Thomas Schaaf hatte sich zur Bestätigung der guten Trainingseindrücke dieser Woche einen Sieg gegen den schottischen Meister Celtic Glasgow gewünscht. Doch was ihm die Werder-Profis bescherten, übertraf mit Sicherheit seine Erwartungen. Mit einem 6:2-Sieg stellten die Bremer vor 1.500 Zuschauern im Thermenstadion Bad Waltersdorf klar, wer in der Saisonvorbereitung bisher besser gearbeitet hat. In einem sehenswerten Spiel kamen die Werderaner zunächst schwerer in die Gänge als die Schotten, doch mit zunehmender Spielzeit spielten die Hanseaten ihre läuferische und spielerische Überlegenheit voll aus.
Den ersten Treffer markierte jedoch das Celtic-Team. Nach einer Flanke in den Werder-Strafraum unterlief Kapitän Frank Baumann ein Handspiel. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Hartson (12.) sicher. Doch die Schotten führten nur wenige Minuten, dann stellte Ivica Banovic seine Freistoß-Künste unter Beweis. Aus 19 Metern zirkelte der junge Kroate den Ball unhaltbar in den Torwinkel. Danach überwanden die Bremer ihre anfängliche Trägheit und bestimmten immer mehr die Partie. In Zählbares konnten sie ihre Überlegenheit jedoch erst nach der Pause ummünzen.
Borel mit starker Parade
Sofort nach Wiederanpfiff war Markus Daun zur Stelle, der nach der Vorarbeit von Tim Borowski den Ball über die Linie beförderte (46.). Nur zwei Minuten später verzückte Marco Reich mit einem Seitfallzieher die Zuschauer. Mit einem Torerfolg wurde er jedoch nicht belohnt. Erst Ivan Klasnic traf (51.) wieder ins Netz. Sein Schuss wurde noch leicht abgefälscht. Für ein weiteres Kabinettstück ohne Torjubel sorgte Frank Verlaat. Der routinierte Holländer wollte Celtic-Keeper Douglas überlisten. Sein Lupfer klatschte jedoch nur an die Latte. In der 78. Minute konnte Werder-Keeper Pascal Borel Punkte im Kampf um den Stammplatz im Tor sammeln. Der Keeper vereitelte einen Gegentreffer, nachdem die Schotten durch einen Konter aus nächster Nähe zum Abschluss kamen.
Traumkombination mit Traumtor abgeschlossen
Der eingewechselte Angelos Charisteas war es dann, der die turbulentesten sechs Minuten dieses rasanten Spiels einleitete. Nach einem Eckball von Ivica Banovic und der Kopfballverlängerung von Mladen Krstajic bugsierte der Grieche die Kugel aus nächster Nähe unter die Latte zm 4:1. Nur sechzig Sekunden später profitierte Ivan Klasnic von der Schnelligkeit und dem Auge von Marco Reich. Der Ex-Kölner zog auf der linken Seite allen davon und hatte nach einem sehenswerten Alleingang vor dem Tor die Übersicht, den Ball quer zu legen. Klasnic verwandelte zum 5:1.
In dieser Phase merkte man dem Team des schottischen Meisters an, dass es ohne ihre angestammte Innenverteidigung mit Mjällby und Baldé ins Spiel gegangen war. Auch der schwedische Nationalstürmer Larsson blieb auf der Bank. Dennoch beteiligten sich die Schotten mit einer Art Ehrentreffer durch Fernandez (84.) an der aufregenden Schlussphase. Das furiose Finale behielten sich jedoch die Bremer vor. Mit einem Traumtor setzten sie den Schlusspunkt. Victor Skripnik spielt mit Ivan Klasnic Doppelpass, flankt anschließend von der Grundlinie auf Ivica Banovic, der allein durch seine Haltungsnoten beim Kopfball zum 6:2 (85.) gefeiert wurde. Nach dem Schlusspfiff gingen die Bremer als verdiente und gefeierte Sieger vom Platz.
SV Werder: Borel, - Baumann (57. Barten), Verlaat, Krstajic, - Wehlage, Borowski, Banovic, Skripnik, - Daun (75. Charisteas), Klasnic, Reich.
Celtic Glasgow: Douglas, - Boyd, Lennon, McNamara, - Agateh, Petrov, Smith, Healey, Maloney, - Sutton, Hardson. Eingewechselt wurden: Sylla, A. Thompson, Guppy, Fernandez, Lambert.
Tore: 0:1 Hartson (12./HE), 1:1 Banovic (17.), 2:1 Daun (46.), 3:1 Klasnic (51.), 4:1 Charisteas (80.), 5:1 Klasnic (81.), 5:2 Fernandez (84.), 6:2 Banovic (85.).
Schiedsrichter: Messner (Österreich)
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