Werder Bremen ließ in den Anfangsminuten Ball und Gegner laufen, konnte seinerseits aber keine gefährlichen Aktionen in den Strafraum der Thüringer bringen. Und plötzlich stand es 1:0 für Erfurt. Das Tor fiel wie aus dem Nichts. Werders linke Abwehrseite konnte einen flach in die Spitze gespielten Ball der Erfurter nicht unterbinden. Erfurts Kevin Reinemann erwischte das Spielgerät im Fünfmeterraum noch mit der Fußspitze und lenkte den Ball an Torwart Nils Hiegemann zur überraschenden Führung ins Tor (16.).
Das Team von der Weser brauchte einige Minuten, um sich wieder zu finden. Aber dann waren die Bremer wieder präsent. Die Mannschaft ließ sich nicht hängen, sondern drängte auf den Ausgleich, der durch Özkan Yilidrim auch fiel (32.). Linksverteidiger Cimo Röcker schlug einen langen Diagonalball in den Strafraum der Gastgeber. Der von den Erfurtern zunächst per Kopf geklärte Ball kam zu Werders Kapitän, der sich die Ausgleichschance mit einem unhaltbaren Volleyschuss nicht nehmen ließ. Mit dem Unentschieden ging's in die Halbzeitpause.
Im zweiten Spielabschnitt war der Werder-Nachwuchs gleich hellwach. Nach einer gelungenen Kombination über Julian van Haake, Alikhan Dadier und wiederum Julian van Haake kam der Ball im Strafraum der Erfurter zu Niclas Füllkrug. Werders Goalgetter drehte sich geschickt um seinen Gegenspieler und netzte den Ball kurz und trocken zur 2:1-Führung ein (46.). Werder Bremen setzte danach die Erfurter weiter unter Druck und konnte die Führung nach einer Ecke durch Andre Thoben auf 3:1 ausbauen (53.). Den Erfurtern war es zuvor nicht gelungen, den Eckball zu klären. Aus dem Gewühl heraus kam der Ball zu Werders Innenverteidiger, der aus kurzer Distanz verwandelte.
Es schien so, dass der Werder-Nachwuchs das Spiel gedreht hätte. Aber wieder war ein Eckball Ausgangspunkt für ein Tor. Werder war bei dieser Aktion der Gastgeber unaufmerksam und musste durch den Erfurter Müller das Anschlusstor zum 2:3 hinnehmen (58.). Nur fünf Minuten später traf es den Werder-Nachwuchs ganz hart. Schiedsrichter Aaron Krämer zeigte Julian van Haake nach einem Foulspiel die rote Karte. Aber die Mannschaft zeigte in Unterzahl Moral und rückte nach diesem Platzverweis noch enger zusammen. Mit etwas Glück überstand Werder insbesondere einen Freistoß der Erfurter, der zunächst an den Pfosten knallte. In der nachfolgenden, turbulenten Spielsituation sicherte Torwart Niklas Hiegemann mit einer reaktionsschnellen Aktion die knappe Führung. Die endgültige Entscheidung zugunsten der Werderaner fiel in der Nachspielzeit, als der eingewechselte Tobias Ahrens einen Konter zum 4:2 abschloss (80.+1).
Rot-Weiß Erfurt: Klewin - Bergmann, Glock, Raßmann (67. Zeiße) - Reinemann, Möhwald, Göbel, Baumgarten, Varnhagen - P.-J. Müller, Xavier Amaro (56. Hormann)
Werder Bremen: Hiegemann - von Haacke, Hüsing, Thoben, Lizius (75. Beer) - Yildirim (78. Aycicek), Dadier, Röcker, Robrecht - Füllkrug (72. Ahrens), Ferfelis (64. El Hasni)
Tore: 1:0 Reinemann (16.), 1:1 Yildirim (32.), 1:2 Füllkrug (46.), 1:3 Thoben (53.), 2:3 P.-J. Müller (58.), 2:4 Ahrens (80.)
Gelbe Karten: Bergmann, Reinemann, Varnhagen (alle Erfurt) – Dadier (Werder)
Rote Karte: von Haacke (63. Werder)
Schiedsrichter: Krämer (Frankfurt/Main)
Zuschauer: 71