Kevin Schindler - Chance genutzt!

Kevin Schindler feierte bei den Profis einen gelungenen Einstand. Im Trainingslager in der Türkei holte er mit seinen Teamkollegen den Efes-Pilsen-Cup.
Junioren
Donnerstag, 15.02.2007 / 17:09 Uhr

Sonntagnachmittag, 16.24 Uhr. Im ausverkauften Weser-Stadion wird es laut. Werder betritt zum Warmmachen vor dem Topspiel gegen den FC Schalke 04 den Rasen. Für einen Bremer ein ganz besonderer Moment – Kevin Schindler. Der 18-Jährige läuft zum ersten Mal mit Klose & Co in Werders Spielstätte ein.

 

„Ich war tierisch aufgeregt und bin mit einem ganz breiten Lächeln aus dem Kabinengang gekommen. Einmal dabei zu sein, sein Bild auf der Anzeigentafel zu sehen und das bei dieser Atmosphäre. Das war einfach nur ein Traum“, schildert der U 19-Spieler seine Eindrücke immer noch etwas ungläubig.

 

Was Kevin Schindler in den letzten sechs Monaten alles er- und auch durchlebt hat, bezeichnet er selbst als „heftig.“ Im Sommer startete er mit Werders U 19 in die Junioren-Bundesliga, zählte von Beginn an zu den Stammkräften und hat erheblichen Anteil am Erfolg der Grün-Weißen. Ein personeller Engpass im Regionalliga-Team katapultierte ihn im Oktober in die Startformation der U 23 gegen Dynamo Dresden. Ein gelungeneres Debüt hätte er kaum feiern können. Werder gewann 4:1, er selbst erzielte den vierten Treffer und wurde anschließend mit seinem Teamkollegen von über 11.000 Dynamo-Fans im Rudolf-Harbig-Stadion gefeiert.

 

Seine Premiere im Trikot der U 19-Nationalmannschaft stand dem in nichts nach. Beim Testspiel gegen Nordirland durfte Schindler ebenfalls von Beginn ran und markierte kurz vor dem Halbzeitpfiff den Siegtreffer zum 2:1.

 

Die positive Entwicklung des Werder-Talentes wurde auch von Chef-Coach Thomas Schaaf registriert. Seine Nominierung in den Profi-Kader für das Trainingslager in der Türkei kam dennoch sehr unverhofft. Eigentlich sollte U 23-Stürmer Martin Harnik mit nach Belek reisen, doch der 19-Jährige brach sich wenige Tage vor dem Abflug den Mittelfuß. So rückte Kevin Schindler nach. „Als mich Thomas Wolter angerufen hatte, dachte ich, er wolle mich auf den Arm nehmen. Aber es stimmte wirklich. Die Freude war natürlich riesig“, so Schindler, der inmitten von Diego, Frings und seinem Vorbild Tim Borowski richtig Gas gab.

 

Der gebürtige Delmenhorster, der bereits seit der E-Jugend das Werder-Trikot trägt, verkaufte sich in den Trainingseinheiten und Testspielen im Süden teuer und durfte zur Belohnung erst einmal beim Team von Thomas Schaaf bleiben. Zurück in Bremen knüpft er nahtlos an das Gezeigte an und traf in den Tests gegen Erfurt und Magdeburg gleich dreimal. „Wenn ich schon dabei sein darf, will ich auch richtig angreifen und zeigen, was ich kann. Wer weiß, wann ich diese Chance wieder bekomme“, so Schindler, dessen Karriereschub mit der Berufung in den Kader gegen Schalke vorerst den Höhepunkt fand.

 

„Wenn ich abends im Bett liege, frage ich mich schon manchmal, ob ich das alles realisiere, was hier gerade mit mir abläuft. Ich hätte nie gedacht, dass es so schnell geht“, staunt Schindler, der zum Ausgleich die Nähe bei seiner Mutter, bei seiner Freundin und den Freunden sucht. Angst vor dem Abheben hat er nicht. „Ich weiß, dass ich auch ganz schnell wieder abstürzen kann.“ Konkrete Ziele will sich der der 18-Jährige daher erst einmal nicht setzen: „Ich freue mich, dass ich das jetzt alles mitnehmen darf.“ Ein Ziel hat er dann aber doch noch: „Mit der U 19 würde ich gerne noch die Meisterschaft holen.“

 

von Norman Ibenthal

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