Das A-Junioren-Bundesligaspiel von Werders U19 gegen den FC Energie Cottbus war nicht nur eine äußerst packende und von der Spannung lebende Partie sondern bot zudem die wohl nervenaufreibendste Schlussphase der bisherigen Saison. Direkt der Sprung in die 89. Minute. Es steht 2:1 für Werder Bremen nach großen Energieleistungen beider Teams. Für Werder geht es um sehr viel - der letzte Sieg in der Liga ist lange her: 6. November 2011 (6:1 in Rostock). In der Tabelle haben die Votava-Schützlinge dementsprechend an Boden verloren, unter anderem haben sich auch die Gäste aus Cottbus vorbeigeschlichen. Der Schiedsrichter zeigt zwei Minuten Nachspielzeit an, Cottbus drückt und will den Ausgleich.
Die komplette Werdermannschaft steht in der eigenen Hälfte, die ganz in rot gekleideten Gäste marschieren unaufhaltsam in Richtung Werder-Schlussmann Hannes Frerichs. Das Bremer Abwehrbollwerk wackelt und doch scheint es zu halten. Eine Zitterpartie, wie sie im Buche steht. Freistoß Cottbus aus halblinker Position. Gästetorwart Anton Wittmann eilt nach vorne und wirbelt gemeinsam mit seinen Kollegen im Bremer Strafraum hin und her. Werder bekommt den Ball unter Kontrolle und kann kontern. Christos Almpanis, Dimitrios Ferfelis und Tobias Schwede machen sich auf den Weg zum leerstehenden Gästetor, doch zwei, drei mitgeeilte Lausitzer stören entscheidend, ehe auch Wittmann zurück auf seiner Position ist. Erneut Cottbus im Ballbesitz, langes Ding nach vorn, Strafraum-Gestocher. Dann endlich, der ersehnte Abpfiff. Jubel auf der Zuschauertribüne, Applaus, Freudenschreie. Auf dem Platz reißen die Grün-Weißen erleichtert die Arme hoch, Mirko Votava ruft seine Jungs zu einem Kreis zusammen und gibt einen extra Motivationsschub. Wie wichtig war doch dieses Spiel! Drei Punkte im Sack!
Was zuvor geschah, ist schnell berichtet. In der achten Spielminute bringt Yannik Jaeschke einen Freistoß aus halblinker Position auf das Cottbus-Tor, Jakob Zwerschke hält seinen Fuß hin und trifft gegen seinen ehemaligen Verein - 1:0 Werder. Das Spiel ist von Beginn an kampfbetont und intensiv, Cottbus präsentiert sich aggressiv und oft auch unfair - ähnlich wie im Hinspiel (damals fünf Gelbe Karten für die Lausitzer, diesmal vier Verwarnungen). Doch Werder hält gut dagegen, wehrt sich mit selbigen Mitteln und ist darüber hinaus spielbestimmend. Ferfelis hat Chancen, das 1:0 auszubauen (10., 32.), scheitert jedoch knapp. Nach dem Seitenwechsel versäumt es Werder erneut, nachzulegen und wird dafür bestraft: Aus dem Nichts markiert Max Philipp aus linker Position das 1:1 (69.), nachdem Frerichs zu weit aus seinem Tor hinausgeeilt und im Anschluss daran überlaufen worden war.
Werder nun geschockt? Fehlanzeige. Die U19-Talente machen engagiert weiter und werden wenig später belohnt. Marnon Busch setzt sich hervorragend auf der rechten Seite durch, lupft den Ball dann fast brasilianisch in den freien Raum auf Dimitrios Ferfelis, der den Ball erstklassig annehmen kann und danach sofort im Strafraum gefoult wird - Elfmeter! Ferfelis schießt selbst und trifft: Cottbus-Keeper Wittmann steigt links aus und der Deutsch-Grieche schiebt halbrechts ein (75.). Alles, was danach folgt, ist bekannt. Die fesselnde Schlussphase übersteht Werder und klettert damit in der Tabelle einen Rang nach oben. U19-Coach Votava war nach dem Spiel zufrieden: „Wir haben uns heute klasse gewehrt und waren engagiert im Spiel. Der Sieg war wichtig für uns, aber so muss es nun auch weitergehen." Das kommende Spiel bestreitet Werder erneut daheim: Am 24. März um 12 Uhr empfangen die Grün-Weißen Hertha 03 Zehlendorf.
Von Cord Sauer
Werder Bremen: Frerichs - Rehfeldt, Hüsing, Zwerschke, Röcker - von Haacke, Reineke, Busch, Jäschke (90. Schwede) - Ferfelis, Ihnken (79. Almpanis)
FC Energie Cottbus: Wittmann - Dahm, Bönigk, Hausdorf, Kaiser (46. Jakob) - Putze, Iles Cruz (78. Lindner), Heßler, Philipp, Geurts (73. Köpnick) - Oduro-Agyemang
Tore: 1:0 Zwerschke (8.), 1:1 Philipp (69.), 2:1 Ferfelis (75. Foulelfmeter)
Gelbe Karten: Putze, Kaiser, Hausdorf, Heßler (alle Cottbus) / Reineke, Zwerschke, Jäschke (alle Werder)
Schiedsrichter: Lüddecke (Wolfenbüttel)
Stadion „Platz 11": 80 Zuschauer