Für die Mitarbeiter der Lebenshilfe war es ein reizvolles Projekt. "Nach unserer Aufnahme als Werder-Partner haben wir überlegt, was wir von unserer Seite aus anbieten können. Da lag der Fußball als verbindendes Element natürlich nahe. Auch bei uns gibt es viele fußballbegeisterte Menschen, aber kaum jemand kennt sich richtig mit den offiziellen DFB-Regeln aus. Von den vereinfachten Regeln profitieren nicht nur Menschen mit Handicap", gibt der Geschäftsführer der Lebenshilfe Bremen, Andreas Hoops, zu bedenken. Die größte Herausforderung in der Umsetzung des Projektes seien die fehlenden Grafiken und Fotos gewesen. "Wir haben insgesamt fast zwei Jahre an dem Regelheft gearbeitet. Ein Projekt wie dieses erfordert viele Abstimmungen und gerade die Bebilderung ist ein wichtiges Element. Hier kamen die Mitarbeiter der Abteilung CSR-Management von Werder ins Spiel. Sie stellten für uns die wichtigsten Szenen nach", erläutert Hoops.
Die umformulierten Fußballregeln testete Werder erstmals vor einem Jahr während des Special Youth Camps, einem Fußballtrainingslager für geistig und körperlich behinderte Kinder und Jugendliche. "Das Feedback der Teilnehmer war durchweg positiv. Daher haben wir den DFB angefragt, ob er das übersetzte Regelwerk anerkennt und unterstützt", erinnert sich Tim Juraschek, zuständiger Projektleiter in der Abteilung CSR-Management der Grün-Weißen. Der Verband stimmte zu und holte darüber hinaus die Sepp-Herberger-Stiftung, deren Schwerpunkt u.a. im Bereich Behindertensport liegt, und die BAG WfbM ins Boot. Gemeinsam mit dem SV Werder Bremen finanzierten sie den Druck von 10.000 Exemplaren.
"Es gibt in Deutschland rund 7,5 Millionen funktionale Analphabeten. Diese Menschen sind gehindert, am Alltagsleben teilzunehmen", macht Eugen Gehlenborg, Vertreter des DFB und der Sepp-Herberger-Stiftung deutlich. "Uns ist es ein großes Anliegen, Fußball als Volkssport Nummer 1 allen Menschen zugänglich zu machen. Daher möchte ich mich bei allen Beteiligten herzlich bedanken, dass wir gemeinschaftlich dieses Projekt umsetzen konnten." Gerade in der Teilhabe von beeinträchtigten Menschen an allen gesellschaftlichen Bereichen läge auch ein Schwerpunkt der BAG WfbM, bekräftigt Martin Berg, stellvertretender Vorsitzender.
Auch von der Seite der Schiedsrichter erntet das Regelheft in leichter Sprache Lob. Bundesliga-Spielleiter Peter Gagelmann bestätigt: "Es ist gut gelungen, die wesentlichen Regeln aufzugreifen. Der Text ist leicht leserlich und die vielen Bilder besonders positiv."
Die ersten 4.000 Hefte werden der nächsten Ausgabe der Zeitschrift Werkstatt Dialog beigelegt, die die BAG WfbM an alle Werkstätten für behinderte Menschen in Deutschland und viele Förderschulen verschickt. Den weiteren Vertrieb übernimmt die Lebenshilfe Bremen. Künftig kann das Heft "Fußball. Die wichtigen Regeln in leichter Sprache" dort gegen Zahlung des Portos bestellt werden.