Zu diesem Zeitpunkt schien es so, dass das Spitzenspiel der B-Junioren-Bundesliga Nord/Nordost 1:1 unentschieden ausgehen könnte. Aber Marcel Hilßner gewann nach einem langen Diagonalball den Zweikampf gegen einen Hertha-Spieler, passte danach mustergültig auf den freistehenden Patrick Lizius, der den Ball aus kurzer Distanz nur noch einzuschieben brauchte. Das Unglück für die Werderaner nahm seinen Lauf, als der Ball von Werders Nummer 9 nicht im Hertha-Netz zappelte, sondern vom rechten Pfosten zur Seite wegprallte. Beim anschließenden Gegenangriff der Herthaner war die Elf von der Weser in der Defensive ungeordnet und musste den Siegtreffer für die Herthaner hinnehmen. Tief enttäuscht machten sich die Werderaner nach dem Schlusspfiff auf den Weg in die Kabine.
Trainer Viktor Skripnik nahm gegenüber dem Spiel vom letzten Wochenende gegen den VfL Osnabrück gleich drei Änderungen in der Startformation vor. Für den verletzten Hakan Kabul komplettierte Tobias Schwede das Mittelfeld und im Sturm begannen Alex Ruf und Florian Schmidt für Marcel Hilßner und Patrick Lizius. Werder hatte zu Beginn der Partie große Probleme ins Spiel zu kommen, insbesondere in der Innenverteidigung fehlte die Sicherheit. Aber nach gut zwanzig Minuten fanden sich die Grün-Weißen und gingen in der 27. Minute nicht ganz unverdient in Führung. Rechtsverteidiger Marnon Busch setzte die Forderung seines Trainers nach mutigem Spiel über die Außenbahnen mit einem tollen Sturmlauf um. Seine Flanke erwischte Florian Schmidt im Funf-Meter-Raum der Herthaner und schloss die Aktion mit einem Drehschuss zum 1:0 ab. Zuvor hatte Werders Abwehr bei einem Pfostenschuss der Herthaner allerdings auch das Glück auf seiner Seite.
Die zweite Halbzeit begann gleich wieder mit einem unwiderstehlichen Sturmlauf von Marnon Busch. Dessen Flanke konnte Florian Schmidt völlig freistehend nicht per Kopfball verwerten (42.). Danach übernahm Hertha BSC das Kommando auf dem Platz. Werder Bremen musste einige brenzlige Situationen überstehen, bis sich der zwischenzeitlich für Florian Schmidt eingewechselte Patrick Lizius nach einem langen Ball in der rechten Strafraumseite der Berliner durchsetzen konnte. Sein Pass in den Rücken der Berliner Abwehr konnte der ebenfall kurz zuvor eingewechselte Marcel Hilßner aber nicht erfolgreich abschließen (59.). Die Spielanteile wechselten in dieser Phase zwischen den Teams hin und her und doch hatte Werder in der 64. Minute wiederum die Chance auf 2:0 davon zu ziehen, aber der Schuss von Marcel Hilßner aus aussichtsreicher Position konnte noch soeben von den Berlinern abgewehrt werden.
Dem objektiven Zuschauer beschlich bei diesen vielen verpassten Gelegenheiten schon die Ahnung, dass das für die Werderaner nicht mehr lange gut gehen würde. Und tatsächlich schoss Herthas Robert Andrich mit einem Distanzschuss hoch ins linke Eck des Werder-Tores zum 1:1 ein (67.). Der U17 vom SV Werder Bremen war es zuvor nicht gelungen, den Hertha-Spielfluss im Mittelfeld entscheidend zu stören. Den jungen Werderanern muss man jedoch bescheinigen, sich nach dem Gegentreffer wieder aufgerappelt zu haben. Zunächst setzte Levent Aycicek einen Freistoß an die Latte des Hertha-Tores (71.) und nur drei Minuten später lupfte Patrick Lizius den Ball nach einem langen Zuspiel von Marnon Busch zwar über den herausstürzenden Hertha-Keeper Kevin Otremba aber leider auch ganz knapp übers Tor. Und dann kam die aus Werder-Sicht so unglückliche vorletzte Spielminute.
Hertha BSC: Otremba - Kleineberg, Binting, Gerber, Kuhlmey - Fiegen (41. Gehring), Andrich, Bakar (50. Borowski), Mukhtar (80. Banze) - März, Garcia (62. Klug)
Werder Bremen: Frerichs - Fröde, von Haacke, Plendiskis, Zwerschke (62. Krumland) - Busch, Röcker, Aycicek, Schwede (47. Hilßner) - Ruf (75. Stührmann), F. Schmidt (51. Lizius)
Tore: 0:1 F. Schmidt (27.), 1:1 Andrich (66.), 2:1 Gehring (79.)
Gelbe Karten: Otremba (berlin) - Lizius, Röcker (beide Werder)
Schiedsrichter: Glaß (Schulzendorf)
Zuschauer: 112