Eine Straßenbahn mit dem Aufdruck WERDER BEWEGT - LEBENSLANG, die durch Bremen fährt. Filmbeiträge auf nahezu allen relevanten TV-Kanälen. Werbemaßnahmen vor dem Weser-Stadion, Beiträge vor mehr als 40.000 Fans auf den Videowänden.
Eine Straßenbahn mit dem Aufdruck WERDER BEWEGT - LEBENSLANG, die durch Bremen fährt. Filmbeiträge auf nahezu allen relevanten TV-Kanälen. Werbemaßnahmen vor dem Weser-Stadion, Beiträge vor mehr als 40.000 Fans auf den Videowänden.
Die neue CSR-Marke der Grün-Weißen WERDER BEWEGT - LEBENSLANG ist in aller Munde. Die Interviewliste von Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer, in dessen Geschäftsbereich die Fäden dabei zusammenlaufen, war am Wochenende sehr lang. Auch über die eigenen Medien erklärte er die neue Offensive bei der sozialen Arbeit an der Weser.
Herr Fischer, wie verändert die Einführung der neuen Marke ‚WERDER BEWEGT - LEBENSLANG‘ das soziale Engagement des SV Werder?
Klaus-Dieter Fischer: Die neue Marke bündelt unsere Aktivitäten systematisch und macht sie damit transparent und nachvollziehbar. Sowohl nach innen als auch nach außen soll sie uns dabei helfen, besser zu kommunizieren. Damit andere sehen: Was Werder Bremen da macht, ist eine tolle Geschichte.
Sie konnten prominente Unterstützer gewinnen. Wie können diese Botschafter helfen?
Klaus-Dieter Fischer: Mit den Botschaftern geben wir den einzelnen Themenfeldern ein Gesicht, das sagt: ‚Ich stehe mit meiner Person für diese Werte ein.' Das ist ein wichtiger Faktor, weil damit auch die mediale Aufmerksamkeit gesteigert werden kann. ‚Lebenslang aktiv‘ wird zum Beispiel von Otto Rehhagel unterstützt, der 73 Jahre alt und durch sein Engagement bei Hertha BSC wieder in aller Munde ist - das vermittelt unsere Botschaft sehr gut: Menschen können und sollen ihr Leben lang aktiv sein und nicht irgendwann auf die Idee kommen, zu alt zu werden, um aktiv zu sein, um tolerant zu sein, um gesund zu leben.
Was sollen die Botschafter konkret tun?
Klaus-Dieter Fischer: Ich nehme mal das Beispiel Matthias Brandt: Ein großartiger Schauspieler, der Sohn von Willy Brandt, kann sich vorstellen, in Schulen zu gehen und dort vorzulesen. Eine wunderbare Aktion, die für größere Leselust bei den Schülern sorgen und je nach Auswahl der Geschichte auch für Toleranz werben kann. Jan Delay hat mich gefragt: ‚Wann ist denn die nächste Aktion gegen Diskriminierung?‘ Das zeigt, dass wir durch unsere Botschafter viel bewirken können, weil ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit vermittelt wird. Wenn Willi Lemke für ‚Lebenslang hilfsbereit‘ auftritt, dann unterstützt das in starkem Maße die Ziele, die wir mit unserer Stiftung erreichen wollen.
CSR in der Praxis bedeutet auch interne Veränderungen und Angebote für Mitarbeiter. Was hat Werder in dieser Beziehung geplant?
Klaus-Dieter Fischer: Zunächst konzentrieren wir uns auf das Thema ‚Lebenslang gesund‘. Wir führen gemeinsam mit unserem Partner AOK ein betriebliches Gesundheitsmanagement als Angebot für alle Werder-Mitarbeiter ein. Darin enthalten sind ein Gesundheitscheck und Angebote zur Stressbewältigung und zur richtigen Ernährung. Flankiert wird das Ganze durch Sportangebote. Darüber hinaus haben unsere Mitarbeiter die Möglichkeit, an allen Aktionen von WERDER BEWEGT - LEBENSLANG teilzunehmen.
Kann Werder Bremen mit diesem Modell Wegbereiter für andere Clubs sein?
Klaus-Dieter Fischer: Ich bin sicher, dass wir als Vorreiter wahrgenommen werden. Darauf bin ich stolz, denn der Weg bis zu diesem Punkt war nicht immer einfach. Vor allem intern hat sich ein Wandel vollzogen - vom ‚sozialen Klimbim‘ hin zur Akzeptanz unseres Engagements als ein Baustein zur langfristigen Stärkung der Marke Werder Bremen. Ich weiß, dass zum Beispiel der VfL Wolfsburg und auch Hannover 96 inzwischen wie wir mit Schulen kooperieren. Wir freuen uns darüber. Bemerkenswert ist, dass sich das Miteinander unter den Vereinen und Fans positiv verändert hat. Ich bekomme viele Einladungen von Clubs, besonders aus Norddeutschland, die wissen wollen, wie wir das beim SV Werder machen.
Wie sieht Ihre persönliche Zukunftsvision für WERDER BEWEGT - LEBENSLANG aus?
Klaus-Dieter Fischer: Ich wünsche mir, dass wir auch die letzten Skeptiker überzeugen können. Und dass nicht nur die Vereine diesen meiner Meinung nach guten sozialen und ökologischen Weg beschreiten, sondern dass wir auch unsere mittlerweile mehr als 600 Fan-Clubs mit einbeziehen können. Unser diesjähriger Werder-Fan-Club des Jahres aus Esterwegen hat sich zum Beispiel insbesondere im sozialen Bereich engagiert. Dort wurden Trikots für Schulen und Vereine gespendet und Spenden für das ‚Zentrum für trauernde Kinder‘ gesammelt. Solche Aktionen passen hervorragend in unser Bild hinein.
