Neben der Bekanntgabe des WM-Kaders hatte DFB-Teamchef Rudi Völler für zwei Werder-Profis eine ganz besondere Überraschung parat: Fabian Ernst und Tim Borowski stehen im DFB-Kader für das Länderspiel gegen Kuwait am Donnerstag, 9.5.2002, in Freiburg.
Die beiden ehemaligen Leistungsträger der deutschen U 21-Auswahl geben damit ihr Debüt bei einem Lehrgang der A-Nationalmannschaft. Die Absage der Spieler aus Leverkusen, Dortmund und Schalke wird zur Chance für die Werder-Profis. Fabian Ernst bekannte nach der Nominierung: "Ich hatte vor einiger Zeit mal durchgerechnet, wer alles fehlen wird, und mir als ehemaliger U 21-Spieler dann auch Hoffnungen auf eine Nominierung gemacht." Tim Borowski erging es ähnlich, dennoch: "Auch wenn bekannt war, dass viele Spieler fehlen, war ich im ersten Moment doch überrascht, dass ich tatsächlich dabei bin." Die Freude war dementsprechend groß, und auch die Ziele für den Lehrgang sind bei beiden Spielern klar abgesteckt. "Zunächst ist es wichtig, im Training einen guten Eindruck zu hinterlassen", hat sich Ernst vorgenommen, "wenn es dann sogar mit dem ersten A-Länderspiel klappt, wäre das natürlich klasse."
Auch Tim Borowski gibt sich zunächst eher bescheiden: "Ansprüche kann ich nicht stellen. Ich freue mich einfach, mit den besten deutschen Spielern zu trainieren." Hoffnungen auf einen Einsatz hat Borowski dennoch: "Wenn ich wirklich im Spiel eine Chance bekomme, will ich sie auch nutzen." Auch im Hinblick auf die Zusammensetzung der Nationalelf nach der bevorstehenden Weltmeisterschaft könnte die Nominierung ein deutlicher Hinweis sein. "Es soll ja ein sogenanntes Perspektiv-Team für die WM 2006 entstehen. In dieser Mannschaft will ich natürlich dabei sein", hofft Borowski. Auch Ernst gibt sich selbstbewusst: "Ich denke, dass ich nach der WM dran bin und häufiger beim National-Team dabei sein werde."
Werder-Sportdirektor Klaus Allofs sieht für Ernst und Borowski vor allem langfristig gute Perspektiven in der Nationalmannschaft: "Eine Nominierung ist für einen Spieler immer eine große Ehre. Aber es ist auch klar, dass es für die beiden erst nach der WM richtig ernst wird, wenn es darum geht, das Team für die EM 2004 zusammenzustellen. Die beiden bringen dann optimale Voraussetzungen dafür mit."