Knapper 3:2-Erfolg auf St. Pauli

Verlebte 90 packende Minuten an der Seitenlinie: U19 Coach Mirko Votava
Junioren
Donnerstag, 01.01.1970 / 01:00 Uhr

Bei sommerlichen Temperaturen sahen die gut 115 Zuschauer in der ersten Halbzeit eine souverän aufspielende Werder-Mannschaft. „Im ersten Durchgang haben wir gut gespielt und schön kombiniert", lobte auch Votava seine Schützlinge, die in der 23. Spielminute durch Oliver Ihnken die verdiente 1:0 Führung erzielten. Doch kurz vor der Halbzeitpause schlugen die Gastgeber vom Kiez unerwartet zurück: Kulikas nutzte in der 40. Minute die Gelegenheit, die ihm Werders schlecht sortierte Hintermannschaft gegeben hatte. Mit dem 1:1 ging es dann in die Pause. „Wir hätten da das 2:0 oder 3:0 nachlegen müssen, dann wäre Ruhe gewesen", bemängelte Votava den unglücklichen Spielverlauf bis dahin.

Die Schlussminuten bei den Spielen von Werders U19 haben es in sich. Nachdem die Mannschaft von Trainer Mirko Votava in der vergangenen Woche gegen den VfL Osnabrück in der 89. Minute noch den 2:2 Ausgleich hinnehmen musste, waren es die Grün-Weißen diesmal selbst, die sich unmittelbar vor dem Abpfiff für ihren unermüdlichen Einsatz belohnten. Alexander Hahn verwandelte in der letzten Aktion des Spiels einen direkten Freistoß zum 3:2 Endstand über den FC St. Pauli.

Unglücklich lief es nach Wiederanpfiff auch in der 54. Minute für die Werderaner. Erneut war es der Hamburger Kulikas nach einem langen Ball in die Spitze, der für den FC St. Pauli das 2:1 markierte. Das Spiel verlagerte sich fortan immer mehr in die Hälfte der Grün-Weißen, die der Dominanz der Heimmannschaft nur noch wenig entgegen zu setzen hatten. Die Partie neigte sich stark dem Ende und St. Pauli schien die drei Punkte sicher zu behalten, bis die bereits angedeuteten spektakulären Schlussminuten anbrachen. Mit einem sehenswerten 20-Meter-Schuss beförderte der stark spielende Lukas Reineke den Ball volley in den Winkel, so dass Werder in der 88. Minute den Ausgleich feiern konnte. „Lukas war heute einer der Besten und hat sich mit diesem Tor selbst belohnt", freute sich Votava nach dem Spiel.

Entgegen aller Vermutungen sollte jedoch noch mehr passieren, bevor der Unparteiische die Begegnung endgültig abpfiff. Alexander Hahn hatte in der letzten Spielszene noch einmal die aussichtsreiche Möglichkeit, per Freistoß nachzulegen. Mit einem tollen Direktschuss sorgte Hahn tatsächlich für das unterm Strich glückliche 3:2 für die Bremer. Mirko Votava konnte sich trotz der drei Punkte, die nun von Hamburg nach Bremen wandern, nicht so recht freuen: „Mit dem Ergebnis bin ich natürlich zufrieden, aber die zweite Halbzeit hat nicht meinen Vorstellungen entsprochen. Wir möchten uns von Spiel zu Spiel verbessern und das habe ich heute nicht gesehen." Um diese Ambitionen umzusetzen, bietet sich das nächste Heimspiel an, wenn es im Stadion „Platz 11" gegen den VfL Oldenburg geht.

Von Cord Sauer

FC St. Pauli: Babuschkin - Büchler, Startsev, Ramadanoski (73. Rogowski), Gantits (59. Sejdui) - Heins, Upphoff, Lämmerhirt, Rayski (85.Vanselow) - Kulikas, Dinkuth (75. Wriedt)


Werder Bremen: Neukam - Reineke, Rehfeldt, Zwerschke, Röcker (77. Schwede) - von Haacke, Hahn, Busch, Aycicek (75. Robrecht), O. Yildirim (46. Almpanis) - Ihnken (64. Lo Iacono)


Tore: 0:1 Ihnken (23.), 1:1 Kulikas (40.), 2:1 Kulikas (54.), 2:2 Reineke (88.), 2:3 Hahn (90.)


Gelbe Karten: Rayski, Startsev, Kulikas (alle FC St. Pauli)


Schiedsrichter: Hildebrandt (Nebra/Unstrut)
Zuschauer: 115

 

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