In Osnabrück erwartete den Werder-Nachwuchs abermals ein Team, das sich stark defensiv verhielt und auf Konterchancen lauerte. Bislang kam der aktuelle Tabellenführer der B-Junioren-Bundesliga Nord mit dieser nicht ungewohnten Ausgangssituation zumeist gut zurecht. In Osnabrück jedoch hatte das Team von der Weser über die gesamte Spielzeit zwar deutlich mehr Spielanteile als der Hausherr, konnte diese Feldüberlegenheit aber selten in Torgefahr ummünzen. Die Mannschaft gestaltete den Spielaufbau zu langsam. Anstatt den einfachen Ball zu spielen, wurde auf dem ungewohnten Kunstrasen viel zu oft der komplizierte Weg nach vorne gesucht. Werder Bremen hatte folglich in der ersten Halbzeit nur zwei Torchancen. Nach etwas mehr als einer halben Stunde kam Cimo Röcker auf der linken Außenbahn zum Flanken. Der lang über die Osnabrücker Abwehr gezogene Ball wurde von Patrick Lizius per Kopf auf Lukas Fröde zurückgelegt, der wiederum Felix Robrecht in eine gute Schussposition brachte. Aber Werders Mittelfeldmann schoss übers Tor (34.). Nur sechs Minuten später war es wieder Felix Robrecht, der im Fünfmeterraum des VfL Osnabrück freistehend neben das Tor schoss (40.). Mit dem torlosen Unentschieden wechselten die Teams die Seiten.
Die Osnabrücker hielten ihre taktische Ausrichtung weiter konsequent durch. Die von den Bremern im bisherigen Saisonverlauf so oft gesehene Spielfreude sollte sich dagegen auch in der zweiten Halbzeit nicht einstellen. Das ungenaue Passspiel machte es dem VfL Osnabrück leicht, Werders Angriffe spätestens an der Strafraumgrenze zu unterbinden. Da auch die im zweiten Spielabschnitt eingewechselten Florian Schmidt, Tobias Schwede und Alex Ruf keinen frischen Wind ins Spiel der Bremer bringen konnten, witterte der gastgebende VfL die eigenen Möglichkeiten zur Führung zu kommen. In der 65. Minute war es soweit: Der VfL Osnabrück überrumpelte die aufgerückten Werderaner mit einem gut ausgespielten Konter über die rechte Angriffseite. Der flach vors Tor gezogene Ball erreichte Felix Stehr, der aus kurzer Distanz Torwart Yannick Viol keine Chance ließ und zum 1:0 einschob. In der verbleibenden Schlussviertelstunde gelang es dem Bremer Nachwuchs nicht, das Steuer noch einmal herumzureißen. Osnabrücks Sieg ist aufgrund der effektiveren Spielweise als verdient einzustufen. Werder Bremen muss nun im nächsten Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg zeigen, dass es besseren Fußball spielen kann.
VfL Osnabrück: Otte - Massmann, Grimmelsmann, Wolff, Hoss (66. Ronzetti) - Goldmann, Heskamp, Neidhart (78. Ikeakhe), Bentka - Stehr (77. Güler), Nieweler (80. Surmann)
Werder Bremen: Yiol - Fröde, von Haacke, Zwerschke, Krumland (35. Kabul) - Röcker, Plendiskis, Aycicek, Hilßner (50. F. Schmidt) - Robrecht (56. Schwede), Lizius (65. Ruf)
Tor: 1:0 Stehr (65.)
Gelbe Karten: Stehr, Heskamp (beide Osnabrück) - Fröde, Röcker, Aycicek (alle Werder)
Schiedsrichter: Seifert (Stolberg/Rheinland)
Zuschauer: 50