Die größte Bewunderung für den SV Werder nach dem 6:2-Sieg gegen Celtic Glasgow kam am Freitagabend aus den Reihen des Gegners. Der bundesligaerfahrene Celtic-Profi Paul Lambert, der in den 90er Jahren für Borussia Dortmund spielte, zeigte sich nach der Partie sehr erstaunt: "Ich war sehr beeindruckt von der Leistung der Bremer. Ich staune, wie jung die Mannschaft noch noch ist. Man kann dem Verein zu diesem Team nur gratulieren."
Cheftrainer Thomas Schaaf wollte diese Einschätzung jedoch schnell relativieren. Der Coach gab zu Bedenken, dass die besten Spieler Celtics, z. B. die schwedischen Nationalspieler Mjällby und Larsson nur auf der Bank saßen. Nach dem Schlusspfiff sagte er: "Man muss diesen Sieg richtig einschätzen. Celtic ist nicht in Bestbesetzung angetreten. Dennoch haben wir sehr deutlich demonstriert, dass die Arbeit der vergangenen Tage gefruchtet hat." Schaaf sprach und kam dann doch ungewollt ins Schwärmen: "Ich bin mit dem Team sehr zufrieden. Es war ein selten gutes Spiel. Jeder Einzelne hat mir gefallen und alle haben zugleich gezeigt, dass sie sich gegenseitig geholfen haben. Wir waren ein echtes Team."
In dieser Mannschaft gab Kapitän Frank Baumann seinen Einstand. Nach seiner Auswechslung nach gut einer Stunde resümierte der Vize-Weltmeister: "Es war abgesprochen, dass ich den Platz nach 60 Minuten verlasse. Ich habe mich aber nicht müde gefühlt, das kommt wahrscheinlich erst morgen. Außerdem muss es sich ja auch auszahlen, dass ich mich in Asien fünf Wochen abgeschuftet habe, während alle anderen auf die faule Haut gelegt haben." Mit einem Lächeln setzte sich der Franke auf die Bank und legte noch ein Lob für die Kollegen nach: "Ich bin überrascht. Wir spielen sehr gut, alle bewegen sich gut. Hut ab!"
Auf der Bank nahm später auch Torschütze Markus Daun Platz. Der Torjäger zog ein gemischtes Fazit: "Anfangs lief es bei mir nicht so gut. Aber das besserte sich stetig. Ich habe mich über mein Tor gefreut. Ich denke, alle haben gesehen, wie fit wir sind."
Genau beobachtet hat das Werders Vorstandsvorsitzender Jürgen L. Born. Der freute sich mit den Bremer Fans, die auf Rechnung des SV Werder zum Fußballfest des Abends eingeladen waren: "Das war ein erfrischendes Spiel mit pfiffigen Spielzügen. Wenn man einen renommierten Klub wie Celtic Glasgow so hoch schlägt, dann müssen Mannschaft und Trainerstab gute Arbeit geleistet haben."
Details zum 6:2-Sieg des SV Werder gegen Celtic Glasgow finden Sie hier.