Auch in der Saison nach dem Meisterjahr 2010/2011 zeigt der Trend des VfL Wolfsburg weiter nach oben. Derzeit belegen die Fußballer aus der Volkswagen-Stadt den zweiten Tabellenplatz und haben in zehn Partien nur ein einziges Mal verloren. Keine leichte Aufgabe also für die Elf von Werder-Trainer Mirko Votava, die nach der 1:2-Niederlage gegen Hertha BSC wieder punkten möchte.
Das Spiel begann munter vor rund 90 Zuschauern im Wolfsburger Porschestadion. Keines der beiden Teams versteckte sich in der eigenen Hälfte, so dass es erste ansprechende Offensivaktionen zu bestaunen gab. Werder stand kompakt und belohnte sich selbst in der 30. Minute: Julian von Haacke erzielte das so wichtige erste Tor des Tages für die Werderaner. Nach dem Führungstor blieb Werders U19 am Drücker. „Wir hatten gute Möglichkeiten zum 2:0 oder 3:0, haben die Kontersituationen dann aber zu schlecht ausgespielt", erklärte Werder-Coach Votava nach dem Spiel. Trotz der verpassten Chancen zum Ausbau des Tore-Vorsprungs - Werder ging mit einer verdienten Führung in die Halbzeitpause.
Als die zweite Halbzeit begann, bekamen die Werder-Fußballer neben dem VfL Wolfsburg noch einen zweiten Gegner: Scharfer Gegenwind machte sämtliche Offensivbemühungen ein wenig schwieriger und dennoch schafften die Gäste es, diverse Torchancen herauszuspielen. Ein weiteres Tor, welches die Führung ein wenig komfortabler gemacht hätte, wollte allerdings nicht fallen. Dann kam es vermutlich zur Szene des Spiels. Die Wölfe im Angriff, Werder in der Defensive gefordert. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung konnte die Hintermannschaft von Werders U19 die Offensivaktion des VfL klären, doch plötzlich fanden sich gleich zwei Spieler der Heimmannschaft auf dem Boden wieder - im Strafraum der Bremer: Elfmeter! Diesen verwandelte Philip Hauck ohne großes Zögern im Bremer Gehäuse zum 1:1.
Nach dem Ausgleich tat sich der Werder-Nachwuchs schwer, die Marschroute des Trainers weiterhin gut umzusetzen. Die starken Wölfe kamen vermehrt zu Torchancen, doch Werder stand gut und präsentierte sich sicher in der Abwehr. Das Ergebnis hielt bis zum Schlusspfiff, beide Teams trennen sich 1:1 und nehmen jeweils einen Punkt mit aus dem 11. Spieltag der Junioren-Bundesliga Nord/Nordost.
Werder-Trainer Votava äußerte sich nach demSpiel wie folgt: „Wir wollen nicht nur mithalten gegen die guten Teams der Liga. Ich möchte, dass wir unsere Spielphilosophie Woche für Woche umsetzen. Ballbesitz ausnutzen und gut nach vorne spielen, das ist das Ziel. Und da vertraue ich jedem Spieler, der zu dem Zeitpunkt für Werder auf dem Platz steht." Mit dem Punktgewinn beim VfL Wolfsburg zeigte sich Votava zufrieden: „Am Ende können wir noch froh sein, dass es beim 1:1 geblieben ist. Die Elfmeter-Situation für die Gastgeber habe ich von meiner Position schlecht sehen können." In der kommenden Woche geht es gegen das nächste Spitzenteam: Hannover 96, momentan nur Tabellensiebter, kommt an die Weser, wo der neue Tabellenvierte Werder bereits auf die Gäste von der Leine wartet.
Von Cord Sauer
VfL Wolfsburg: Drewes - Kleihs, Hansen, Eilbrecht, Sauer (77. Rizzo) - Thielke, Hauck, Arnold, Chamorro, Millemaci (45. Behnke) - Bildirici
Werder Bremen: Frerichs - Reineke, Rehfeldt, Hüsing, Zwerschke - Röcker, von Haacke, Busch, Schwede - Almpanis (75. Lo Iacono), Ferfelis (85. Puhman)
Tore: 0:1 von Haacke (30.), 1:1 Hauck (78. Foulelfmeter)
Gelbe Karten: Bildirici (Wolfsburg) / Hüsing, Kuschkowitz (als Reservespieler) (beide Werder)
Schiedsrichter: Athanassiadis (Frechen)
Porschestadion: 90 Zuschauer