Zum Trainingsauftakt gab es Blumen für Thomas Schaaf, der Grund: Kontinuität und Vereinstreue sind zwei Attribute, die häufig mit dem SV Werder Bremen in Verbindung gebracht werden. Thomas Schaaf lebt beides in einzigartiger Weise vor. Der Cheftrainer der Bundesliga-Mannschaft ist seit mittlerweile 30 Jahren beim SV Werder aktiv. Am 1.7.1972 begann Schaaf im Alter von 11 Jahren als Jugendspieler bei den Grün-Weißen, seit dem 10.05.1999 bekleidet er das Amt des Cheftrainers.
Jürgen L. Born, Vorstandsvorsitzender des SV Werder Bremen, dankte dem nun 41-Jährigen mit einem Blumenstrauß für seine Leistungen. Vorstandsmitglied Klaus-Dieter Fischer würdigte die Verdienste Schaafs: "Diese Karriere sucht im Fußball ihresgleichen. Thomas Schaaf hat beim SV Werder Bremen vorbildlich alle Schritte vom Knabenspieler bis zum Cheftrainer vollzogen", sagte Fischer. "Er ist für uns und den Verein in jeder Beziehung ein wahrer Glücksgriff."
Bereits 1979 wurde Schaaf Lizenzspieler beim SV Werder und absolvierte im Alter von 17 Jahren sein erstes Bundesligaspiel, dem bis 1994 261 weitere folgten. 13 Treffer gingen auf das Konto des Abwehrspielers. Je zwei Mal wurde der gebürtige Mannheimer Deutscher Meister (1988, 1993) und DFB-Pokalsieger (1991, 1994) und feierte 1992 den Triumph des SV Werder im Europapokal der Pokalsieger. "Thomas Schaaf war bis auf die Meisterschaft 1965 und den Pokalsieg 1961 an allen großen Erfolgen des SV Werder beteiligt", hob Fischer die besondere Verbundenheit des Fußballlehrers mit Bremen heraus. Denn auch die Bundesliga-Karriere des Trainers Thomas Schaaf begann mit einem Paukenschlag: der Gewinn des DFB-Pokals 1999.
Die ersten Schritte als Trainer hatte der damals 26-Jährige im Jahr 1987 noch als aktiver Spieler unternommen. Klaus-Dieter Fischer erinnert sich: "Für ein monatliches Salär von 500,- Mark konnten wir Thomas Schaaf damals als Coach der A-Junioren gewinnen." Bis 1995 blieb Schaaf dem Nachwuchs verbunden, führte diese Arbeit anschließend vier Jahre lang als verantwortlicher Übungsleiter der Amateure des SV Werder weiter. Seit 1999 ist er nun Cheftrainer der Profis. "In der sogenannten ‚Nach-Rehhagel-Aera‘ ist Thomas Schaaf der erste Verantwortliche, der die Mannschaft nun länger als drei Jahre betreut", freute sich Fischer und betonte: "Er führte das Team 1999 zum ersten Titel nach Rehhagel und schaffte zum ersten Mal wieder den direkten Einzug in den UEFA-Cup." Aus diesem Grund drückte Fischer seinen Wunsch aus, dass dem 30-jährigen Vereinsjubiläum Schaafs "noch mindestens 20 weitere Jahre im Dienste des SV Werder folgen mögen". Der Jubilar selbst hatte am Tag des Trainingsbeginns seiner Mannschaft "andere Dinge im Kopf als dieses Jubiläum". Dennoch gab Schaaf gerührt zu: "Die Erinnerungen an die vielen schönen Momente kommen in solch einem Augenblick natürlich wieder."