Dabei stieg Werders Nachwuchs durchaus vielversprechend ins Spiel ein. Nach einer knappen Viertelstunde hätte es erstmals im Kasten der Dresdener einschlagen können. Zuvor spielte Marcel Hilßner seinen Teamkameraden Leon Neldner auf der rechten Angriffsseite frei. Dessen scharfe Flanke segelte auf den hinteren Torpfosten, wo Christopher Cook freistehend den Ball in die Arme des Dynamo-Torwarts köpfte. Werder Bremen hielt den Druck aufrecht und wurde dafür in der 20. Minute mit dem Führungstreffer belohnt. Leon Neldner spielte Otis Breustedt mit einem starken Pass an der Strafraumgrenze an. Werders Stürmer drehte sich geschickt um seinen Gegenspieler und schlenzte den Ball mit ein Linksschuß ins lange Eck des Dresdener Tores.
Obwohl die Grün-Weißen die größeren Spielanteile besaßen, deutete sich schon an, dass die Bremer mit Dynamos Kontertaktik allergrößte Probleme bekommen würden. Die Werderaner zeigten ein extrem schlechtes Verhalten in der Rückwärtsbewegung und mussten registrieren, wie sie ein ums andere Mal über die Außenbahnen überlaufen wurden. Dennoch darf man den Ausgleichstreffer für Dynamo Dresden als großzügiges Gastgeschenk bezeichnen. Eine harmlose Flanke aus dem rechten Halbfeld ließ Torwart Jeroen Gies fallen, so dass der Dresdener Marvin Stefaniak nur noch zum 1:1 ins Tor einschieben musste (26.).
Nur drei Minuten später hätten die Gäste von der Weser wieder in Führung gehen müssen. Nach einer kurz ausgeführten Ecke landete der Ball im Fünfmeterraum auf den freistehenden Maximilian Schulwitz, dessen Kopfball in die Arme des Dynamo-Keepers landete. Während Werders Spieler offenbar noch die vergebene Chance vor Augen hatten, wurden sie im Gegenzug auf der rechten Außenbahn wieder einmal überspielt. Dynamos Stürmer spielte von der Grundlinie einen Pass quer durch den Bremer Fünfmeterraum, wo Dresdens Spieler Dominic Baumann nur noch zum 2:1 einzunetzen brauchte (30. min.).
Nur fünf Minuten später zog Dynamo auf 3:1 davon. Besonders ärgerlich aus Bremer Sicht ist die Erkenntnis, dass das Team an diesem Tag nicht in der Lage war, auf das Konterspiel der Dresdener mit dem taktisch richtigen Verhalten zu reagieren. Dynamo spielte Werder Bremen in einer Kopie des Tores zum 1:1 auf der rechten Außenbahn mit einem einfachen Doppelpass aus. Marvin Stefaniak hatte am Ende des Spielzuges überhaupt keine Probleme, aus kurzer Distanz den Ball ins Tor der Werderaner zu schieben (35. min.).
Trainer Viktor Skripnik appellierte in der Halbzeitpause an den Charakter seiner Jungs und forderte zu deutlich mehr Engagement auf. Und die seine Jungs zeigten, dass sie gewillt waren, sich der drohenden Niederlage entgegen zu stemmen. Hoffnung kam in der 59. Minute auf, als sich Maximilian Schulwitz gegen sämtliche ihm in den Weg stellenden Dresdener durchsetzte und zum 2:3-Anschlußtreffer einschoss. Nur wenige Minuten später hätte es eigentlich wieder im Tor der Dresdener einschlagen müssen. Nach einem Doppelpass mit Marcel Hilßner umspielt Lukas Fröde im Strafraum noch einen Dynamo-Spieler und kommt so frei zum Schuss. Aber Dynamo-Torwart Eric Oelschlägel kann den Ball abwehren. Auch der Nachschuss von Otis Breustedt zieht am Tor vorbei. Die schlechte Chancenverwertung war neben der miserablen Rückwärtsbewegung das große Manko im Auftritt der Bremer Gäste.
In der 67. Minute versetzte Dynamo Dresden den Werderanern mit dem Tor zum 4:2 einen schmerzhaften Nadelstich. Nach einer abgewehrten Ecke spielt Dynamo den Ball schnell auf den brandgefährlichen Mittelstürmer Paul Milde, der sich im Zweikampf gegen Werders Innenverteidiger Stefan Kunkel durchsetzt, mit dem Ball am Fuß unbeirrt aufs Werder-Tor zustrebt und Torwart Jeroen Gies mit einem flachen Schlenzer ins lange rechte Toreck keine Abwehrchance ließ. Die Grün-Weißen antworteten umgehend mit dem erneuten Anschlusstreffer zum 3:4 durch Maximilian Schulwitz. Danach hatte Werder Bremens Lukas Fröde nach einem Eckball die Riesenchance zum Ausgleich. Aber Werders Kapitän köpfte den Ball im Fünfmeterraum freistehend in die Arme von Torwart Eric Oelschlägel.
Das in Dresden gezeigte Auftreten der Werderaner entspricht nicht den Anforderungen, die an ein Team zu stellen sind, dass in der B-Juniorenbundesliga in der Meisterschaftsfrage ein ernstes Wort mitreden will. Gleichwohl - der Kontakt zur Spitzengruppe ist nicht abgerissen. Mit einer entsprechenden Aufarbeitung der Niederlage bei Dynamo Dresden sollten die Werderaner künftig ein positiveres Bild abgeben können. Die nächste Chance dazu bietet sich in vierzehn Tagen im Heimspiel gegen einen der Titelaspiranten, dem VfL Wolfsburg.





