Er selbst war es, der Deutschland in den letzten Zügen zum EM-Triumph schoss. Einen Freistoß aus 25 Metern hämmerte der Mittelfeldspieler, der erst in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, in den linken Winkel. "Ich habe einfach gedacht, ich versuche es mal. No risk, no fun. Er hat dann einfach gepasst", freute sich der Siegtorschütze, der jedoch den Erfolg der Mannschaft in den Vordergrund stellte: "Wichtig ist nur, dass wir Europameister sind. Das hat eine deutsche U 17 noch nie geschafft."
Der fulminante Freistoßtreffer sorgte doch noch weit nach Spielschluss für Gesprächsstoff. Lob gab es sogar von Bundestrainer Joachim Löw: "Das war ein fantastischer Freistoß. Ein tolles Tor so kurz vor Schluss, besser kann man ihn nicht schießen."
Ebenso wichtig war jedoch auch der Treffer des zweiten Bremers auf dem Spielfeld. Nach einem Freistoß von Christopher Buchtmann köpfte Scheithauer erst an die Latte und den Abpraller setzte Lennart Thy mit einem platzierten Kopfball zum zwischenzeitlichen Ausgleich in die Maschen. "Es war vielleicht nicht das schönste Tor, aber es hat uns zurück ins Spiel gebracht", so ein strahlender Lennart Thy nach dem Schlusspfiff.
Kurios: Im Interview auf WERDER.de hatten beide vor der EM erzählt, dass es toll wäre, wenn es am Ende heißt: "Trinks und Thy schießen Deutschland zum Titel". "Dass wir nun beide tatsächlich im Finale getroffen haben, ist natürlich fast schon unglaublich", versucht Lennart Thy zu realisieren, welch großer Triumph der deutschen Mannschaft gelungen ist.
Es war ein verdienter EM-Erfolg der deutschen Mannschaft. Nicht nur, dass man die Niederlande über fast die gesamte Spielzeit im Finale beherrschte, sondern auch durch die Leistungen in den Spielen zuvor unterstrich man immer wieder die Ambitionen auf den Titelgewinn. Deutschland spielte sich mit drei Siegen gegen die Türkei (3:1), England (4:0) und den späteren Finalgegner Niederlande (2:0) souverän durch die Vorrunde und ließ im Halbfinale auch dem Nachwuchs von Weltmeister Italien (2:0) keine Chance.