U19 bewahrt sich Mini-Chance auf Platz 2

Tobias Schwede (M.) wurde in der letzten Aktion des Spiels im Strafraum gelegt, woraus der Elfmetertreffer resultierte.
Junioren
Donnerstag, 01.01.1970 / 01:00 Uhr

Spannung pur am vorletzten Spieltag der A-Junioren-Bundesliga Nord/Nordost. Werders U19 (Tabellenplatz 3) wollte mit einem Sieg gegen den VfL Osnabrück (Platz 4, zwei Zähler Rückstand) auf Abstand halten und sich an Hansa Rostock (Platz 2, ein Punkt Vorsprung) vorbeischieben. Doch das gelang nicht. Ein Last-Minute-Tor durch einen Elfmeter verhalf den Grün-Weißen nur zu einem 1:1 (0:0), gleichbedeutend mit der Tatsache, dass der zweite Tabellenplatz nur noch dann erreichbar ist, wenn Werder kommende Woche beim Meister Wolfsburg gewinnt und Rostock zuhause gegen den Tabellenletzten HFC verliert. Ein höchst unwahrscheinliches Szenario.

Zum letzten Heimspiel der laufenden Saison empfingen die Werder-Talente den Nachwuchs des VfL Osnabrück und boten bei frühlingshaften Temperaturen ein mitreißendes Spiel im eigenen Wohnzimmer. Die erste Szene des Spiels gehörte jedoch den Gästen, die durch Malte Nieweler gefährlich vor das Bremer Tor kamen (2.). Marius Krumland machte die aussichtsreiche Möglichkeit aber durch eine gute Grätsche zunichte. Auch in den weiteren Anfangsminuten behielten die Gäste leicht die Oberhand und hatten mehr vom Spiel. Die erste richtig gute Chance für die Bremer gehörte Krumland in der 31. Minute, der den Ball per Kopf nach einer Ecke nur hauchdünn neben den linken Pfosten setzte.

Die Votava-Elf von dem Zeitpunkt an deutlich präsenter und mit mehr Zug zum Tor. Das merkten die Osnabrücker und wussten sich immer öfter nur noch durch überhartes Einsteigen zu helfen. Einen Befreiungsschlag hätten sie in der 36. Minute jedoch fast zur Führung genutzt - wieder war es Nieweler, der abschloss, aber Kevin Otremba im Bremer Tor bewahrte sein Team vor dem Gegentor mit einer herausragenden Parade. Für die Zuschauer entwickelte sich eine mehr als ansehnliche Partie, in der es auf und ab ging. Fröde (38.), Selke (39.) und Schwede (40.) machten mit drei Chancen in drei Minuten ordentlich Dampf, kamen aber nicht zum Erfolg.

Spannung pur im zweiten Durchgang

Die zweite Halbzeit begann mit einem satten Freistoß von Marcel Hilßner, der die Kugel aus 23 Metern zentraler Position um die Mauer herum aufs Tor zimmerte. VfL-Keeper Sascha Otte aber noch knapp mit den Fingerspitzen dran (47.). Selke versuchte sich nach einer guten Stunde mit einem Kopfball (61.), scheiterte allerdings auch. Ein Blick auf den Nebenschauplatz Jena, wo Hansa Rostock parallel antrat, hätte Werders U19 vermutlich einen Motivationsschub gegeben - dort stand es nach 60 Minuten 1:0 für Jena. Ein Sieg für Grün-Weiß und Werder wäre der Gewinner des Spieltags.

Es entwickelte sich ein wahrer Krimi. 69. Minute: Rostock mit dem Ausgleichstor in Jena. Fast zeitgleich das Tor für Osnabrück - Werder ein einziges Mal schläfrig, fuhr sich einen Konter ein, den der eingewechselte Nujin Hassan vollendete (71.). Ganz bitter für Werders U19. Keine Minute später ging Rostock in Jena mit 2:1 in Führung. Im Stadion „Platz 11" entwickelte sich derweil eine Abwehrschlacht. Werder drückte und drängte auf den Ausgleich, der VfL stand defensiv aber weitestgehend sicher. Davie Selke hatte in Minute 81 die(!) dicke Gelegenheit, stand unbedrängt vier Meter vorm Tor, doch seine Direktabnahme landete neben dem Gehäuse. Mangelnde Chancenverwertung auch auf der anderen Seite - Nico Neidhart vergab völlig frei vor Otremba und verpasste die Vorentscheidung (84.).

Last-Minute-Tor kommt zu spät

Votava hatte mit Almpanis, Neldner und Scholl-Amoah in der Schlussviertelstunde die totale Offensive eingewechselt. Dementsprechend mehr Kontermöglichkeiten und Räume hatte nun der VfL. Doch das Spiel machten die Bremer. Schwede scheiterte in der 88. Minute und belegte damit ein weiteres Mal, dass Werders U19 sich aufrieb, kämpfte und wollte. Doch das VfL-Tor schien wie vernagelt. Wenn ein Fußballspiel die Bezeichnung Krimi verdient hat, dann dieses. 90. Minute: Tor für Werder! Aber der Linienrichter hatte die Fahne oben, Abseits. 90.+3: Abpfiff in Jena. Rostock erhöhte kurz vor Schluss noch auf 3:1 und ist damit sicher Tabellenzweiter der Spielzeit 2012/2013. Oder?

Auch in Bremen 90+3: In der letzten Aktion des Spiels drang Tobias Schwede noch einmal in den Strafraum des VfL ein, wurde rüde gefoult und fiel zu Boden. Ein Pfiff - Elfmeter! Wahnsinn! Julian von Haacke, der die komplette Spieldauer aufopferungsvoll gekämpft und seine Mitspieler motiviert hatte, trat an. Und traf vom Punkt. Platziert in die linke Ecke. 1:1. Abpfiff. Durchatmen. Der zweite Platz, auf den Werders Nachwuchs so hingearbeitet hatte, ist damit noch immer möglich, wenn auch nur noch rein theoretisch. Verliert Rostock (nun 48 Zähler, Torverhältnis +2) daheim gegen den Tabellenletzten aus Halle und schafft Werder (45/+20) beim Meister Wolfsburg tatsächlich einen Sieg, wäre die Sensation perfekt.

Keine einfache Aufgabe für die Werder-Talente. Wolfsburg gewann am selben Spieltag 8:1 - in Halle. U19-Coach Mirko Votava erklärte nach dem Spiel: „Es ist schon schade, dass wir es soweit haben kommen lassen. Wir haben eine gute Hinrunde gespielt, hatten genug Punkte Vorsprung. Aber letztendlich geben wir die aus der Hand und versäumen es, in der Rückrunde nachzulegen. Dann ziehen natürlich andere Teams vorbei. Dann haben es andere verdient. Rostock spielt eine super Rückserie."

Von Cord Sauer

Werder Bremen: Otremba - Lingerski (81. Scholl-Amoah), Zander, Krumland, Fröde - von Haake, Hilßner (75. Neldner), Zwerschke, Eggersglüß (75. Almpanis) - Schwede, Selke

Osnabrück: Otte - Ruschmeier (67. Hassan), Massmann, Grimmelsmann, Neidhart - Urner, Bentka, Heskamp (12. Stehr, 84. Rinke), Heyer - Nieweler, Goldmann(73. Bajric)

Tore: 0:1 Hassan (71.), 1:1 von Haacke (90.+3, FE)
Gelbe Karten: Urner, Ruschmeier, Stehr, Hassan, Nieweler (alle Osnabrück)
Schiedsrichter: Frederik Glowatzka
Zuschauer: 200

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