Interimstrainer Thorsten Bolder hatte sein Team auf einen vor allem kämpferisch starken Gegner eingestellt. Immerhin musste sich Hertha BSC kürzlich mit einem Unentschieden in Cottbus zufrieden geben und auch der Hamburger SV konnte sich in der Lausitz nur knapp durchsetzen. Werder war also gewarnt und ging die Partie entsprechend konzentriert, aber dennoch selbstbewußt an. Wie sich im weiteren Spielverlauf zeigte, sollte das Wissen um die eigene Stärke den Ausschlag für den verdienten Auswärtssieg geben. Bereits in der Anfangsphase verwandelte Torjäger Niclas Füllkrug einen Foulelfmeter souverän zur 1:0-Führung (9.). Zuvor hatte Alexander Hahn mit einem Diagonalpass auf Özkan Yildiirm die Cottbuser Abwehr überrascht. Werders Kapitän nahm den langen Ball auf und konnte im Strafraum der Lausitzer nur durch ein Foul gebremst werden.
Fortan lief der Ball gekonnt durch die Reihen der Grün-Weißen. Und so lag das 2:0 für Werder Bremen geradezu in der Luft. Mitte des ersten Durchgangs war es soweit: in einer dem Führungstor fast indentischen Spielszene setzte Özkan Yildirim sich auf der rechten Spielfeldseite durch und passte den Ball von der Grundlinie aus in den Rücken der Cottbuser Abwehr auf Niclas Füllkrug. Werders Sturmführer strotzt momentan vor Selbstbewußtsein und verwandelte den klug gespielten Ball seines Kapitäns aus kurzer Distanz sicher zum 2:0 (24.). Mit diesem Ergebnis ging's in die Halbzeit.
Die Aufforderung von Coach Thorsten Bolder in der Halbzeitpause, konzentriert weiter zu spielen, nahm sich das Team zu Herzen. Niclas Füllkrug sah gleich nach dem Wiederanpfiff den Cottbuser Torhüter zu weit vor seinem Tor stehen und reagierte darauf blitzschnell mit einem Distanzschuss zur vorentscheidenden 3:0-Führung (41.). Die Gastgeber warfen in der Folgezeit zwar alles nach vorne und setzten Werders Abwehr kurzfristig unter Druck, aber mehr als das Anschlußtor zum 1:3 sollte den Lausitzern nicht gelingen. Bei diesem Tor profitierte Energie Cottbus von einem Ausrutscher von Alikan Dadier, der den Ball bereits sicher am Fuß hatte. Den aus diesem Mißgeschick in den Strafraum geschlagenen Ball bugsierte Energie-Spieler Mohammed Kirik aus kurzer Distanz ins Tor.
Energie Cottbus: Varrelmann - Steinhauer, D. Kaiser, Knäbke, M. Kaiser - T. Schulz (66. Bönigk), Schütze (38. Zimmermann), Kobylanski, Grahl, Zwerschke (41. Kirik) - Bittencourt (71. Gutar)
Werder Bremen: Hiegemann - Hahn, Hüsing, Thoben - Aycicek (75. El Hasni), Yildirim, Dadaev (60. Lizius), Beer, Ferfelis (41. Schmidt) - Ihnken, Füllkrug
Tore: 0:1 Füllkrug (9. FE), 0:2 Füllkrug (24.), 0:3 Füllkrug (41.), 1:3 Kirik (55.)
Gelbe Karten: Zwerschke, Kobylanski (beide Cottbus) – Schmidt (Werder)
Schiedsrichter: Sauerzweig (Eickendorf)
Zuschauer: 123