Patrick Owomoyela gehört zu den drei Bremer Nominierten für das kommende Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Türkei am Samstag, 08.10.2005, in Istanbul. Von seinen ersten Eindrücken in der türkischen Metropole berichtet der 25-Jährige im Nationalmannschafts-Tagebuch der Grün-Weißen.
Der gestrige Tag hat uns richtig gut getan. Nach der Ankunft in Istanbul hatte uns Jürgen Klinsmann bis zum späten Nachmittag ein paar Stunden zur Erholung geschenkt. Die waren auch bitter nötig. Das anstrengende Krafttraining vom Mittwoch steckte uns noch in den Knochen und einigen machte auch noch der Muskelkater zu schaffen.
Wie wir den freien Tag ausgenutzt haben, war jedem selbst überlassen. Während einige den Pool aufsuchten, um sich in den angenehmen Strahlen der Sonne auszuruhen, habe ich mit ein paar Teamkollegen die Gelegenheit ergriffen, mir die Stadt anzuschauen und ein wenig von der Kultur mitzubekommen. Es ist riesig hier. Die Menschen sind unheimlich gastfreundlich, jeder wird herzlich begrüßt und behandelt.
Dementsprechend gut erholt ging es dann abends weiter. Eine kleine Fitnesseinheit auf dem Fahrrad hat uns wieder auf Touren gebracht. Es ist witzig, die "üblichen Verdächtigen" hier im Kreise der Nationalmannschaft wieder zu treffen. Ich freue mich total auf das Spiel, weiß aber noch nicht, ob ich in der Startelf stehe. Nach dem Abschlusstraining wird der Coach seine Entscheidung treffen. Ich würde mich sehr freuen, wieder von Anfang an spielen zu dürfen und hoffe, dass ich auch in diesem Spiel meine Leistungen zeigen kann.
Das wird ein echtes Knallerspiel! Davon bin ich überzeugt. In 16 Partien gegen die Türkei haben wir elf Mal gewonnen, das ist eine gute Bilanz. Natürlich wollen wir auch dieses Mal gewinnen und den zwölften Sieg nach Hause bringen. Welche Bedeutung diese Partie für beide Mannschaften hat, haben wohl auch die Medienvertreter erkannt, die uns in unserer Konzentration nur selten stören. Durch den Medientag der Nationalmannschaft in Hamburg konnten wir bereits einiges an Verpflichtungen abarbeiten. Ich glaube, dass alle Beteiligten davon profitiert haben: Die Journalisten konnten all ihre Fragen loswerden und wir haben nun den Kopf frei für Samstag! Ich glaube, „Boro“ sieht das genauso. Er musste ja ziemlich viel Interviews geben - jetzt als möglicher "Ballack-Ersatz".
notiert von Juliane Schramm