„Wir wollen schönen, attraktiven und torreichen Fußball spielen“, definiert Matthias Mink, Trainer des SC Fortuna Köln, die Marschroute seines Clubs und vertritt damit eine Philosophie, die stark an die offensive Ausrichtung von Werder...
„Wir wollen schönen, attraktiven und torreichen Fußball spielen“, definiert Matthias Mink, Trainer des SC Fortuna Köln, die Marschroute seines Clubs und vertritt damit eine Philosophie, die stark an die offensive Ausrichtung von Werder...
„Wir wollen schönen, attraktiven und torreichen Fußball spielen“, definiert Matthias Mink, Trainer des SC Fortuna Köln, die Marschroute seines Clubs und vertritt damit eine Philosophie, die stark an die offensive Ausrichtung von Werder Bremen erinnert - eine von wenigen Gemeinsamkeiten der beiden Testspielkontrahenten, die am Donnerstag, 17.07.2008, um 18.30 Uhr auf dem „Sportplatz an der Mühle“ auf Norderney aufeinander treffen.
Der freie Fall der Fortuna
Bundesliga- und Champions-League-Teilnahme nach Bremer Vorbild liegen für die Fortuna in weiter Ferne. Der Kölner Traditionsverein war 26 Spielzeiten in Folge in der zweithöchsten deutschen Spielklasse vertreten, bevor er 2000 in die Regionalliga abstieg. Der freie Fall endete vorerst in der Oberliga, aber nicht ohne folgenschwere Spuren zu hinterlassen. Im Jahr 2005 musste der SC den Spielbetrieb aus finanziellen Gründen einstellen. Seit der Saison 2005/2006 kicken die neu organisierten Rot-Weißen in der Verbandsliga Mittelrhein, feierten in der abgelaufen Spielzeit sogar den Aufstieg in die NRW-Liga, wenn auch auf Umwegen: Dem Meister, VfL Leverkusen, wurde der Aufstieg wegen verspätet eingereichter Unterlagen zum Lizenzierungsverfahren vom Sportgericht aberkannt. Der zweitplatzierte SC profitierte von dieser Entscheidung und darf fortan in der fünften Liga an den Start gehen – für die Fortuna der erste Aufstieg seit 35 Jahren. Das schafft Selbstvertrauen, des Weiteren trifft das Team aus der Kölner Südstadt auf eine Werder-Elf, der die kräftezerrende Vorbereitung in den Knochen steckt. Für den SC womöglich die Chance, unerwartete Akzente zu setzen.
Thomas Schaaf begreift den sportlichen Vergleich mit den Kölnern dagegen als Kraft-Einheit im Rahmen der Vorbereitung. "Wir nehmen wenig Rücksicht auf das Testspiel gegen Fortuna Köln. Im Kraftbereich ziehen wir unser Programm voll durch. Das Spiel ist einfach ein Teil dieses Programms. Ich hoffe dennoch, dass wir schon viele Dinge umsetzen können", so der Bremer Coach, der sich zudem frische spielerische Eindrücke verschaffen möchte: "Es ist für uns zum Einspielen gedacht. Die Dinge, die man im Training angesprochen hat, will man jetzt sehen. Es ist aber auch Teil des Fitnessprogramms. Einfach mal 90 Minuten gegen einen Gegner zu gehen, den man nicht kennt. Im Training trifft man doch immer wieder auf die gleichen Gesichter, da weiß man, was auf Einen zukommt. Das ist in so einem Testspiel anders und jeder muss sich darauf einstellen."
Neue Wege für besser Zeiten: SC-Mitglieder als Entscheidungsträger
Die Kölner haben sich anders als die Bremer nicht ein- sondern umgestellt. Die Vereinspolitik beschreitet neue Pfade, ein ungewöhnliches Konzept dient als Wegbereiter. „Die Fortuna ist ein schlafender Riese, der nun wieder erweckt wird“, bebildert Coach Mink die Aufbruchstimmung beim SC. Als Riechsalz sollen dabei die Anhänger des Clubs fungieren. Nach britischem Vorbild räumt der SC Fortuna Köln als erster deutscher Verein zukünftig externen Personen ein Mitspracherecht ein. Unter der Schirmherrschaft von „Sommermärchen“-Regisseur Sönke Wortmann sollen binnen eines Jahres 30.000 Mitglieder für die deinfussballclub.de DFC GmbH akquiriert werden. Für einen pauschalen Jahresbeitrag können die rot-weißen Hobbymanager dann auf der website www.deinfussballclub.de über Transfers, Trikotfarben, Merchandising und andere vereinsinterne Belange abstimmen, um den Traditionsverein zurück in den bezahlten Fußball zu führen.
In einem solchen professionellen Rahmen traten Werder und die Fortuna zuletzt im DFB-Pokal 1988 gegeneinander an. Im Achtelfinale setzten sich die Bremer mit 3:1 nach Verlängerung durch, die Fortuna hat folglich noch eine sportliche Rechnung offen. Wenngleich die aktuellen Vorraussetzungen beider Vereine unterschiedlicher nicht sein könnten, dürfen die Kölner am Donnerstag zumindest in Erinnerungen an bessere Zeiten schwelgen und auch zwei Akteure in Grün-Weiß erwartet ein emotionales Wiedersehen. Neben Torhüter Tim Wiese schnürte auch Werders Co-Trainer Wolfgang Rolff bereits die Fußballschuhe für die Fortuna.
von Timo Strömer
