Der Hertha-Nachwuchs startete mit einer fulminanten Aktion ins Spiel. Es waren gerade mal zwei Minuten gespielt, als der Herthaner Christian Maerz im Strafraum der Werderaner freigespielt wurde und Torwart Hannes Frerichs geschickt aussteigen ließ. Der anschließende Torschuss konnte von Werder-Kapitän Cimo Röcker gerade noch von der Torlinie gekratzt werden. Nur wenige Minuten später hatte Werders Alex Ruf Pech, als er in einer fast ähnlichen Situation den Ball aus kurzer Distanz nicht im Hertha-Tor unterbringen konnte. Die beiden Mannschaften spielten engagiert weiter und es war eine Frage der Zeit, wann das erste Tor fallen würde. In der 12. Minute war es dann soweit: Karlis Plendiskis stand nach einer Ecke von Levent Aycicek völlig frei vor dem Hertha-Tor und köpfte zum 1:0 ein. Die Freude über das Führungstor währte bei den Grün-Weißen jedoch nur vier Minuten. Ausgangspunkt für den schnellen Ausgleich war kurioserweise ebenfalls eine Ecke. Dieses Mal war es der Herthaner Tobias Gerber, der im Fünfmeterraum "blank" stand und zum 1:1 einköpfte (16.).
Die Berliner Gäste bestimmten fortan das Geschehen auf dem Kunstrasenplatz. Es zeichnete das Team von Andreas Thom aus, dass sie in den Zweikämpfen konsequent zur Sache gingen und zugleich stets ihre defensiv ausgerichtete Ordnung im Spiel behielten. Währenddessen konnten gerade die Leistungsträger im Team der Werderaner nicht ihre gewohnte Qualität ins Spiel einbringen. Hertha BSC wurde für die starke Leistung in der 35. Minute belohnt. Der Versuch von Werders Innenverteidiger Marius Krumland zu klären, geriet zu kurz, so dass Herthas Christian Maerz mit einem Schuss von Strafraumlinie ins lange Eck zum 2:1-Erfolg hatte. Fast im Gegenzug hätten die Bremer ausgleichen können, aber der nach einem schönen Doppelpass zwischen Marcel Hilßner und Cimo Röcker im Hertha-Strafraum steil geschickte Patrick Lizius vergab in aussichtsreicher Position. So gingen die Berliner mit der knappen Führung in die Halbzeitpause.
Im zweiten Spielabschnitt zeigten sich die Gastgeber gewillt, dem Spiel noch eine Wende zu geben. Der Druck der Bremer wurde stärker, was auch auf die Einwechslungen von Marnon Busch für Hakan Kabul, Florian Schmidt für Alex Ruf und Tobias Schwede für Lukas Fröde zurückzuführen war. Die Bemühungen der Werderaner wurden in der 71. Minute mit dem Ausgleichstreffer belohnt. Cimo Röcker hatte sich an der Strafraumgrenze der Herthaner willensstark den Ball erkämpft. Sein Schuss konnte von Torwart Christian Tietz nur abgeklascht werden. Florian Schmidt war zur Stelle und drosch den Ball aus spitzem Winkel zum 2:2 ins Netz. Trainer Viktor Skripnik brachte kurz darauf mit Felix Robrecht für Patrick Lizius noch einen weiteren frischen Spieler in die Partie. Hertha BSC stand zwar weiterhin unter Druck, behielt aber dennoch die bis dahin gezeigte konsequente Linie im Spiel bei und erarbeitete sich seinerseits Chancen zum Tor. Dass dieses Tor zum 3:2 durch den zum zweiten Mal im Spiel erfolgreichen Tobias Gerber dann in der Nachspielzeit fiel, war aus Sicht der Werderaner höchst unglücklich. Hertha BSC Berlin konnte über die gesamte Spielzeit betrachtet den sonst von den Werderanern gewohnten Spielfluss unterbinden und mit einem jederzeit strukturierten Spiel verdientermaßen die Punkte mit an die Spree nehmen.
Werder Bremen: Frerichs - Röcker, Fröde, von Haacke (61. Schwede), Krumland - Plendiskis, Aycicek, Hilßner, Kabul (41. Busch) - Lizius (75. Robrecht), Ruf (55. F. Schmidt)
Hertha BSC: Tietz - Gerber, Binting, Zingu, Lenz - Banze, Andrich (59. Rabiega), Klug (59. Kohls), Gehring - März, Borowski (77. Ebot-Etchi)
Tore: 1:0 Plendiskis (12.), 1:1 Gerber (16.), 1:2 März (35.), 2:2 F. Schmidt (71.), 2:3 Gerber (80.)
Gelbe Karte: Gehring (Hertha)
Schiedsrichter: Heien (Xanten)
Kunstrasenplatz 14: 80 Zuschauer