu 40.000 syrische Flüchtlinge in dem Lager. Die Geflüchteten finden zwar Sicherheit, es herrscht aber auch eine gewisse Trostlosigkeit. Die Mehrheit der Bewohner sind Kinder und organisierte Freizeitbeschäftigungen gibt es kaum. Zwar wurden vereinzelt Fußballfelder erbaut, diese werden jedoch wegen fehlender Trainer nicht regelmäßig genutzt. Genau aus diesem Grund haben sich der SV Werder Bremen und die Football Club Social Alliance entschieden, ihr Young Coach-Ausbildungsprogramm im Azraq Camp durchzuführen.

Durch Sport neue Hoffnung schöpfen

Instruktoren vom SV Werder Bremen, FC Basel und Austria Wien waren die letzte Woche in Jordanien im Einsatz. (Foto: SCORT)

Werder-Instruktor Jan Philip Heine hat viele Eindrücke im Flüchtlingslager gewonnen, die zeigen, dass sich der Einsatz lohnt: „Wenn man die Fahrt ins Refugee Camp nach Azraq bestritten hat und bei den Sportplätzen immer mindestens 10 bis 15 Kinder am Zaun stehen sieht, dann wird einem vieles klar. Die Kinder freuen sich darauf, dass sie selbst dort spielen und was machen dürfen, weil die Langeweile einfach so groß ist. Da macht unser Auftrag Sinn, mit Sport an der Stelle anzusetzen. Die glücklichen Gesichter der Kinder an den organisierten Festen im Camp sprechen auch für sich. Das ist der Grund, warum man unbedingt hierher kommen muss und der auch das Projekt in seiner Bedeutung untermauert."

Alle FCSA-Instruktoren sind sehr beeindruckt von den großen Fortschritten, die die Young Coaches während der zwei Ausbildungsmodulen gemacht haben. Einige Young Coaches und insbesondere die Frauen haben mit einem kleinen fußballerischen Wissensstand begonnen. Durch Workshops und Übungen konnten sie aber schnell Vertrauen in ihre Fähigkeiten fassen und viel praktisches Know-How sammeln. Außerdem halten sie mit dem Zertifikat der Ausbildung eine neue Chance in den Händen. Gerade im sehr beschränkten Arbeitsumfeld des Flüchtlingslagers helfen zusätzliche Qualifikationen. So haben bereits einige der Young Coaches durch die Teilnahme am FCSA-Programm Arbeitsverträge bei verschiedenen Non-Profit-Organisationen erhalten.

„Das Programm war mehr als ausgezeichnet. Wir wurden neuen Inhalten ausgesetzt und haben viel gelernt. Wir werden dafür sorgen, all das Gelernte für die Kinder umzusetzen. Das Programm hat uns nicht nur neue Übungen gezeigt, sondern auch, wie man mit Kindern umgeht. Ich habe schon vor dem Programm Trainings für Kinder gemacht, aber nie auf diese neue Art und Weise“, ist auch Saed, einer der Young Coaches, begeistert von der Ausbildung.

Durch das Projekt in Jordanien konnten insgesamt 36 Young Coaches ausgebildet werden, die ihr Wissen ihrerseits an andere Flüchtlinge im Camp weitergeben. Insgesamt organisieren sie zusammen regelmäßig sportliche -  und soziale Aktivitäten, von welchen bereits heute etwa 1.400 Kinder profitieren.

 
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