Nach den guten Eindrücken der vorangegangenen Testspiele war die Erwartung an den Punktspielstart hoch. Aber die jungen Werderaner waren sichtbar nervös. Der Gast aus Osnabrück stellte geschickt die Räume zu, so dass Werders U17-Nachwuchs Schwierigkeiten hatte, ins Spiel zu finden. Vielleicht hätten sich die Grün-Weißen etwas leichter getan, wenn Patrick Lizius in der 12. Minute getroffen hätte. Nach einem VfL-Abwehrfehler kam Werders Stürmer vor dem Osnabrücker Tor überraschend in Ballbesitz. Sein Schuss rauschte aber am rechten Torpfosten vorbei ins Aus.
Allerdings hätten auch die Osnabrücker Gäste durchaus in Führung gehen können. Nach zwanzig Minuten schnappte die Abseitsfalle der Werderaner nicht zu. Die sich daraus ergebende Chance konnte der VfL aber nicht nutzen. Nur sechs Minuten später schien der Führungstreffer für die Osnabrücker in der Luft zu liegen. Aus stark abseitsverdächtiger Position zog ein VfL-Spieler in den Strafraum. Torwart Hannes Frerichs konnte die Aktion nur durch ein Foulspiel unterbinden und sah dafür die gelbe Karte. Den fälligen Strafstoß setzte der Osnabrücker Kevin Wolff aber neben das Werder-Gehäuse. So blieb es zum Pausenpfiff beim torlosen Unentschieden.
In der zweiten Spielhälfte sahen die Zuschauer einen besser spielenden SV Werder. Gegenüber der ersten Halbzeit, in der das Team teilweise recht behäbig agierte, wirkten die Werderaner wesentlich agiler. In der 46. Minute setzte sich Verteidiger Marnon Busch mit einem drangvollen Sturmlauf auf der rechten Seite durch und konnte im VfL-Strafraum nur durch ein Foul gebremst. Zur Überraschung aller blieb der fällige Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Christopher Haase aus. Trainer Viktor Skripnik wechselte in der 51. Minute erstmals aus. Florian Schmidt kam für Hakan Kabul und hätte nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung beinahe das Führungstor erzielt. Eine gut getimte Flanke von Marnon Busch setzte er per Kopfball nur denkbar knapp am Pfosten vorbei. Werders Druck auf das VfL-Tor wurde nun spürbar größer. Dennoch musste eine Standardsituation für das Führungstor herhalten: Levent Aycicek verwandelte einen Freistoß aus dem linken Halbfeld gekonnt zum 1:0 (56.).
Das Spiel stand jedoch weiterhin auf des Messers Schneide. Werder hätte in der 64. Minute die Führung ausbauen können, nachdem Julian von Haacke mit einem sehenswerten Diagonalpass die VfL-Abwehr aushebelte. Marcal Hilßner erwischte den Ball noch vor der Grundlinie und flankte auf den kurz zuvor eingewechselten Alex Ruf, dessen Kopfball aber knapp übers VfL-Tor flog. Beinahe im Gegenzug dann eine ähnliche Großchance für die Osnabrücker, als Marnon Busch eine Flanke nicht verhindern konnte und VfL-Spieler Malte Nieweler freistehend den Ball per Kopf knapp am Torwinkel vorbeiköpfte. Werder Bremen wechselte noch Marius Krumland und Tobias Schwede ein, die - wie die vorher schon eingewechselten Florian Schmidt und Alex Ruf - sofort ins Spiel fanden und entscheidend mit dazu beitrugen, dass der Saisonstart letztendlich als geglückt bezeichnet werden darf.
Werder Bremen: Frerichs - Fröde, von Haacke, Pfendiskis, Zwerschke (61. Krumland) - Busch, Röcker, Aycicek, Hilßner (72. Schwede) - Lizius (59. Ruf), Kabul (51. F. Schmidt)
VfL Osnabrück: Otte - Massmann, Wolff, Güler, Bentka - Urner, Goldmann (40. Ronzetti), Hoss (61. Bajric) - Stehr, Neidhart, Nieweler
Tor: 1:0 Aycicek (56.)
Gelbe Karten: Frerichs, Röcker, Zwerschke (alle Werder) – Neidhart (Osnabrück)
Schiedsrichter: Haase (Pinneberg)
Stadion „Platz 12“: 150 Zuschauer